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Test 2017: Antriebe für E-Mountainbikes

6 EMTB Antriebe im Vergleich: Die Testergebnisse

  • Stephan Ottmar
 • Publiziert vor 5 Jahren

Shimano bläst zum Angriff auf Bosch. Kann der Steps E8000 dem Schwaben-Antrieb den Rang streitig machen? Oder gibt es gar einen Überraschungssieger? Sechs Antriebe für E-Mountainbikes im Vergleich.


DIE TESTERGEBNISSE


WERTUNG


Anzahl Stufen: Zahl der Unterstützungsstufen (ohne Null und Schiebehilfe)
Power: Kraft der maximalen Unterstützung bei niedriger Trittfrequenz
Elastizität: Kraft der Unterstützung über den gesamten Trittfrequenzbereich
Komfort: Wie stark spürt man das Ein- und Abschalten des Antriebs?
Start am Berg: Wie gut funktioniert das Anfahren in steilem Gelände und auf losem Untergrund?
Kurzer Nachlauf: Alle Kästchen schwarz bedeuten: so gut wie kein Nachlauf. Nachlauf ist Geschmackssache
Abschaltung 25 km/h: Wie komfortabel verhält sich der Antrieb im Bereich der Unterstützungsgrenze?
Innerer Widerstand: Wie viel Tretwiderstand bringt der Antrieb dem Fahrer entgegen, wenn das System abgeschaltet ist?
Power Schiebehilfe: Wie stark unterstützt die Schiebehilfe?



Bosch Performance CX


Bosch hat den motorgetriebenen Mountainbike-Markt geöffnet und vergangenes Jahr mit dem Performance CX für sportliche Bikes noch mal nachgelegt. Nach wie vor müssen sich alle Wettbewerber an diesem System messen lassen. Der Antrieb erreicht mit den 250 Watt Nennleistung ein Drehmoment von maximal 75 Newton. Über die kurzzeitige Spitzenleistung schweigt sich der Hersteller aus, sie dürfte jedoch deutlich oberhalb von 600 Watt liegen. Damit wirkt der Antrieb bei geringeren Trittfrequenzen sehr kräftig – maximal 300 % der eigenen Muskelleis­tung steuert der Turbo-Modus zu. Pedaliert der Fahrer oberhalb von 70 Kurbelumdrehungen pro Minute, verliert der Motor etwas an Durchzug. In Sachen Komfort ist der Antrieb gut abgestimmt, spielt jedoch nicht in der Top-Liga mit. Das Zuschalten der Unterstützung kündigt sich durch leichtes Rucken an. Gleiches gilt für das Abschalten, wenn die Tretbewegung unterbricht, oder die 25 km/h Grenze erreicht ist. Je geringer die eingelegte Fahrstufe, desto schwächer äußert sich dieser Effekt. Die Abstimmung der vier Unterstützungsstufen gefällt und erfüllt alle Anforderungen an kurzzeitig hohe Maximal-Power und energiesparende Touren. Wer verbrauchsarm fahren will oder unmotorisierte Biker begleitet, kommt mit dem Eco-Modus bestens zurecht.

Drei Displays stehen zur Wahl: Purion, Intuvia und Nyon. Besonders vorteilhaft für Flugreisen: Alle Bosch-Rahmen-Akkus sind kompatibel und werden inzwischen vielerorts vermietet. Der eigene Akku bleibt daheim.


PLUS   – Kräftiger Antrieb – Sinnvolle Schaltabstufung – Weit verbreitetes System – Kompakter Akku
MINUS   – Anfahren am Berg – Hoher innerer Widerstand – Braucht viel Bauraum

