Scott-Enduro mit Bosch-Antrieb: Ransom eRide Scott-Enduro mit Bosch-Antrieb: Ransom eRide Scott-Enduro mit Bosch-Antrieb: Ransom eRide

E-MTB-Neuheiten 2021: Scott Ransom eRide

Scott-Enduro mit Bosch-Antrieb: Ransom eRide

  • Josh Welz
 • Publiziert vor einem Jahr

Mit dem Ransom eRide erweitert Scott seine E-MTB-Palette in höhere Federwegs-Regionen. Das 180-mm-Enduro kommt mit Bosch-Gen4-Antrieb und schnörkelloser Optik. Wir hatten das Modell eRide 910 im Test.

Etwas verwunderlich war es schon, dass Scott im Long-Travel-Bereich bislang nichts zu bieten hatte. Schließlich ist das Enduro-Segment seit jeher ein Erfolgsgarant im Portfolio des Schweizer Multisport-Konzerns. 2006 kam das erste Ransom auf den Markt und sorgte für mächtig Wirbel in der Bike-Szene: Denn die 160 Millimeter Federweg waren überraschend gut zu pedalieren. Die Charakteristik setzte sich auch über die folgenden Modellgenerationen fort – und so fand das Ransom über die Jahre seine Fangemeinschaft sowohl in der Gravity- als auch in der Touren-Fraktion.

Nur konsequent also, dass die Eidgenossen diese Erfolgsgeschichte nun auch im prosperierenden E-Segment fortschreiben wollen. Und ganz offenkundig haben die Produktentwickler dem eRide ähnliche Charakterzüge angezüchtet wie seinen unmotorisierten Vorgängern. In unserem Praxistest (
EMTB 05/20
, ab 13. Oktober am Kiosk) konnte das Ransom nämlich nicht nur als Bergab-Spaßmaschine mit üppigen Federwegsreserven, sondern auch als talentierter Kletterer punkten.

Die Geometrie

Der Ransom-Pilot kann zwischen zwei Geometrie-Einstellungen wählen. Möglich macht das ein Flip Chip an der Dämpferaufhängung. Wir sind das Bike in der tiefen Einstellung gefahren. In der hohen werden der Lenk- und der Sitzwinkel um etwa ein halbes Grad steiler. Mit 77 Grad ist eben der aber auch in der flachen Einstellung sehr steil – steiler als an Scotts All Mountain Genius eRide. Zudem ist die Front des Ransom recht hoch (Stack: 650 mm). Das zusammen sorgt dafür, dass man zentral und aufrecht auf dem Bike Platz nimmt.

Mit 464 Millimetern hat das Scott-Enduro zudem recht lange Kettenstreben. Kein Wunder also, dass das Bike im Praxistest auch steilste Anstiege souverän erklomm. Angenehmer Nebeneffekt des Flip Chip: Wer will, der kann das Ransom auch mit 27,5er anstelle des 29-Zoll-Hinterrades fahren – in der steilen Version werden Tretlagerhöhe, Lenk- und Sitzwinkel dann wieder ausgeglichen.

Scott Die Geometrie des Scott Ransom eRide 2021 (Herstellerangaben).

Skyshot,Markus Greber Fette Gabel, dicke Reifen – so ist das Ransom eRide für rumpelige Abfahrten gerüstet. Der Maxxis Assegai in 2,6er Breite macht sich gut an er Front: viel Grip, gute Führung.

Skyshot,Markus Greber Am Hinterrad hätten wir uns die Maxxis-Bereifung mit Double Down-Karkasse gewünscht – sie bietet mehr Durchschlagschutz als die leichtere Exo+-Karkasse.

Skyshot,Markus Greber Spritzschutz: Am Vorderrad hält ein hochwertiger Fox-Fender den gröbsten Dreck vom Fahrer fern.

Skyshot,Markus Greber Robust: die Kettenstreben werden von einer dicken Gummilippe gegen Kettenschlag geschützt.

Skyshot,Markus Greber High and Low: Per Flip Chip in der Dämpferaufhängung lässt sich die Geometrie verstellen. In der hohen Einstellung werden Sitz- und Lenkwinkel etwa ein halbes Grad steiler.

Skyshot,Markus Greber Kräftiger Bosch-Antrieb, kletterfreudige Geometrie und ein Fahrwerk, das im Anstieg viel Gegendruck liefert: Damit lässt sich das Ransom verdammt flott in Richtung Gipfel scheuchen.

Skyshot,Markus Greber Schlichtes Cockpit, aufgeräumte Kabelführung: An den meisten anderem Scott-Fullys winden sich hier zusätzlich die beiden TwinLock-Kabel.

