Seite 1: Richtige Fahrtechnik mit dem E-Mountainbike

15 Tipps für E-MTB-Einsteiger und -Könner

  • Stefan Schlie
 • Publiziert vor einem Jahr

Bremsen, anfahren, Wheelie – aber das alles bergauf! Die neuen Möglichkeiten der E-MTBs erfordern eine spezielle Fahrtechnik. EMTB-Experte Stefan Schlie verrät seine 15 hilfreichsten Kniffe.


Wer Mountainbike-Erfahrung hat, ist klar im Vorteil. Trotzdem gibt es auch für erfahrene Piloten beim E-Biken viel zu lernen. Vor allem in steilen Uphills. Das sind die Top-15-Tricks von Profi-Trialer und EMTB-Fahrtechnikexperte Stefan Schlie:

1. Richtige Gangwahl

Für möglichst große Reichhöhe verlangen die meisten Motoren eher hohe Trittfrequenzen. Im technischen Gelände lohnt es sich aber oft, mal einen oder zwei Gänge höher zu schalten. Gerade auf Schotter, wo das Hinterrad gerne mal Traktion verliert, wühlt man sich mit einem dickeren Gang besser durch.

1. Richtige Gangwahl

2. Schräge Anfahrt

Wer bergauf im steilen Gelände stecken bleibt, hat schlechte Karten. Oder er hat die richtige Anfahrtechnik. Schritt eins: Nie in der Falllinie losfahren, sonst dreht das Hinterrad gnadenlos durch. Immer schräg zur Fahrtrichtung losfahren. Punkt zwei: Bremse ziehen, zweiten Fuß aufs Pedal und dann erst starten. Das erfordert zwar etwas Balance, aber nur so lässt sich der volle Druck aufs Hinterrad bringen.

2. Schräge Anfahrt

3. Schieben auf dem Hinterrad

Sieht spektakulärer aus, als es ist: das Bike auf dem Hinterrad bergab schieben. Diese Technik eignet sich an steilen Engpässen bergab, die zu schmal sind, um das Bike neben sich herzuschieben. Einfach Hinterradbremse ziehen, und das Gerät beherzt aufs Hinterrad lupfen. Dosiert wird die Kletterei mit der Bremse, und das Bike wirkt sogar noch wie eine zusätzliche Stütze.

3. Schieben auf dem Hinterrad

4. Richtig tragen

Irgendwann trifft es jeden, und das Bike muss auf den Rücken. Nicht zuletzt, da die meisten E-MTBs deutlich über 20 Kilo wiegen, ist die richtige Tragetechnik entscheidend. Aber mit dieser Technik wird die Plackerei erträglich: tiefgehen, Bike an Kurbel und Gabel packen und über die Schulter hieven. Der Motor sollte am Rucksack aufliegen.

4. Richtig tragen

5. In die Kurve drücken

Egal, ob langsam oder schnell, die Drücktechnik kommt zum Einsatz, sobald man die befestigte Straße verlässt. Man drückt das Bike unter sich ins Kurveninnere, der Körperschwerpunkt bleibt außen. Die Position passt, wenn man den (tief eingestellten) Sattel am kurveninneren Oberschenkel spürt.

5. In die Kurve drücken

6. Akku-Handling auf Tour

Das Szenario des Schreckens spielt sich in den Alpen ab, seit mit E-MTBs lange Berg-Touren möglich sind. Man hat für alles gesorgt, der Reserve-Akku wartet vollgeladen im Rucksack. Doch leider liegt der Akku-Schlüssel tief unten im Tal im Auto. Dieser kleine Schlüssel entscheidet leider oft über einen guten oder einen schlechten Bike-Tag. Also: Schlüssel am besten am Bike in der Satteltasche aufbewahren. Auch das Akku-Handling auf Tour ist ein heikles Thema. Die Reserve-Akkus sind schwer, ungesichert im Rucksack können sie bei Stürzen zu ernsten Verletzungen führen. Am besten man transportiert sie in speziell gesicherten Rucksäcken. In klassischen Bike-Rucksäcken sollte man die Batterien ganz unten lagern und gut mit Klamotten polstern. Das bringt den Schwerpunkt nach unten und schützt den Rücken bei Stürzen.

6. Akku-Handling auf Tour

7. Besser Schieben

Die neuen Schiebehilfen machen einem das Leben leicht. Aber was, wenn das unbelastete Hinterrad unkontrolliert durchdreht? Ganz einfach, man lehnt sich während des Schiebens einfach mit vollem Gewicht auf den Sattel.

7. Besser Schieben

8. Hindernis überwinden

Ein kleines Hindernis liegt in einem Uphill-Trail quer. Hier heißt es: leicht machen! Dazu kurz aus dem Sattel gehen, um das Bike über die Wurzel zu lupfen. Am besten man beschleunigt vorher etwas, um genügend Schwung zu haben.

8. Hindernis überwinden

9. Aufsetzer vermeiden

Hindernisse, die sich einem bergauf in den Weg stellen, begegnet man am besten mit der Tippeltechnik: an der kritischen Stelle ein paar Mal vor und zurück mit den Kurbeln. Das erhält den Vortrieb und vermeidet Aufsetzer.

9. Aufsetzer vermeiden

10. Luftdruck checken

So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Weniger Druck im Reifen verbessert die Traktion und den Fahrkomfort. Je breiter der Reifen, desto weniger Druck verträgt er. Faustregel im Gelände: Mehr als zwei Bar braucht niemand.

10. Luftdruck checken

11. Blick in Fahrtrichtung

Gilt eigentlich für alle Fahrsituationen, egal ob bergauf oder bergab: Möglichst weit nach vorne blicken und die Linie scannen. Für alles, was sich direkt vor dem Vorderrad abspielt, ist es ohnehin schon zu spät.

11. Blick in Fahrtrichtung

12. Immer bremsbereit

Gilt beim E-MTB auch bergauf: Mit der Bremse dosiert man die Motor-Power. Das Bike lässt sich damit viel besser kontrollieren. Also: Ein Finger liegt immer bremsbereit am Hebel.

12. Immer bremsbereit sein

13. Enge Kehren

Keine Angst vor Serpen- tinen – das Hinterrad kann man mit dem schweren E-MTB genauso gut versetzen wie mit dem klassischen Bike. Man braucht nur etwas mehr Nachdruck und genügend Schwung.

13. Enge Kehren

14. Hinterrad belasten

Mit dem E-MTB bewältigt man steilste Anstiege. Grenzen setzt die Traktion. Vor allem auf Schotter muss man das Hinterrad so weit belasten, bis das Vorderrad fast in die Luft steigt. Dazu die Sattelstütze ein bis drei Zentimeter versenken.

14. Hinterrad belasten

15. Steile Rampe

Kurze, steile Anstiege wie hier am Gardasee sind das Salz in der Suppe auf dem E-MTB. Auf harten Untergründen, auf denen man genügend Traktion hat, kann man schier unglaubliche Steigungen bewältigen. Das A und O ist die Gewichtsverlagerung nach vorne, damit das Vorderrad nicht steigt. Also ganz nach vorne rutschen und gegebenenfalls sogar etwas aus dem Sattel gehen.

15. Steile Rampe


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    Interview mit EMTB-Fahrtechnikexperte Stefan Schlie

Themen: EMTBE-MTBFahrtechnik


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