Markus Greber Bosch Performance CX  


Gewicht Antriebseinheit / Akku (500 Wh)   <4000 Gramm / 2600 Gramm
Leistung Dauer / Spitze   250 / k. A. Watt
Drehmoment max.   75 Nm
Unterstützungsstufen   4 (Turbo 300 %, Sport 210 %, Tour 120 %, Eco 50 %)
Schiebehilfe   ja
Kapazität Akku   500 Wh (alternativ 400 und 300 Wh erhältlich)
Ladedauer (ca.)   4,5 Stunden (500 Wh)
Preis Ersatz-Akku   859 Euro (500 Wh)
Unterstützung bis   25 km/h / 45 km/h (als Performance Line Speed)
Schalterkennung   ja
mögliche Übersetzungen   vorn 1 Kettenblatt mit 15/18/20 Zähnen, hinten variabel


BEWERTUNG
Anzahl Stufen
  4 
Power   5 von 6 Punkten
Elastizität   4,5 von 6 Punkten
Komfort   4 von 6 Punkten
Start am Berg   4,5 von 6 Punkten
Kurzer Nachlauf   5 von 6 Punkten
Abschaltung 25 km/h   3,5 von 6 Punkten
Innerer Widerstand   3 von 6 Punkten
Power Schiebehilfe   3 von 6 Punkten



Brose

Das maximale Drehmoment liegt laut Brose bei hohen 90 Newtonmetern – im direkten Vergleich bleibt seine Power gegenüber den übrigen Antrieben allerdings leicht zurück. Das Antriebssystem des Automobilzulieferers wird in Berlin gebaut und lässt den Bike-Herstellern viele Freiheiten bei der Abstimmung. In Mountainbikes setzen etwa Bulls, Rotwild, BH, und Specialized den Mittelmotor nach eigenen Spezifikationen ein. Bis zu 320 % der eingebrachten Tretleistung kann der Antrieb im Höchstfall beisteuern. Die Abstimmung der Unterstützungsstufen bleibt dem Bike-Hersteller überlassen. Bei Specialized kann sie der Fahrer über die eigene Mission-Control-App sogar selbst festlegen. Der Antrieb erlaubt die Kombination mit verschiedenen Displays. In E-MTBs kommen Akkus mit Kapazitäten von 400 bis 680 Watt zum Einsatz. Die Dichtigkeit des Gehäuses gibt Brose mit IP 67 an: Per Definition bleibt der Antrieb auch bei vollständigem Untertauchen noch dicht. Je nach Hersteller ist er sogar für die Reinigung mit dem Dampfstrahler freigegeben – für Mountainbikes ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Was dem Antrieb bei der Maximal-Power fehlt, macht er durch Laufkultur wett. Er setzt sanft aus und ein und macht aufgrund seines Riemengetriebes wenig Geräusche. Wer ohne Unterstützung pedalieren möchte oder muss, braucht keinen inneren Widerstand zu überwinden. Das Bike tritt sich dann, abgesehen vom Gewicht, genauso leicht wie ein Fahrrad ohne Motor. Optisch wirken die Bikes mit Brose-Antrieb sehr kompakt, da die fetten Akku-Packs meistens im Unterrohr integriert sind.


PLUS  – Platzsparende Bauweise – Wenig Fahrgeräusche – Je nach Akku hohe Reichweite – Kein innerer Widerstand
MINUS  – Vergleichsweise wenig Maximalkraft – Schwache Schiebehilfe – Unrunde Unterstützung bei wenig Tretimpuls

Markus Greber Brose  


Gewicht Antriebseinheit / Akku (500 Wh)   3400 Gramm
Leistung Dauer / Spitze   250 / k. A. Watt
Drehmoment max.   90 Nm
Unterstützungsstufen   3 mit max. 320 %, frei vom Bike-Hersteller wählbar
Schiebehilfe   ja (ausstattungsabhängig)
Kapazität Akku   Aktuelle Systeme bieten zwischen 400 und 680 Wh
Ladedauer (ca.)   abhängig vom Akku, (z. B. Bulls ca. 5 h für 650 Wh)
Preis Ersatz-Akku   k. A.
Unterstützung bis   25 km/h / 45 km/h
Schalterkennung   nein
mögliche Übersetzungen   1-,2-,3fach vorn, hinten variabel