Skyshot,Markus Greber Wer auf die Fahrwerksverstellung per Remote-Hebel partout nicht verzichten möchte, kann sie nachrüsten. Der Rahmen ist dafür vorbereitet, die Kabelbuchse sitzt unterm Dämpfer und ist mit einer Kunststoffkappe verschlossen.

Skyshot,Markus Greber Spritzig und kompakt: Der Bosch steht dem Ransom nicht nur optisch gut. Das kräftige Aggregat und der hoch im Federweg stehende Hinterbau machen aus dem Ransom ein echtes Klettertalent.

Skyshot,Markus Greber Bewährt, optisch aber etwas angegraut: das Bosch Purion-Display reduziert die Anwendungs-Optionen aufs Wesentliche. Die Unterstützungsstufen des Bosch-Antriebs lassen sich nur über den großen Nyon-Bordcomputer individuell einstellen. 

Skyshot,Markus Greber Spritzschutz: Der Ladeport befindet sich am Unterrohr seitlich – dort ist er Wasser- und Dreckbeschuss weniger ausgesetzt. Zusätzlich geschützt wird er durch eine Gummiabdeckung.

Skyshot,Markus Greber Die vier Kolben der XT-Bremse packen beherzt zu. Gleichwohl würde man sich an Bikes dieser Kategorie mittlerweile 220-Millimeter-Discs wünschen. Der Speedsensor ist zeitgemäß in die Bremsscheibe integriert.

Skyshot,Markus Greber Die Grip2-Kartusche der Fox 38 bietet Fahrwerks-Spezialisten alle Optionen: Neben der Zugstufe lassen sich auch die Lowspeed- und die Highspeed-Druckstufe einstellen.

Skyshot,Markus Greber Mit 34er-Kettenblatt und 52er-Kletterritzel ist das Ransom auch für steilste Anstiege gerüstet. Das X01-Schaltwerk hat man mit günstigen NX-Shiftern kombiniert.

Skyshot,Markus Greber Mit 625 Wattstunden liefert der Bosch Powertube-Akku Energie für längere Ausflüge. Die Batterie wird mittels Schloss gesichert und lässt sich zum Laden entnehmen.

Die Ausstattung

24,3 Kilo zeigte unsere Waage beim Ransom an – für ein Bike dieser Kategorie ein ordentliches Gewicht. Und das haben sich die Schweizer nicht zusammengeschummelt: Mit den massiven Standrohren der 38er-Fox (eRide 910) muss man bergab kein Terrain fürchten, und für lange Touren wird der kernige Bosch-Antrieb vom 625 Wattstunden dicken Powertube-Akku gespeist. Nur bei der Reifenwahl hat man den Grammzähler im Blick gehabt: Die Exo+ Kakasse beim Maxxis Assegai und Sektor ist leichter als die Double Down Karkasse – aber eben auch pannenanfälliger.

Gemessen am Preis (Scott Ransom eRide 910: 6999 Euro) ist die Ausstattung zwar nicht glamourös, aber angemessen. Das Fahrwerk ist top: In der Fox-Forke dämpft die Grip2-Kartusche, das schluckfreudige Heck wird vom Fox Float X2 ruhig gestellt. Dazu gibt es Shimanos XT-Bremsanlage (leider nicht mit 220er-Scheiben), eine Fox Transfer Telestütze mit 175 mm Hub (Rahmengröße L) und eine Sram X01 Eagle-Schaltwerk, allerdings mit einem Spar-Shifter aus der NX-Serie.

Auffällig: Scott verzichtet beim Ransom auf das TwinLock-System. Um es vorweg zu nehmen: Wir haben das Feature, mit dem sich an anderen Scott-Fullys per Lenker-Fernbedienung drei Fahrwerks-Modi einstellen lassen, am Ransom nicht vermisst – der Hinterbau steht auch ohne zugeschaltete Plattform gut im Hub. Angenehmer Nebeneffekt: Allein dadurch hält sich der Kabelsalat in Grenzen. Was übrig bleibt, haben die Ingenieure schick ins und ans Bike verlegt.

Scott Die Ausstattungsliste des Scott Ransom eRide 910. Der Preis dafür: 6999 Euro. [Zum Vergrößern bitte anklicken.]

Scott Das Ransom eRide 920 ist etwas günstiger ausgestattet. Kostenpunkt hier: 5499 Euro. [Zum Vergrößern bitte anklicken.]

Fazit

Mit dem Ransom eRide feiert Scott eine erfolgreiche Premiere im Long-Travel-Segment. Das schnörkellose Bike bietet üppige Reserven für grobe Downhill-Strecken, dürfte mit seinen Allround-Talenten aber auch anspruchsvolle Tourenbiker begeistern. Ein echtes Ransom eben. Den ausführlichen Testbericht mit Fahreindrücken und Labordaten gibt´s in 
EMTB 05/20
 – ab 13. Oktober erhältlich!

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