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Workshop: E-MTB-Reifen auf Tubeless umrüsten

Mit diesen Tricks rüsten Sie einfach auf Tubeless um

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 3 Monaten

Wer Wert auf Pannensicherheit, guten Rollwiderstand, maximalen Grip und Fahrkomfort legt, für den führt kein Weg an Schlauchlos­systemen vorbei.

Das brauchen Sie für die Umbau-Aktion:

Felgenband

Für Tubeless braucht es ein spezielles, gedichtetes Felgenband. Die gute Nachricht: Viele Hersteller verbauen solche Felgenbänder schon ab Werk. Sie sind entsprechend gekennzeichnet („tubeless ready“). Falls nicht vorhanden, nachrüsten!

Kennzeichnung Tubeless

Bild 1: Zur Montage zunächst das Felgenbett von Kleberesten reinigen (Alkohol), dann das neue Band faltenfrei und unter Zug einkleben . Man beginnt kurz vor dem Ventilloch und lässt das Band am Ende überlappen, sodass das Ventil doppelt überklebt wird. So dichtet’s besser ab.

Bild 2: Zuletzt noch mit einem kleinen Schraubendreher oder Messer das Loch für das Ventil durchstechen .

Bild 3: Tubeless-Ventil verbauen: Ventil einsetzen und mit der Rändelmutter fest mit der Felge verschrauben. Für den optimalen Sitz, das Ventil beim Festziehen zusätzlich von innen ins Felgenbett drücken. Achtung: Tubeless-Ventile können runde oder rechteckige Köpfe haben. Bei rechteckigem Kopf darauf achten, dass die lange Seite parallel zur Laufrichtung der Felge ausgerichtet ist, damit der Gummikopf des Ventils möglichst plan im Felgenbett liegt.

Bild 4: Reifen aufziehen, Dichtmilch einfüllen: Nun den Reifen unter Beachtung der Laufrichtung aufziehen (siehe Pfeil auf Reifenflanke), Ventileinsatz mit einem Ventildreher (siehe Bild 6) herausschrauben und die Milch mit einer Spritze oder einer kleinen Portionierungsflasche (häufig im Lieferumfang) durch das Ventil einfüllen. 60 Milliliter sollten es bei E-MTBs mindestens sein. Wer auf der sicheren Seite sein will, nimmt lieber 90 Milliliter. Den Ventileinsatz nun nicht wieder sofort einschrauben! Denn der Reifen muss erst so prall befüllt werden, dass er sich ins Felgenbett setzt (siehe Bild 5).

Bild 5: Reifen mit Druckluft aufpumpen: Am besten funktionieren spezielle Pumpen mit Druckluftreservoir oder Tubeless-Booster. Zuerst das Reservoir auf 8 bis 11 bar auf-pumpen, dann den Pumpkopf an das Tubeless-Ventil anschließen. Mit dem Umlegen eines Hebels entweicht die Luft schlagartig in den neuen Reifen und drückt die Flanken in das Felgenbett. Ein leichtes Ploppen oder Knallen ist ein gutes Zeichen und signalisiert, dass der Reifen sicher im Felgenbett sitzt.

Keine Tubeless-Pumpe zur Hand?

Alternativ kann zum Aufpumpen auch mit einem Kompressor gearbeitet werden. Dabei darauf achten, dass der auf Reifen und Felgen angegebene Maximaldruck nicht überschritten wird. Vom Aufpumpen mit einer normalen Standpumpe oder einer CO2-Kartusche raten wir eher ab. Beide Methoden funktionieren nur unzuverlässig und nur bei bestimmten Reifen-Felgen-Paarungen und sorgen ansonsten für viel Frust und eine Sauerei in der Werkstatt. Übrigens: Druckluftreservoire gibt es auch für normale Standpumpen zum Nachrüsten. Etwa von Schwalbe, Topeak oder Milkit (ab ca. 40 Euro).

Bild 6: Ventileinsatz einschrauben: Um den Reifen mit dem endgültigen Druck aufzupumpen, muss man erst wieder den Ventileinsatz einschrauben. Dafür nach dem Aufpumpen den Ventileinsatz bereitlegen, den Pumpkopf vom Ventil abziehen und zügig mit dem Finger das Austreten der Luft aus dem Reifen blockieren. Dann den Finger vom Ventil nehmen und den Einsatz zügig einschrauben. Zuletzt mit der Standpumpe den Reifen bis zum gewünschten Druck aufpumpen.

Bild 7: Sitz kontrollieren, schütteln: Für eine einwandfreie Funktion zuletzt noch den korrekten Sitz des Reifens kontrollieren. Dazu dient die Hilfslinie, die jeder Tubeless-Reifen auf der Flanke trägt. Sie sollte überall denselben Abstand zur Felge aufweisen. Dann achtert der Reifen nicht und sitzt korrekt im Felgenhorn. Gegebenenfalls nachhelfen, indem man den Luftdruck erhöht, bis der Reifen überall gleichmäßig sitzt. Achtung: Der Maximaldruck von Reifen und Felge sollte nicht überschritten werden. Zu guter Letzt das Laufrad noch quer zur Laufrichtung schütteln, sodass sich die Dichtmilch optimal im Reifen verteilt. So wird der Reifen vollständig dicht.

Hilfslinie auf der Reifenflanke

Die Alternativen

Der direkte Weg: Alternativ zur Spritze oder Flasche kann man die Dichtmilch auch direkt in den Reifen füllen. Dafür den Reifen nur halb-seitig aufziehen und die gewünschte Menge Dichtmilch direkt in den Reifen gießen. Das geht etwas schneller, macht aber oft mehr Dreck. Wir empfehlen daher die unter 4. besprochene Methode. Ist die Milch im Reifen, kann der Reifen vollständig aufgezogen und aufgepumpt werden.

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Themen: ReifenTubelessWorkshop


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