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Umweltfreundlich: Mit dem Zug ins E-MTB-Revier

Karwendel-Express: Mit der Bahn zum Berg

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 2 Monaten

Stressfreier? Schneller? Günstiger? Einfach mal das Auto stehen lassen und mit der Bahn zum Berg. EMTB im emissionsfreien Selbstversuch.

How to Öffi ...

Wer mit den Öffentlichen zur Tour anreist, schont nicht nur die Umwelt und den Geldbeutel, sondern auch Zeit und Nerven.

Eine gute Planung ist für den Erfolg einer Tour mit öffentlichen Verkehrsmitteln noch entscheidender, als wenn man mit dem Auto anreist. Sich für die Organisation etwas Zeit zu nehmen, ist also ratsam, insbesondere, wenn man die Verhältnisse vor Ort und in den Verkehrsmitteln noch nicht genau kennt. Unsere Empfehlung: so wenige Umstiege wie möglich, leichtes Gepäck und maximal zwei, besser nur eine Stunde Anfahrtszeit. Dafür ist auch die Auswahl der richtigen Tour wichtig. Kurze Touren in entlegenen Gebieten lassen sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum darstellen, beziehungsweise lohnen den Aufwand der Anreise nicht.

Besser man orientiert sich zunächst am Verkehr: Welche Ziele, die fürs Biken interessant sind, lassen sich schnell und praktisch erreichen? Von Köln geht’s beispielsweise ins Bergische Land, Frankfurter fahren günstig in den Odenwald oder den Taunus, der Harz liegt nah an Hannover, und von Dresden erreicht man schnell die Sächsische Schweiz. Manchmal hilft neben den üblichen Routenplanern auch eine Streckenkarte der örtlichen Verkehrsgesellschaft weiter. Sind einige gut erreichbare Ausgangspunkte gefunden, kann man sich an die eigentliche Touren-Planung wagen und so entscheiden, welches Ziel man ansteuern will.

Der große Vorteil der öffentlichen Verkehrsmittel: Wer sich an den Nahverkehr hält, kommt gerade mit den Ländertickets sehr günstig davon. Selbst, wenn man fürs Fahrrad noch zusätzlich eine Tageskarte lösen muss. Außerdem sind auf diese Weise Touren von A nach B möglich, da man nicht zum Auto zurückkehren muss. Das Beste aber: Nach der Tour wird man sich nicht mit all den anderen Wochenendausflüglern zurück in die Stadt stauen.

Robert Niedring Bike-Trip mit der Bahn: stressfreie Alternative zum Auto

Die Bahn

Weil die Bahn schnell große Strecken zurücklegt und der Bike-Transport in Regionalzügen oft unkompliziert ist, ist sie die erste Wahl für Tagestrips mit dem E-MTB. Nur muss der Akku im Bike bleiben, sonst gilt er als Gefahrgut. Fallstricke gibt es aber auch. Nahe Großstädten ist die Mitnahme von Rädern zu Stoßzeiten häufig verboten, Stellplätze in Regionalzügen lassen sich nicht reservieren. Wenn es besonders voll ist, muss man also den nächsten Zug abwarten. Vorsicht bei Reisen in Fernzügen: Hier sind Fahrradstellplätze immer reservierungspflichtig, und die Bikes müssen oft an Wandhaltern hochkant verstaut werden. Mit breiten Reifen und hohem Gewicht keine leichte Aufgabe. Passt das Bike nicht in die Halterung, kann der Schaffner die Beförderung verweigern.

Der Bus

Busse sind fürs E-MTB nur die zweite Wahl. Denn weil viele Fernbusse die Bikes auf Heckträgern transportieren, gilt ein Gewichts-Limit von 20 Kilogramm. Davon sind auch Flix- und Sonderbusse, wie etwa der Bergbus des DAVs betroffen. Eine Ausnahme stellen die Schweizer Postautos dar, die immerhin zwei E-Bikes pro Heckträger transportieren können. In regionalen Bussen ist der Bike-Transport teilweise möglich, aber wegen der geringeren Reisegeschwindigkeit weniger interessant.

FAZIT von Adrian Kaether, EMTB Magazin

Experiment geglückt! Der Transport von E-MTBs ist in Regionalzügen recht unkompliziert. Einsteigen, reinstellen, abfahren. Außerdem ist die Anreise per Bahn günstig und umweltfreundlich. Und am Ende der Tour muss auch keiner mehr den PKW nach Hause steuern. Die verbreiteten Wandhalterungen sind jedoch nach wie vor nicht mit breiten Reifen kompatibel und können speziell auf Fernreisen zum Problem werden. Der Bus ist aufgrund des Gewichts-Limits für E-MTBs keine Option.

Privatfoto Adrian Kaether, EMTB-Magazin

Die Tour

München – Mittenwald – Karwendelhaus – Lenggries – München (95 km – 1600 hm – Dauer mit Reisezeit: 12 h – Akku: 700 Wh)

Von Mittenwald aus, das von München per direkter Zugverbindung erreichbar ist, geht’s durch den Riedboden leicht bergan nach Scharnitz. Von hier schraubt sich bald die Schotterstraße auf knapp 18 km bis zum Karwendelhaus hinauf (Einkehr- und Ladestation). Dann über den Hochalmsattel zum Kleinen Ahornboden hinunter. Die große Schmelzwasserfurt ist der tiefste Punkt, von dort teils steil wieder hoch bis zur Falkenhütte (Einkehr- und Ladestation). Anschließend durchs Johannistal abfahren und dem Rißtal zur Einmündung in die Isar folgen. Jetzt entweder an der Isar entlang zurück nach Mittenwald oder weiter nach Lenggries, das ebenfalls per Direktverbindung an München angebunden ist. Die Bahn-Tickets für drei Personen samt Bikes kos­ten zusammen 59 Euro, bei mehr Reisenden wird’s noch günstiger. Wer mit 700 Wh klarkommen will, sollte in stromsparenden U-Stufen fahren oder auf dem Karwendelhaus oder der Falkenhütte zwischenladen.

Karwendel-Express: Mit der Bahn zum Berg

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Themen: NachhaltigkeitÖkologischUmweltschutzZug


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