Schweiz: EMTB-Supertrail bei St. Moritz

Schweizer Panorama: EMTB-Supertrail Trais Fluors

  • Sebastian Brust
 • Publiziert vor 4 Jahren

Bescheidenheit ist in St. Moritz nicht erwünscht – Top of the world will das Jet-Set-Mekka genannt werden. Auch die Abfahrt vom Piz Nair sprengt die Superlative. Hier die GPS-Daten.

Der Uphill ist heute wieder ganz besonders flowig. Während wir auf der Klappbank der Gondel lümmeln, werden wir in wenigen Minuten zum Logenplatz in einem der großartigsten Theater der Alpen gehievt. Vorbei an der legendären, scheinbar senkrechten Startrampe der Ski WM-Abfahrt vor einigen Wochen, hoch zur Gipfelstation des Piz Nairs auf 3056 Metern. Tief unter uns wabert die "Maloja-Schlange", wie die Einheimischen den Nebelschleier nennen, der sich oft bis zum späten Vormittag über das Oberengadin zieht. Nur stellenweise gibt dieses Naturschauspiel den Blick auf den Silvaplanasee frei, auf dem sich die Kitesurfer den thermischen Fallwind vom Malojapass zunutze machen. Oben angekommen, wird auch dem letzten Zweifler klar, warum die Königs-Tour von St. Moritz genau hier beginnen muss: Im Süden der Piz Bernina, im Wes­ten Monte Rosa und Matterhorn, im Norden der Großvenediger und im Osten König Ortler, Marmolada und Adamello-Gletscher. Kurz: einer der gewaltigsten Panorama-Rundumblicke der Alpen.



Die GPS-Daten des Supertrails "Trais Fluors" finden Sie unten im Download-Bereich.


Genauso gewaltig ist das, was jetzt folgt: Los geht’s auf hochalpiner Highspeed-Schotterpis­te in nordwestlicher Richtung – während man sich hier gemütlich einrollt, kann man sich schon mal mental auf den nächsten Abschnitt durchs Valletta Schlattein vorbereiten. Der schmale Singletrail, der immer wieder den einfacherern Hauptweg kreuzt, hat es nämlich in sich. Immer wieder bremsen lose Schotterwacken den Fahrfluss und gieren nach Pedalkontakt, der dann unweigerlich in Körperkontakt mit denselben endet.

Spätestens ab dem Stausee Lej Alv, der nächsten Passage der Tour, wird klar, warum diese Tour wie geschnitzt fürs E-MTBs ist. Die  folgenden 200 Höhenmeter geht es derart steil und technisch verblockt bergauf, dass selbst gut trainierte Normal-Biker hier schieben. Mit dem E-MTB jedoch kann man bis zur Bergstation des Trais-Fluors-Sessellifts schön an seiner Uphill-Technik feilen.

Panorama vom Bergrestaurant Piz Nair: Rundumblick übers Oberengadin mit dem einzigen 4000er der Ostalpen, dem Piz Bernina.

Trais Fluors heißt auf Deutsch Drei Blumen und beschreibt die markanten Zinnen einer Felsformation. Direkt darunter, an der Bergstation des gleichnamigen Sessellifts vorbei, queren wir jetzt ein Feld mit riesigen Felsbrocken, durch den die Bike-freundliche Gemeinde einen Weg geschlagen hat. Die Querung – mit guter Fahrtechnik und ein bisschen Glück durchgängig fahrbar – ist die letzte Hürde vor einem zwölf Kilometer langen Sinkflug über gut 1000 Höhenmeter. Die Abfahrt darf sich zurecht eine der schönsten der Alpen nennen. Los geht’s im Zickzack auf dem sanft gewölbten Geröllhang unterhalb der Trais Fluors. Feinfühlige Bremsarbeit ist hier gefordert, denn die feinen Kiesel wirken wir Kugellager unter den Reifen und bieten kaum Traktion. Bald zieht der Trail jedoch nach links entlang der Begflanke unterhalb des Piz Padellas. Teils fürs Mountainbike gebaut, teils natürlich belassen, surft man hier über endlose Kehren talwärts. Das Gefälle ist so perfekt gewählt, dass man hier weder bremsen noch treten muss. Bevor es in die letzte Sektion der Tour geht, kann man sich auf der Alp Muntatsch mit selbst gemachten Spezialitäten stärken. 30 Meter nach der Hütte beginnt das letzte Highlight des Tages: der Sahne-Singletrail durch die Wälder über Samedan. Der Pfad mäandert mal steil und verblockt, mal sanft fließend, immer aber gut fahrbar auf weichem Waldboden durch einen wilden Märchenwald. Kurz nach den ersten Stationen eines Fitness-Parcours oberhalb von Bever geht der Trail dann in einen Asphaltweg über. Wir queren das Tal, machen noch Station im Restaurant "Piste 21" am Campingplatz Gravatscha und rollen dann auf schmalen Wegen zurück zur Talstation der St. Moritzer Kabelbahn, dem Ausgangspunkt unserer Tour.

Spaßige Trail-Abfahrt mit der Trais-Fluors-Felsformationim Rücken  

Hier die Übersichtskarte zum Trais-Fluors-Supertrail überhalb von St. Moritz.

Schlagwörter: EMTB 1/2017 GPS-Daten St. Moritz Supertrail

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