E-MTB-Hüttentour: Monti Lessini - Piccole Dolomiti

Hüttentouren-Serie, Teil 2: Refugio Scalorbi

  • Ralf Glaser
 • Publiziert vor 3 Monaten

In den „kleinen Dolomiten“ südlich von Rovereto wartet eine der längsten Trail-Passagen der Alpen. Doch Vorsicht: Auch mit E-Antrieb gibt es für Biker auf den alten Militärwegen nichts geschenkt!

Mit einem letzten Zucken schiebt mich der Motor auf die Terrasse des Rifugios Scalorbi, dann stirbt auch der letzte Balken der Batterieanzeige. Null Prozent bei zwei Batterien, das nennt man wohl ein "gutes Timing". Die rustikale Berghütte aus nackt gemauertem Naturstein mit ihren winzigen Fenstern und dem rauchenden Kamin verspricht pure Gemütlichkeit. Schon, weil der Wind hier oben auf knapp 1800 Metern jetzt deutlich zu schneiden beginnt. Trotzdem bewundern wir noch eine Weile das Schauspiel, das die untergehende Sonne auf das Hochgebirge zaubert. Rechts, steil über uns, leuchtet die Gipfelpyramide der Cima Carega im Abendlicht. Der Zickzack des Militärwegs, der uns morgen dort hinaufführen wird, ist im Schlagschatten des Berges kaum noch zu erkennen. Weit deutlicher zeichnet sich gen Westen die Hochfläche der Monti Lessini ab. Die haben wir vorhin noch überquert.

Acht Jahre ist es her, dass ich zum letzten Mal hier war. Damals noch stromlos, klar. Umso mehr ist mir diese Etappe in lebhafter Erinnerung geblieben. Vor allem der erste Anstieg. In einem einzigen, jähen Aufschwung schraubt sich die geteerte Strada Provinciale 211 aus dem Etschtal nach oben. Die Steigung ist von Anfang an gnadenlos. Und jedesmal, wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt noch ein Steigungsprozent daher. Selbst mit dem E-MTB gebietet ein solches Monster von Straße Respekt. Im Eco-Modus zu pedalieren, ist hier keine Option. Müssen wir zum Glück auch nicht, denn neben den Klamotten für eine Hüttenübernachtung und Proviant, hat sich jeder von uns noch eine Zusatzbatterie in den Rucksack gestopft. 1000 Wattstunden pro Nase also. Damit lässt es sich aasen.

Und immer, wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt doch noch ein Steigungs­prozent daher. Am ersten Tag schmelzen 1000 Wattstunden schnell dahin.

Doch natürlich bedingt das Zusatzgewicht auch einen erhöhten Stromverbrauch – vom erhöhten Druck aufs Sitzfleisch mal ganz abgesehen. Und trotzdem fühlt sich der Anstieg mit dieser Ausrüstung weit entspannter an als in meiner Erinnerung. Oben quert eine breite, geschotterte Straße die Hochfläche der Monti Lessini, zehn Kilometer lang. Normalerweise überblickt man von hier oben die weite Po-Ebene, doch uns umgibt heute ein Meer aus Zirrenwolken – die typische Herbstinversion. Klar zeichnet sich am Horizont die Kette des Apennin ab. Bizarrer, wie Pfannkuchen geschichteter Kalkfels säumt unseren Weg.


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E-MTB-Hüttentour: Monti Lessini - Piccole Dolomiti

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In den "kleinen Dolomiten" südlich von Rovereto wartet eine der längsten Trail-Passagen der Alpen. Doch Vorsicht: Auch mit E-Antrieb gibt es auf den alten Militärwegen nichts geschenkt!


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Schlagwörter: EMTB Hüttentour Monti Lessini Piccole Dolomiti Refugio Scalorbi

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