E-MTB-Duell: All-Mountain vs. Enduro E-MTB-Duell: All-Mountain vs. Enduro E-MTB-Duell: All-Mountain vs. Enduro

E-MTB Konzeptvergleich: All Mountain gegen Enduro

E-MTB-Duell: All-Mountain vs. Enduro

  • Tobias Brehler
 • Publiziert vor 6 Jahren

Ist ein Enduro der bessere Allrounder, wenn ein Motor das Mehrgewicht kompensiert? Oder macht die abfahrtslastigere Geometrie dem Enduro einen Strich durch die Rechnung? Zwei E-MTBs von Cube im Duell.

In EMTB 2/16 konnten die Enduros mit ihren guten Klettereigenschaften beeindrucken. Da der Antrieb das Mehrgewicht und die schlechteren Rolleigenschaften der Reifen kompensiert, stellten wir uns die Frage: Welches E-MTB ist denn nun der bessere Allrounder? All-Mountain oder Enduro. Um dies zu klären, ließen wir das Cube Stereo Hybrid 140 ( getestet in EMTB 1/16 ) gegen seinen größeren Bruder, das Stereo Hybrid 160 (getestet in EMTB 2/16), zum Konzeptvergleich antreten.

Zuerst werfen wir einen Blick auf die harten Fakten: Das Cube Stereo Hybrid 140 kostet 5499 Euro – damit 100 Euro weniger als das Stereo Hybrid 160. Auch beim Gewicht hat das All-Mountain-Bike die Nase vorn: Mit 21,7 Kilogramm ist das 140er Stereo 700 Gramm leichter als das Enduro. Dieser Gewichtsnachteil lässt sich auf den massiveren Vorderreifen, die stärkeren Bremsen und die langhubigeren Federelemente zurückführen. Auch die Umlenkwippe fällt etwas länger und somit schwerer aus, um zwei Zentimeter mehr Federweg bereit zu stellen.

Markus Greber Das Cube Stereo Hybrid 160 verfügt über mehr Federweg und eine solidere Ausstattung als sein kleinerer Bruder.

Markus Greber Auch wenn das Cube Stereo Hybrid 140 nur 700 Gramm leichter als die Enduro-Version ist, verleiht die Ausstattung dem Bike einen sportlicheren Charakter.

Die Geometrien der beiden E-Bikes ähneln sich sehr: Beide Bikes (Rahmengröße M) verfügen über einen eher kurzen Reach. So beträgt dieser beim Enduro nur 412 Millimeter, beim All Mountain sogar nur 409 Millimeter. Den etwas kürzeren Reach am Stereo Hybrid 140 gleicht ein etwas längerer Vorbau aus. Die Kettenstreben fallen an beiden Modellen lang aus – das sorgt zwar für gute Klettereigenschaften, macht die Bike aber behäbig auf technischen Trails. Der Sitzwinkel beträgt bei beiden Rädern 73,3 Grad und hilft ebenfalls beim Klettern. Der Lenkwinkel fällt beim Enduro mit 66,3 Grad flacher als beim All Mountain (67,0 Grad) aus und sorgt so für mehr Laufruhe.

Bergauf

Da sich die beiden Bikes so sehr ähneln, entscheiden die Details über Sieg oder Niederlage in den einzelnen Kategorien. Im Anstieg schiebt in beiden Bikes der erprobte Bosch Performance CX-Antrieb mit 500 Wh-Akku und sorgt mit der angenehmen Sitzposition für ausgewogene Uphill-Eigenschaften. Wie beschrieben fallen die Kettenstreben recht lang, dafür klebt selbst in steilen Anstiegen das Vorderrad förmlich am Boden. Erst wenn es extrem steil wird, hat das Stereo Hybrid 140 die Nase vorn. Denn aufgrund des softeren Fahrwerks geht der Hinterbau des Stereo Hybrid 160 leichter in die Knie. Die Folge: Das Vorderrad wird leicht. Dieser Fall tritt jedoch erst dann ein, wenn alle unmotorisierten Biker längst schieben müssen. Fährt man hingegen auf einem sehr ruppigen Trail gen Gipfel, kommt das Stereo 160 Hybrid weiter, denn das weichere Fahrwerk sorgt für mehr Traktion.

E-MTB Konzeptvergleich: Cube All Moutain vs. Enduro

4 Bilder

Bergab

Neigt sich der Trail in Richtung Tal, hat die Stunde des Enduros geschlagen – könnte man meinen. Und tatsächlich: Der griffige Magic Mary am 160er-Stereo ist dem Hans Dampf am Stereo 140 um Welten überlegen. Auch die MT7-Bremsen von Magura, die am Enduro montiert sind, spielen in einer anderen Liga als die Shimano XT-Stopper am All Mountain. Diese beiden Anbauteile sorgen für deutlich mehr Sicherheit im Downhill. Beim Fahrwerk kommt das Stereo 140 mit Float 34-Gabel und Float-Dämpfer- Im Stereo 160 stecken Float 36-Gabel und Float X-Dämpfer, also bei beiden Bikes alles aus dem Hause Fox. Das massivere Fahrwerk am Enduro bietet spürbar mehr Reserven und Komfort, schluckt jedoch auch deutlich mehr Energie auf profilierten Trails. Der Unterschied fällt deshalb unerwartet gering aus, da der Lenkwinkel am Stereo 160 für ein Enduro etwas zu steil und der Rahmen etwas zu kurz geraten ist. So verschenkt das Stereo 160 unnötig Laufruhe und kann das Stereo 140 bergab nicht weit distanzieren.

Test-Fazit

Am Ende des Tages bewegen sich beide Cube-Testmodelle auf sehr hohem Niveau und bereiten viel Spaß beim Trail-Surfen. Einen klaren Gewinner möchten wir nicht küren, denn schlussendlich entscheidet der Einsatzbereich für das eine oder das andere Bike. So reicht das Stereo 140 Hybrid für Mittelgebirgstouren und relativ anspruchsvolle Trails. Mit stärkeren Bremsen und einem griffigeren Vorderreifen kann man dem All Mountain noch viel Potential entlocken. Das Cube Stereo 160 Hybrid richtet sich eher an Biker, die gerne lange und sehr anspruchsvolle Trails befahren oder einfach etwas mehr Komfort vorziehen.

Markus Greber Beides gute Bikes, der Einsatzbereich ist entscheidend.

Themen: CubeDuellE-All-MountainE-BikeEMTBEnduroTestVergleichstest


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