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E-MTB Alpenüberquerung

True Transalp: Interview mit Uli Stanciu und Tipps - Teil 2

  • Jutta Mlnarschik
 • Publiziert vor 6 Jahren

Ist eine Transalp per E-Mountainbike eine „echte“ ­Alpenüberquerung? Geht das überhaupt und macht es „trotzdem“ Spaß? Ein Abenteuer mit E – und ­einigen Erkenntnissen.

"E-BIKES GEBEN DIR MEHR FREIHEIT"

ULI STANCIU, BIKE-HERAUSGEBER

Veranstalter Ein Mann, eine Idee: Uli Stanciu ist der Begründer der Transalp. Auch die Idee, die Transalp nicht als Etappen- sondern als Nonstop-Rennen zu fahren, stammt von ihm.  


Uli, Du als Mountainbike-Pionier traust Dich jetzt aufs E-Mountainbike?
Ach, ich bin in meinem Leben schon so viele Transalps mit dem Normal-Bike gefahren, da darf ich mir das schon erlauben. Dass ich jetzt aufs E-Bike steige, hat sicher auch mit dem Alter zu tun. Aber der Hauptgrund ist: Es macht mehr Spaß.
Was ist die Faszination am E-MTB?
Als damals die ersten Mountainbikes aufkamen, hatten wir plötzlich ein Gerät, das unsere Freiheit erhöhte. Wir konnten von der Straße weg, auf Feld- und Waldwege. Aber auch mit dem MTB gibt es Limits: supersteile Anstiege, lange Strecken. Das E-Bike gibt uns jetzt noch mehr Freiheit. An einem langen, steilen Anstieg hast du mit einem Normal-Bike Puls 180 und weißt: Entweder ich verausgabe mich jetzt total – oder ich steig’ ab und schiebe. Mit dem E-MTB schaltest du einfach eine Unterstützungsstufe hoch. Oder: Wenn du auf einem Trail eine Rampe mit Wurzeln und Steinen vor dir siehst, fragst du dich als Normalbiker oft: Schaffe ich das? Mit dem E-Bike probierst du es. Du stellst auf "High", trittst voll an – und kommst hoch. Das macht mehr Spaß. Mehr Freiheit heißt aber auch: größerer Aktionsradius. Ich hätte es auf meiner Westalpen-Tour nie geschafft, 14 Etappen mit täglich fast 3.000 Höhenmetern zu fahren. Mit einem E-Bike aber geht das.
Aber nicht mit nur einem Akku ...
Stimmt. Ich habe bei großen Touren immer einen Ersatzakku im Rucksack. Die Reichweite ist ein Knackpunkt. Jeder Transalp-Fahrer fährt permanent mit der Sorge im Kopf: Wie lange reicht es heute noch? Das nervt. Das sollten die Hersteller unbedingt kapieren: Fürs MTB müssen größere Akku-Packs her.
Hattest Du auf Deinen vielen Touren schon einmal technische Defekte?
Bisher nicht einen einzigen.
Was ist bei der Routenwahl zu beachten?
Schiebe- und Tragestrecken sollte man minimieren. Aber ein versierter, trainierter Mountainbiker kann mit dem E-Bike alles fahren, was er mit dem normalen Bike fahren kann.

TIPPS ZUR E-BIKE-TRANSALP

Markus Greber


Routenwahl Im Grunde gelten für E-Transalps dieselben Prinzipien wie bei einer normalen Transalp: Passen Sie die Route Ihrer Fahrtechnik an. Längere Schiebe- und vor allem Tragestrecken sollten Sie vermeiden, das ist mit den schweren Bikes sehr mühsam. Manche Mountainbikes sind mit einer Schiebehilfe ausgestattet, die per Hebel am Lenker bedient wird und bis 6 km/h auch ohne Treten unterstützt. Das hilft zumindest über kurze Rampen hinweg.


Reichweite Faustregel: Mit einem aktuellen Standard-­Akku und normalem Fahrverhalten – also gewisser Eigenarbeit am Berg – sind am Tag etwa 1.200 Höhenmeter und 50 bis 80 Kilometer realistisch. Wer nur im Eco-Modus fährt und die Unterstützung auf flachen Strecken auch mal ausschaltet, kann mit bis zu 1.700 Höhenmetern rechnen. Für Tages­etappen mit mehr Höhenmetern: Ladegerät mitnehmen und mittags im Gasthaus bzw. auf der Hütte nachladen oder Ersatzakku in den Rucksack packen.


Gemischte Gruppen Eine verlockende Möglichkeit, wenn Fahrer mit unterschiedlichem Leistungsniveau und Trainingszustand gemeinsam auf Tour gehen möchten. Die einen fahren E-Bike, die anderen ohne Unterstützung. Sie sollten sich aber bewusst sein, dass es für Normal-Biker frustrierend werden kann, wenn die E-Biker locker pedalierend und plappernd davonfahren, während man sich ohne Antrieb deutlich mehr anstrengen muss. Unter Freunden kann das gut funktionieren. Aber: Wer an einer organisierten MTB-Tour mit einem E-MTB teilnehmen möchte, sollte unbedingt beim Veranstalter anfragen, ob das okay ist.


Geführte Touren ULPtours bietet die Transalp Garmisch–Gardasee unter dem Motto "Genießertouren" als reine E-Mountainbike-Reise an. 7 Tage, 5 Etappen, 364 Kilometer, 5.850 Höhenmeter. 6 Übernachtungen und 5 x Halbpension, Guide, Gepäcktransport, Begleitfahrzeug und Rückshuttle nach Garmisch: ab 899 Euro. Info und Buchung: www.ulptours.de


Buch-Tipps Uli Preukert, Anke Hoffmann, Marianne Steinmeyer: "Garmisch–Gardasee. Alpencross mit dem Mountainbike." Tourbuch mit Roadbooks und Höhenprofilen, Kompass-Kartenschnitten, Sehenswürdigkeiten und nützlichen Adressen. Plus GPS-Daten zum Download. ULPbike Verlag, 19,99 Euro.
Uli Stanciu: "Abenteuer Westalpen." Eine Reportage in 13 Etappen. Mit vielen Fotos, Höhenprofilen und Übernachtungsadressen. 21,90 Euro. Buchbestellung, Digitale Karten und GPS-Daten:  www.bike-gps.com

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