E-MTB-Neuheiten: Brake Force One ABS-Bremse

Bremsenmanufaktur bringt ABS fürs E-Bike

  • Tobias Brehler
 • Publiziert vor 4 Jahren

Brake Force One stellt mit der ABS-Bremse für E-Bikes ein System vor, das sowohl blockierende Reifen als auch Überschläge vermeiden können soll. Allerdings ist es nur mit der H2O-Bremse kompatibel.

Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten, die mit E-Bikes möglich sind, und den immer leistungsfähigeren Scheibenbremsen sieht Brake Force One gerade bei ungeübten Fahrern in einfacherem Terrain den Bedarf eines ABS-Systems. Dieses soll ähnlich wie beim Auto ein Blockieren der Räder vermeiden und zusätzlich Überschläge verhindern können.

Aufgrund eines neuen Funktionsprinzips konnte Brake Force One das System klein halten. Die Herzstücke des ABS-Systems sind zwei Aktuatoren, von denen am Ausstellungsbike auf der Eurobike einer an der Gabel sitzt und einer unter der linken Kettenstrebe. Mit einem Durchmesser von 32 Millimetern und einer Länge von 75 Millimetern können die beiden Aktuatoren aber zukünftig auch im Rahmen verschwinden. Das Gewicht beläuft sich pro Bremse auf 280 Gramm. Laut Brake Force One konnte der ABS-Aktuator nur deshalb so klein gehalten werden, da der hauseigene Bremskraftverstärker den erforderlichen Bremsdruck auf 25 Bar senkt. Somit kann das ABS-System nur mit der Brake Force One H2O-Bremse kombiniert werden. Die Stromversorgung erfolgt über den Bordakku des E-Bikes.

Das ABS-System für E-Bikes von Brake Force One in der Übersicht.

Laut Brake Force One basiert das Funktionsprinzip des Systems darauf, dass der ABS-Algorithmus nach Auswertung verschiedener Sensorsignale erkennt, ob eines der Räder zu blockieren droht oder ob das Hinterrad auf Grund eines überbremsten Vorderrades abhebt und damit ein Überschlag droht. In diesem Fall trennt der ABS-Aktuator die hydraulische Verbindung zwischen Bremsgriff und Bremssattel und regelt dann selbstständig den Bremsdruck. Angeblich arbeitet der Aktuator dabei so schnell, dass er schon eingreift, sobald das Rad zu blockieren droht und nicht erst, wenn es bereits blockiert. Auf diese Weise soll auch das Bremsen in Kurven möglich sein.

Der ABS-Aktuator, der oben an der Gabel sitzt, trennt die Verbindung zwischen Bremsgriff und Bremssattel und verhindert so ein Blockieren des Vorderrades.

Am Eurobike-Stand sitzt der ABS-Aktuator hinten unter der Kettenstrebe. In Serie könnte er später aber auch im Rahmeninneren versteckt werden. Im Bremssattel hinten befindet sich eine Sensorik, die die Drehzahl der Bremsscheibe misst.

Der ABS-Aktuator soll nur 32 Millimeter im Durchmesser und 75 Millimeter in der Länge messen.

Außerdem soll das ABS-System an das E-Bike-Display angebunden sein, damit die Modi (City, Offroad, Off) ausgewählt werden können. Zusätzlich sollen so Updates und Fehleranalysen möglich sein. Auch die Verwendung eines Bremslichtes ist dadurch möglich.

Das ABS umfasst die Brake Force One H2O-Bremse für Vorder- und Hinterrad mit leicht veränderten Bremshebeln, speziellen Bremsscheiben für die Drehzahlmessung, die erforderliche Sensorik sowie eine unabhängige Regelung und wird als OEM-Version an E-Bike-Hersteller geliefert. 2017 soll das ABS-System mit ein paar ausgewählten Kunden intensiv getestet werden, für 2018 ist dann der Serienstart geplant. Weiterhin plant Brake Force One eine Zubehör-Version nur für das Vorderrad, die an älteren E-Bikes nachgerüstet werden kann.

Der Bremsgriff der BFO H20 wird für das ABS-System leicht verändert.

Das ABS-System ist vorerst nur mit der H2O-Bremse von Brake Force One kompatibel.

Themen: ABSBrake Force OneBremsenE-BikeEMTBEurobike 2016Neuheiten 2017Sicherheit


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