BEWERTUNG
Anzahl Stufen
   3
Power   4 von 6 Punkten
Elastizität   3,5 von 6 Punkten
Komfort   5 von 6 Punkten
Start am Berg   4,5 von 6 Punkten
Kurzer Nachlauf   5 von 6 Punkten
Abschaltung 25 km/h   5,5 von 6 Punkten
Innerer Widerstand   6 von 6 Punkten
Power Schiebehilfe   1 von 6 Punkten



Panasonic Multi Speed

Die Japaner intergrieren ein neues Feature in ihren Antrieb: Er besitzt ein internes Zwei-Stufen-Getriebe, vergleichbar mit zwei Kettenblättern vorn. In Kombination mit der hinteren Kettenschaltung ergibt sich eine enorme Spreizung. Die Kette bleibt gut geführt, allerdings dauert der interne Gangwechsel lang. Antriebsseitig begeisterte die Abstimmung zum Anfahren: Setzt man den Fuß leicht aufs Pedal, zieht der Antrieb bereits vorsichtig an der Kette. Mehr Druck liefert wohldosierten Vortrieb. Steiler Start im Schotter – kein Problem. Die maximale Power ist anfangs hoch, sinkt jedoch mit zunehmender Drehzahl zu weit ab. Die fehlende Elastizität zwingt den Fahrer zu einer geringen Kadenz: Das stört im anspruchsvollen Gelände bei Fahrmanövern, die eine kurzzeitige Beschleunigung ohne Gangwechsel fordern. Die Ausstattung ist hochwertig, aber wirkt in einigen Punkten funktional nicht ganz ausgereift. Um aus höchster Unterstützungsstufe die Schiebehilfe zu aktivieren, sind fünf Klicks nötig – genauso viele zurück auf High.

Das große, gut ablesbare Farb-Display sitzt exponiert auf dem Vorbau. Es liefert eine Fülle an Informationen. Ein echtes Plus wäre die Wattmessung, sie lieferte jedoch nur tanzende Zahlenwerte. Die Bedienung (fünf Tasten und ein Mini-Joystick) übernimmt der Daumen der linken Hand – koordinativ eine Herausforderung. In Sachen Effizienz liegt der Antrieb auf ähnlichem Niveau wie die Konkurrenz. Der bisher einzige Akku-Typ besitzt jedoch nach unserem Empfinden zu wenig Kapazität. Um am Mountainbike in der ersten Liga zu spielen, reicht es noch nicht, aber das Potenzial ist vorhanden.


PLUS   – Sehr sanftes und promptes Einsetzen – Hohe Maximal-Power – Hohe Gangspreizung durch Getriebe
MINUS   – Wenig Reichhöhe – Hoher innerer Widerstand – Schwache Schiebehilfe

Markus Greber Panasonic Multi Speed  


Gewicht Antriebseinheit / Akku (500 Wh)   4900 Gramm / 3100 Gramm (Smart Integrated Batterie)
Leistung Dauer / Spitze   250 / 600 Watt
Drehmoment max.   75 Nm
Unterstützungsstufen   3 (High, Std, Eco) max. 300%
Schiebehilfe   ja / ausstattungsabhängig
Kapazität Akku   432 Watt (Smart Integrated Batterie)
Ladedauer (ca.)   80 % in 3, 100 % in 5,5 Stunden
Preis Ersatz-Akku   879 Euro (Smart Integrated Batterie)
Unterstützung bis   25 km/h / 45 km/h
Schalterkennung   ja
mögliche Übersetzungen   vorne 2fach integriert, hinten variabel


BEWERTUNG
Anzahl Stufen
   3
Power   5 von 6 Punkten
Elastizität   3 von 6 Punkten
Komfort   5 von 6 Punkten
Start am Berg   6 von 6 Punkten
Kurzer Nachlauf   4 von 6 Punkten
Abschaltung 25 km/h   4,5 von 6 Punkten
Innerer Widerstand   3 von 6 Punkten
Power Schiebehilfe   2 von 6 Punkten



