EMTB Neuheiten: Vivax Libero All-Mountain-Fully

Fahrtest: Das Libero mit Vivax-Assist-Antrieb

  • Stephan Ottmar
 • Publiziert vor 4 Jahren

Bisher gab es den leichten Vivax-Antrieb nur als Nachrüst-Lösung. Nun ändert der Hersteller sein Konzept und baut eigene E-Bikes. Das Programm für 2017 umfasst ein Fully, ein Hardtail und ein Rennrad.

Die Funktionsweise des Vivax-Assist unterscheidet sich grundlegend von den klassischen Mittelmotor-Antrieben der Konkurrenz. Während bei Bosch, Yamaha oder Brose kurzzeitig Maximalleistungen von über 500 Watt an der Kette zerren, liefert der kleine Zusatzantrieb von Vivax Assist maximal 110 Watt am Hinterrad. Es handelt sich um eine reine Kletterhilfe. Der Vorteil: das E-Bike bleibt leicht und handlich, fährt sich wie ein unmotorisiertes Mountainbike und auch optisch ist der Antrieb kaum zu erkennen. Bei ausgeschaltetem Motor bremst kein innerer Tretwiderstand den Vorwärtsdrang.

Der Vivax Assist-Antrieb treibt über eine Verzahnung die Tretlagerwelle an und liefert bis zu 150 Watt Zusatzschub.

Je nach Bedarf aktiviert man den Motor per Daumendruck am Lenkerschalter und der Antrieb setzt surrend ein. Sein maximales Drehmoment liefert er bei 75 Kurbelumdrehungen pro Minute. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, denn der Fahrer ist gezwungen seine Trittfrequenz möglichst nahe an diesen Wert anpassen. Mit dem Zusatzschub erklimmt man steile Rampen deutlilch entspannter. 1,5 Stunden lang läuft der Akku mit dem 9-Amperestunden-Akku, eine 6Ah-Version ist ebenfalls erhältlich. Sobald der Fahrer mit dem Treten aussetzt, erlischt die Unterstützung und das Aggregat muss per Daumenklick erneut aktiviert werden. Damit eignet sich das System besonders für Fahrer, die nur eine geringe Zusatzunterstützung wünschen und einen Großteil der Tour ohne Antrieb bewältigen. Der Akku ist in der Satteltasche verstaut und lässt sich mit wenigen Handgriffen entfernen.

Bisher war der Vivax-Assist-Motor als reines Nachrüstsystem auf dem Markt. Er lässt sich in Bikes mit gerade auf das Tretlager  zulaufendem Sitzrohr nachrüsten. Ab 2016 rollen bei Vivax neuerdings Komplettbikes vom Band. Drei Bikes umfasst die Lieferpalette, ein Hardtail , ein Fully und ein Rennrad. Wir haben uns das All-Mountain-Fully Libero man genauer angesehen.

Das Libero von Vivax besitzt 150 Milllimeter Federweg und einen im Sitzrohr versteckten Vivax-Antrieb.

So fährt sich das Libero mit Vivax Assist-Antrieb

Noch vor dem Aufsitzen fällt die klassische Bike-Optik auf. Kein wuchtiger Kasten am Tretlager verrät den E-Antrieb und der kleine Akku hängt unauffällig in einer Tasche unter dem Sattel. Sie könnte etwas stabiler ausgeführt sein, der Reißverschluss öffnet sich bereits, wenn es im Gelände zur Sache geht. Beim Start in der Ebene bleibt die Unterstützung ausgeschaltet und das Bike fühlt sich handlich an, die 12,9 Kilo (Herstellerangabe) lassen sich leicht bewegen. Im Anstieg aktiviert man ddas System mit einem Druck auf den Daumenschalter. Begleitet von einem hochfrequenten, aber nicht störend lauten Surren hilft die Unterstützung beim Erklimmen der Steigung. Maximal 15 Newtonmeter liegen bei 75 Umdrehungen an. Zum Vergleich: ein Bosch CX-Antrieb liefert bis zu 75 Nm. Die Unterstützung wirkt etwas kräftiger als ein Bosch-Antrieb im Eco-Modus. Die Anpassung der Unterstützung erfolgt nun über den eingelegten Gang. Je kleiner der Gang, desto stärker hilft der Antrieb, entsprechend langsamer kommt man allerdings voran. Um den Antrieb zu stoppen, genügt ein kurzes Gegenhalten der Pedale oder ein erneuter Druck auf den Daumenschalter.

Das Vivax Libero All-Mountain-Fully besitzt eine klassische Rahmengeometrie mit 150 Millimetern Federweg am Hinterbau und ebenso an der Rock Shox Pike-Federgabel. Die voluminösen Continental Trail King in 27,5 Zoll bieten ordentlich Traktion. Ein Manko: weil die Elektronik in der Sattelstütze sitzt, lassen sich keine Teleskop-Sattelstützen montieren. Demnächst soll es aber auch dafür eine Lösung geben. Aber dafür bietet der Rahmen Platz für eine Trinkflasche.

Test-Fazit zum Vivax Libero

Das Konzept steht im krassen Gegensatz zu den marktbeherrschenden Mittelmotoren. Der Vivax Assist ist nicht gebaut, um bergauf Trails zu surfen, sondern um harten Anstiegen den Schrecken zu nehmen. Die Kundschaft dieses Systems dürfte vor allem daran interessiert sein, sich das Mountainbike im klassischen Sinn ein wenig zu erleichtern. Uphill-Flow sucht man hier vergeblich. Doch wer ein E-MTB sucht, das sich fährt wie ein klassisches Mountainbike und auch so aussieht, der ist hier genau richtig.

Das Optimo ist ein leichtes Hardtail mit 27,5-Zoll-Laufrädern. Es kostet 4998 Euro mit großem Akkupack.

Die Rennradversion mit Vivax-Antrieb heißt Viviax Passione CF Disc. Es gibt drei Modelle, ab 5749 Euro geht's los.

Themen: All MountainAntriebBoschE-BikeE-FullyEMTBE-MTBNeuheiten 2017Vivax


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