Einzeltest: E-Mountainbike M1 Spitzing Plus

Kraftpaket: M1 Spitzing Plus im Test

  • Markus Greber
 • Publiziert vor 4 Jahren

Mit 500 Watt Motor­leistung ist das M1 Spitzing Plus eines der stärksten E-Mountainbikes am Markt. Bringt das Bike diese Kraft überhaupt auf den Trail?

M1, oder besser die übergeordnete Fritzmeier-Gruppe, besetzte schon des öfteren eine Vorreiterrolle. In den 70ern baute Fritzmeier die Ski von "Gold"-Rosi, in den 80ern setzten die Bayern mit Mistral Maßstäbe im Windsurfsport, in den 90ern baute man mit dem Magma einen der ersten Mono­coque-MTB-Rahmen.

Mit dem Spitzing will M1 wieder ganz vorne dabei sein. Zumindest, wenn es um pure Antriebsleistung geht. In der zulassungspflichtigen S-Pedelec-Version werkelt der auf 500 Watt aufgebohrte Cleanmobile-Antrieb, der das Gefährt mit mächtig Druck auf knapp 50 Sachen beschleunigt. Und dank der fünf Unterstützungsstufen lässt sich die Eigenleistung von fast Null bis "recht anstrengend" einstellen.

Verpackt ist das Kraftpaket in ein futuristisch geformtes Chassis aus Carbon. Sogar die Hinterbauschwinge besteht hier aus Kohlefaser. Der riesige 880-Wattstunden-Akku sitzt in einer Art Tasche aus Aluminium in schwerpunktgünstig tiefer Position.

Sowohl bei der Geometrie als auch bei der Komponentenwahl setzt M1 auf ein lupenreines Mountainbike-Konzept. 120 Millimeter Federweg, sportliche Geometrie und dicke Plus-Reifen – alles ist kompromisslos auf den Geländeeinsatz ausgelegt. Die Lichter, der Rückspiegel und alle anderen Bauteile, die hier verbaut sind, um die Anforderungen für die Zulassung zu erfüllen, wirken deshalb wie Fremdkörper. Stellt sich die Frage: Macht ein S-Pedelec dieses Kalibers überhaupt Sinn im Gelände?

Mit seinen dicken Plus-Rädern und dem komfortablen Fahrwerk gleitet es regelrecht über Schotter und leichteres Geläuf. Man sitzt dabei komfortabel und hat alle Bedienelemente sicher im Griff. Doch je technischer das Geläuf, desto unwohler fühlt man sich auf diesem Bike. Durch das hohe Gesamtgewicht schiebt es in Kurven geradeaus, schmale Trails erfordern viel Körpereinsatz. Das breite, kantige Oberrohr schlägt dabei unangenehm gegen die Oberschenkel. Geht es im Gelände steil bergauf zur Sache, kommt die Übersetzung früh an ihre Grenzen. Das große 48er-Kettenblatt vorne erlaubt schlichtweg keine steilen Rampen. Da nützt selbst das enorme Drehmoment des TQ-Motors nichts mehr.


Fazit: ein starkes, schnelles Kraftpaket für Schotterwege, aber nicht für technisches Gelände.


Bitte beachten: Das S-Pedelec Spitzing Plus gilt als Kraftfahrzeug und ist damit jenseits der Strassenverkehrsordnung nicht zugelassen.


Antrieb
Motor/Position   Cleanmobile PIN 120/Mittelmotor, 500 Watt
Max. Drehmoment   120 Nm
Akku   Lithium-Ionen, 880 Wh
Schaltung/Übersetzung   11fach-Shimano-XT (36 x 11), 48er-Kettenblatt
Display/Größe   Kingmeter-Display


Ausstattung
Rahmenmaterial/Größen   
Carbon Hauptrahmen + Schwinge / M und L
Gabel/Dämpfer   Manitou Magnum Pro/Manitou MC Leod
Federweg vorne/hinten   120/120 mm
Teleskopstütze   LEV DX
Bremse/Disk vo./hi.   Magura MT5/203/180 mm
Laufräder   27,5 Zoll DT Swiss XM 551
Reifen   Schwalbe Nobby Nic EVO 3,0


Infos  
www.m1-sporttechnik.de
Modell   M1 Spitzing Plus S-Pedelec
Gewicht/Gewichtsverteilung   27,7 kg/13,71 kg (VR), 14 kg (HR)
Preis   7899 Euro

Notwendiges Übel: Der Rückspiegel ist für S-Pedelecs wie das M1 Spitzing Plus Pflichtprogramm.

Monster-Akku: Der schwere, große Akku am M1 Spitzing treibt das Gesamtgewicht stark nach oben und beeinträchtigt das Handling.

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Schlagwörter: EMTB M1 Spitzing Test


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