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E-MTB-Hüttentour: Albergo Briol am Ritten

Hüttentouren-Serie, Teil 1: Albergo Briol

  • Sissi Pärsch
 • Publiziert vor einem Jahr

Der Ritten ist der womöglich schönste Aussichtsberg Südtirols – und die 1928 erbaute Hütte Albergo Briol der schönste Platz an seinen Hängen. Hier scheint es, als sei die Zeit stehen geblieben.

Fast schon nackt präsentiert er sich, speziell obenrum. Der Ritten, Bozens Hausberg, ist nicht sehr dicht bewaldet. Weite, offene Almwiesen breiten sich aus zwischen Oberbozen und der Barbianer Alm – und geben die Aussicht frei auf alles, was die Bergwelt ringsum zu bieten hat. Und das kann sich sehen lassen: Schlern und Sellastock, Lang-,
Platt- und Peitlerkofel, Geißlerspitzen, Rosengarten und Latemar – die Kronjuwelen der Dolomiten. Dazu im Süden die Brenta-Gipfel, im Osten der Großglockner und im Norden die Stubaier Alpen. Zwischen die schroffen Dolomitenfelsen haben sich brave Schäfchenwolken gekuschelt, als wir den finalen Anstieg zum Rittner-Horn-Gipfel in Angriff nehmen. Das Gras ist hoch und strohig, weiß ausgebleicht vom langen, heißen Sommer. Valentin hat den Ritten schon unzählige Male befahren, von vorne und von hinten. Vorne liegt seine Heimatstadt Bozen. Dort führt er mitten im Zentrum sein Gasthaus Fink. Hinten liegt die Albergo Briol, das Refugium seiner Mutter Johanna und der Ort, an dem er die Sommer seiner Kindheit verbracht hat. Wir befinden uns mehr oder weniger dazwischen.

Kein WLAN, keine Hüttenparty: Den Blick auf den Schlern kann man von der Briol-Hütte aus in aller Ruhe genießen.

Zum Start haben wir uns von Bozen erst einmal von der Seilbahn knapp 1000 Höhenmeter hochtragen lassen. Im Vier-Minuten-Takt gondeln hier die Kabinen hinauf, lassen die letzten Häuser der Stadt unter sich, die Weinberge am Fuße des Rittens und die Erdpyramiden – "die höchsten und formschönsten in ganz Europa", wie man uns versichert – bis auf das Hochplateau von Oberbozen. Von hier zum Horn auf 2260 Metern Höhe bleiben uns noch 1200 Höhenmeter über einen breiten, weiten Berg­rücken, über den sich heute mit der Sonne auch die Südtiroler Gelassenheit gelegt hat.

Es ist überraschend wenig los. Die meisten Wanderer wählen die gemächlichste Art der Gipfeleroberung und kommen über Klobenstein mit der Bahn auf die Schwarzseespitze auf 2071 Meter. Keine 200 Höhenmeter haben sie dann noch auf das Horn, und die Steigung ist sanft. Da bleibt offensichtlich noch ausreichend Puste, um uns den ein oder anderen E-Kommentar zuzuwerfen. Uns reißt es ein wenig aus der bisher angenehm ruhigen Fahrt. Verwundert nehmen wir wahr, dass der Motor am Bike noch immer Reaktionen hervorruft. Einige erkundigen sich neugierig interessiert, andere klopfen vorlaute Fitness-Sprüche. Valentin schmunzelt und runzelt die Stirn, ganz Südtiroler Souveränität.



Briol-Tour: 59,4 km  I  bergauf 2036 hm  I  bergab 2956 tm


2 Tagesetappen
Etappe 1: 25,4 km / 1149 hm  I  Etappe 2: 34 km / 887 hm

Routenplanung: Von Briol geht es über die Huberspitze erst bergauf, dann in einer zwölf Kilometer langen Abfahrt über den 9er Weg bis ins Eisack-Tal hinunter und auf dem Radweg zurück nach Bozen.


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Hüttentouren-Serie, Teil 1: Albergo Briol

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Der Ritten ist der womöglich schönste Aussichtsberg Südtirols – und die 1928 erbaute Albergo Briol der schönste Platz an seinen Hängen. Hier scheint es, als sei die Zeit stehen geblieben.


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