E-Mountainbike Vivax Optimo im Praxistest E-Mountainbike Vivax Optimo im Praxistest E-Mountainbike Vivax Optimo im Praxistest

E-MTB Einzeltest 2019: Vivax Optimo

E-Mountainbike Vivax Optimo im Praxistest

  • Markus Greber
 • Publiziert vor 2 Jahren

Es sieht aus wie ein normales Hardtail, doch im Sitz­­rohr versteckt sich ein fleißiger Helfer: Der Antrieb im Vivax Optimo liefert Hilfe, wenn sie benötigt wird.

Keine klobige Optik, und beim Verstauen im Auto haut’s einem nicht die Bandscheiben raus – schon allein deshalb findet der Vivax-Antrieb seine Fan-Gemeinde. Die Antriebseinheit, bestehend aus Motor, Getriebe und Freilauf, versteckt sich im Sitzrohr. Über sogenannte Kegelräder wird die Kraft von oben auf das Innenlager übertragen. Die elektronische Steuerung findet in der Sattelstütze Platz und nimmt über Funk die Signale von der Bedien­einheit am Lenker an. Der Akku sitzt in einer kleinen Satteltasche. Das System wiegt nur knapp unter zwei Kilo! Soweit die Technik des Vivax-Antriebs.

Zum Test rollte das Bike-Modell Optimo, das hauseigene Hardtail des Motorenher­stellers, in die Redaktion. Dessen Geometrie – so viel vorweg – behagte uns nicht. So ist der Lenkwinkel mit 72 Grad einfach viel zu steil, das Bike wirkt dadurch extrem nervös. Doch angesichts der Tatsache, dass der Vivax-Motor ohnehin zumeist nachgerüstet wird, konzentrieren wir uns im Folgenden auf den Antrieb. Das Konzept zielt nicht auf den Dauereinsatz, sondern der Motor möchte nur bei Bedarf zugeschaltet werden. Drei Unterstützungs­stufen stehen zur Verfügung, die auf Knopfdruck vom Lenker aus geschaltet werden. Trotz geringem Gewicht und "nur" 200 Watt Leistung unterstützt der Vivax in der höchsten Stufe ordentlich. Auch der Mini-Akku scheint von hoher Qualität. Erst bei 1102 Höhenmetern geht ihm auf dem Prüfstand die Puste aus.

Apropos ausgehen, und damit kommen wir zum Schwachpunkt des Systems: Wenn der Antrieb eingeschaltet ist, hat das System keinen Freilauf – vom Einsatz auf Bergauf-Trails muss man daher abraten. Auch sollte der Antrieb abgeschaltet werden, bevor man aufhört zu treten. Ansonsten gibt es einen kleinen Ruck, was auf die Lebensdauer des Getriebes geht.

Fazit zum Vivax Optimo

Ihnen fehlt auf langen Schotteranstiegen die letzte Puste? Dann sind Sie ein möglicher Kandidat für den Vivax-Antrieb. Biker, die einen E-Antrieb aktiv im Gelände nutzen, greifen zu konventionellen Systemen.


PLUS   Leichtes Gewicht, schlanke Optik, nachrüstbar
MINUS   Bedienlogik, keine dauerhafte Unterstützung

Hersteller Versteckt im Sattelrohr wirkt der Vivax-Antrieb direkt auf die Tretkurbel. Mit knappen zwei Kilo ist das System ein Leichtgewicht. Den Antrieb gibt´s auch zum Nachrüsten, Voraussetzung ist ein gerades Sattelrohr.

Markus Greber Unübersichtlich: Die Bedieneinheit am Vivax-Optimo-Lenker hat drei Knöpfe und eine Menge LEDs. Es dauert schon eine Weile, bis man die Logik erfasst hat. Positiv: Die Schalter funktionieren kabellos.


Technische Daten Vivax Optimo 27,5"


Reichhöhe   1102 hm
Zeit/500 hm4  41:06 min


Preis   5198 Euro


Antrieb
Motor
   Vivax Assist 4,75
Maximales Drehmoment
¹
    k. A.
Akku¹ / -Gewicht² / Preis Ersatz-Akku    Akku 9,0, 9 Ah, 1278 Gramm / 699 Euro
Schaltung   Shimano XT (2x11fach)
Übersetzung (v. /h. )   36/26; 11–40
Display / Größe   -


Ausstattung
Gabel 
 Rockshox Reba RL Solo Air
Federweg¹   100 mm
Sattelstütze / Ø   Vivax Alloy / 31,6 mm
Bremse / Disc Ø (vorne / hinten)   Shimano XT / 180 mm / 160 mm
Laufräder   Shimano XT-Naben; Alexrims EN 24-Felgen
Laufradgröße   27,5''
Reifen   Continental RaceKing, 27,5 x 2.2 Zoll


Messwerte²
Größen / Rahmenmaterial   42 / 45 / 48 / 51 cm /Aluminium
Gewicht   14,3 kg
Lenkerbreite   660 mm
Kurbellänge / Q-Faktor   175 mm / 178 mm
Reach / Stack   422 mm / 616 mm

EMTB Magazin Vivax Optimo

EMTB Magazin Vivax Optimo



¹Herstellerangabe
²Ermittelt an den Prüfständen im EMTB-Testlabor, Gewicht ohne Pedale.
³Das Urteil gibt den subjektiven Eindruck der Tester und die Ergebnisse der Reichhöhenmessung und der Labortests wieder.Die Bewertung ist immer im Verhältnis zur jeweiligen Kategorie (Hardtail, Tour/Trail, Enduro) zu verstehen. Das EMTB-Urteil ist preisunabhängig. EMTB-Urteile: super (ab 320 Punkte), sehr gut (ab 285 Punkte), gut (ab 250 Punkte), befriedigend (ab 215 Punkte), mit Schwächen (ab 180 Punkte), darunter ungenügend.
4Durchschnittswert aus dem Reichhöhentest über die gesamte Distanz.  


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