Thok Neuheiten 2020: Mig 2.0 und TK01 Enduro

Edel-Enduro-Konzept aus Italien und Update für das Mig

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 6 Monaten

Bisher war Thok vor allem für das eigenständige, halbintegrierte Akku-Konzept bekannt. Jetzt stellen die Italiener ihr erstes Bike mit integriertem Akku vor. Plus: Ein großes Update für das Thok Mig.

Der italienische E-Bike Spezialist Thok war immer schon ein Garant für gute Preis-Leistung und durchdachte, individuelle Lösungen. Das Markenzeichen: Der unter dem Unterrohr angebrachte Akku. Gut für einen tiefen Schwerpunkt und damit ein stabiles Handling. Eine separate Abdeckung schützt den Akku vor Beschädigung.
Nun zeigt der Hersteller aus Alba sein erstes Bike mit integriertem Akku: Vorhang auf für das Thok TK01, ein Enduro mit Alu-Rahmen das mit einer auf 35 Exemplare limitierten Stückzahl fast noch Konzept-Status hat. Motocross-Laufradmix mit 29 Zoll Vorderrad und kleinerem 27,5 Zoll Hinterrad, 170 Millimeter Federweg im Heck gepaart mit einer Öhlins-Gabel mit 180 Millimetern Federweg. In der Mitte werkelt der Shimano E8000 Antrieb, angetrieben von einem 630 Wattstunden Simplo-Akku.

180/170 Millimeter Federweg, Steps E8000 Antrieb, 630 Wattstunden-Akku, Motocross-Laufradmix. Das TK01 bringt alles mit, was ein echtes Enduro braucht.


Die Geometrie des neuen Superenduros wirkt durchdacht aber nicht extrem: 64,5er-Lenkwinkel, 464 Millimeter Reach bei Größe L, 453 Millimeter lange Kettenstreben. Für ausreichend Laufruhe sollte damit auf jeden Fall gesorgt sein. Und bei Bedarf bringen die Shimano-Saint Vierkolbenbremsen aus dem Downhill-Regal und die starken Maxxis Assegai Reifen vorne wie hinten das Geschoss auch wieder zum Stehen. Lob gibt’s auch in Sachen Ausstattungsdetails: Verstärkt pannensichere EXO+ Karkasse bei den Reifen und lange Variostützen. 150 Millimeter Drop gibt’s beim M-Rahmen, bei L und XL 170 Millimeter. Für 6990 Euro soll das Bike den Besitzer wechseln. Bei so einer kleinen Stückzahl ist aber wohl eine schnelle Entscheidung gefragt, wenn man ein Bike ergattern möchte. Doch keine Sorge: Nach dem Limited-Modell wird – voraussichtlich im Herbst – ein reguläres Thok TK01 mit ähnlichen Eckdaten folgen.

Das TK01 ist ganz klar auf versiertere Biker ausgerichtet. Dann aber sollte es jede Menge Abfahrtsspaß mitbringen.

Das Steuerrohr sieht nicht nur massiv aus: Gabelschaft und Steuersatz sind mit 1,8 Zoll am unteren Ende extrabreit – für mehr Steifigkeit.

Thok Mig 2.0 – Update für das Erfolgsmodell


Aber auch das Erfolgsmodell Mig bekommt als Mig 2.0 ein größeres Update, wenn man hier auch etwas genauer hinschauen muss: Geblieben sind der Alu-Rahmen und die typische, tiefliegende Akku-Konstruktion sowie der Shimano E7000 Antrieb und der 504 Wattstunden-Akku. Neu dagegen sind die Laufräder, die jetzt ebenfalls im Motorcross-Mix (29 Zoll / 27,5 Zoll) gehalten sind. Breite 27,5er-Walzen wie beim alten Modell sind damit bei Thok ebenfalls Geschichte. Stattdessen gibt es die gleichen, starken Maxxis Assegai Reifen vorne wie hinten in 2,6 Zoll Breite. Auch hier fiel wie beim größeren Bruder TK01 die Wahl auf die gute aber teure 3C Gummimischung mit EXO+ Karkasse. Gemessen am Preis und der sonstigen Ausstattung definitiv ein Highlight, das echten Mehrwert auf dem Trail bringt.

Das Thok Mig 2.0: 29 Zoll vorne, 27,5 Zoll hinten, Shimano E7000 Motor, 504 Wattstunden. Der Preis ist mit 3850 Euro ziemlich fair.

Anbauteile wie Lenker, Vorbau, Sattel und Laufräder kommen von Thok selbst. Die Guide T ist leider eine Schwachstelle des Bikes und hat unserer Erfahrung nach zu wenig Power für ein E-Bike.


Geblieben ist auch der Federweg. Nach wie vor werkeln 140 Millimeter im Heck und 150 Millimeter an der Front um den Fahrer sicher über Hindernisse zu tragen. Die Geometrie bleibt mit 66er-Lenkwinkel und 450er-Kettenstreben relativ unverändert, nur der Reach wuchs von 450 auf 456 Millimter in Rahmengröße L. Die besondere Stärke des Mig neben dem individuellen Akku-Konzept ist aber weiterhin das Preis-Leistungsverhältnis. Für 3850 Euro bekommt der Kunde ein solides Rockshox-Fahrwerk (Rockshox 35 RC/Rockshox Deluxe Select R), einen Shimano E7000 Antrieb mit passendem Display und Srams SX Eagle Zwölffach-Gruppe sowie hauseigene Anbauteile bei Lenker, Sattel, Vorbau, Laufrädern und Variostütze, die sich in der Vergangenheit schon bewährt haben. Nur die Guide T Bremse ist leider für ein E-MTB etwas schwachbrüstig.


Alle weiteren Infos zu den beiden Bikes auf der Website des Herstellers.

Ein Begleiter für echte Bergtouren. Wer lange unterwegs ist wird bei 504 Wattstunden allerdings einen zweiten Akku brauchen.

Die Geometrie ist erwachsen und ausgewogen. Gemeinsam mit den guten Reifen sollte da auch bergab nicht viel anbrennen.

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