Fatbike Bulls Monster ES im Test Fatbike Bulls Monster ES im Test Fatbike Bulls Monster ES im Test

Einzeltest 2016: EMTB Fatbike Bulls Monster ES

Fatbike Bulls Monster ES im Test

  • Markus Greber
 • Publiziert vor 5 Jahren

Fatbikes polarisieren. aber der E-Antrieb nimmt den Gegnern einen Großteil der Argumente. Wir haben dem Thema anhand dieser Hardtail-Variante von Bulls auf den Zahn gefühlt.

Die Frage, ob die Welt Fatbikes braucht oder nicht, spaltet sich in der unmotorisierten Bike-Welt in mehrere Lager, die teils gar nicht mit nüchternen Fakten erklärbar sind. So finden manche die überdimensionierten Räder schlichtweg cool. Andere, die dick doof finden, argumentieren meist mit dem hohen Rollwiderstand. Klar, kiloweise Gummi durch die Gegend zu walzen, kostet Körner. Und genau hier kommt der Elektroantrieb ins Spiel. Denn der Rollwiderstand erübrigt sich dank Bosch & Co. weitgehend.

Das Surren der Reifen übertönt das Motorengeräusch des CX-Performance, wenn man das Monster ES auf der Straße beschleunigt. Dragster-Feeling. Dass hier Energie ungenutzt verpufft, ist klar, aber egal. Interessant wird’s ohnehin erst im Gelände. Erste Wertungsprüfung: Schotter. Die Mini-Erschütterungen werden von den dicken Pneus aufgesaugt, als ob sie gar nicht da wären. Da hat die Federgabel nichts zu melden. Die reagiert erst auf gröbere Schläge. Das Monster-Bike knirscht über den Kies, dass es eine Freude ist. Bis das erste Schlagloch kommt. Hier wird, im wahrsten Sinne, schlagartig klar, dass ein 4,0er-Reifen keine Hinterbaufederung ersetzt. Stumpf sitzen bleiben ist nicht, sonst schießt der Schlag in die Bandscheiben. Ab in den Singletrail. Eng verschlungen, mit Wurzeln durchsetzter Waldboden. Eigentlich geht es hier darum, die grobe Linie vorzugeben. Den Rest erledigen die Reifen. Glitschige Wurzeln, ohne Anlupfen im spitzen Winkel erwischt – egal. Spurrillen von Waldfahrzeugen – egal. Ein Bachbett mit losem Schotter – egal. Die Reifen liefern Auftrieb und walzen einfach überall durch. Sicherheit pur. Arbeiten und aus dem Sattel gehen muss man trotzdem – wie gesagt, die dicken Reifen liefern überschaubare Federung und null Dämpfung. Abstriche macht man mit dem Fatbike definitiv. Auch an Lenkpräzision und Agilität mangelt es erheblich – mit einem normalen Bike ist das Fahrgefühl nicht zu vergleichen: Das Monster lässt sich nur mit kräftigem Körpereinsatz in Kurven lenken.


Fazit: Bulls setzt das Thema Fatbike mit elegant geschwungenem Rahmen und einer guten Geometrie mit Bravour um. Die Anbauteile passen, und der starke Bosch-Motor liefert massig Vortrieb. Vor allem dadurch beweist das Monster ES, dass dick nicht unbedingt doof ist. Vielmehr: eine Frage des Geschmacks.


Antrieb
Motor/Position   Bosch Performance CX/Mittelmotor
Max. Drehmoment   75 Nm
Akku/Display   Lithium Ionen, 500 Wh/Bosch Intuvia
Schaltung/Übersetzung   Shimano XT, vorne 15, hinten 10fach (10 x 42)


Ausstattung
Rahmenmaterial/Größen   Aluminium M/L
Gabel   Rock Shox Bluto RL Solo Air
Bremse/Disk vo./hi.   Shimano Deore BR-M615 | 180/180 mm
Laufräder   Bulls 80 Millimeter-Felgen, Bulls-Naben
Reifen   Schwalbe Jumbo Jim Snake Skin 26 x 4,0 Evo TLE Pace Star


Infos   
www.bulls.de
Modell Monster ES
Gewicht    23,4 Kilo
Preis   3999 Euro

Markus Greber Schöne Details: Innen verlegte Züge sind Standard, beim Bulls werden sie zusätzlich ummantelt, um Beschädigungen der sensiblen Stromkabel aus-zuschließen. 

Markus Greber Dickmacher: Die Jumbo Jim von Schwalbe in üppiger 4,0er-Dimension geben dem Bulls Monster ES seine unverwechselbare Optik.

Markus Greber Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe EMTB 2/2016 können Sie in der EMTB App ( iTunes  und  Google Play ) lesen oder die Ausgabe im  DK-Shop nachbestellen .

Themen: BullsEMTBFatbikesMonsterTest


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