Shimano Steps E8000

Waren die Steps-Antriebe der Vergangenheit noch mit dem Zusatz "nur für leichten Mountainbike-Einsatz" limitiert, gibt Shimano seinen neuen Steps E8000 vollumfänglich für den Trail frei. Bereits beim Blick auf das Cockpit wird klar, dass die Japaner viele Ansätze gut umgesetzt haben. Der durchdachte linke Shifter schaltet die drei Unterstützungsmodi des Antriebs und aktiviert ohne Umwege eine kräftige und ergonomisch hervorragende Schiebehilfe. Gut ablesbar präsentiert sich das kleine Display, die Stufen unterscheiden sich farblich. Es sitzt perfekt geschützt auf der Unterseite des Lenkers. Bei den Stufensprüngen beschreitet Shimano eine eigene Philosophie. Boost stellt die meiste Power bereit und liefert ordentlich Leistung. Im Trail-Mode fällt die Unterstützung deutlich geringer aus. Allerdings entlockt hohe Eigenleistung dem System deutliche Reserven. Wer sich anstrengen möchte, ohne auf den Komfort des Antriebs zu verzichten, ist hier goldrichtig. Die Tester wünschten sich allerdings noch eine Stufe dazwischen. Eco liefert geringe Unterstützung, um die Reichweite zu erhöhen.

Das ruppige Zu- und Abschalten der Power empfanden wir als größtes Manko des aktuellen Entwicklungsstandes. Während andere Systeme kaum spürbar regeln, klinkt sich der E8000 unsanft ein und aus. Besonders stört das, wenn man kurz aus dem Tritt geht, oder in der Nähe der 25-km/h-Abschaltgrenze unterwegs ist. Die Werte unserer Reichweitenmessungen liegen auf gutem Niveau, und im direkten Vergleich fährt der Shimano ganz vorne mit.

Markus Greber Shimano Steps E8000  


PLUS   – Fahrrad-Feeling im Trail-Modus – Kompakte Bauweise – Schlüssiges Gesamtsystem mit Shimano Di2
MINUS   – Spürbares Ruckeln beim Ein- und Aussetzen – Abruptes Ausfaden ab 25 km/h


Gewicht Antriebseinheit / Akku (500 Wh)   2880 Gramm / 2650 Gramm
Leistung Dauer / Spitze   250 / k. A. Watt
Drehmoment max.   70 Nm
Unterstützungsstufen   3 (Boost, Trail, Eco) max. 300 %
Schiebehilfe   ja
Kapazität Akku   504 Watt (Standard-Akku)
Ladedauer (ca.)   80 % nach 2,5 und 100 % nach 5 Stunden
Preis Ersatz-Akku   699 Euro
Unterstützung bis   25 km/h
Schalterkennung   nein
mögliche Übersetzungen   34 oder 38 Zähne vorn, hinten variabel


BEWERTUNG
Anzahl Stufen
   3
Power   5 von 6 Punkten
Elastizität   4 von 6 Punkten
Komfort   3 von 6 Punkten
Start am Berg   4,5 von 6 Punkten
Kurzer Nachlauf   5 von 6 Punkten
Abschaltung 25 km/h   3 von 6 Punkten
Innerer Widerstand   4 von 6 Punkten
Power Schiebehilfe   5 von 6 Punkten



TQ-Systems TQ120s

Eigentlich hätten wir unsere Skala nach oben erweitern müssen, die Power des TQ-Antriebes spielt in einer anderen Liga. Trotz seiner kompakten Bauform liefert der TQ-Antrieb maximal 920 Watt und 120 Newtonmeter Drehmoment. Das schiebt das Bike in der höchsten von fünf Unterstützungssstufen ordentlich an. Im gesamten Drehzahlbereich ist die Power allen anderen Systemen überlegen. Die Abstimmung bleibt dabei überraschend komfortabel – die Power fadet gut kontrollierbar ein, ohne dass der Hinterreifen an Traktion verliert. Wir hatten die Möglichkeit, den TQ120s in einer Prototypenversion zu testen. Beim Start brauchte dieser Motor ein paar Grad Kurbelwinkel zum Zuschalten.

Die Besonderheit des Systems steckt im Getriebe, es realisiert auf kleinem Bauraum eine Übersetzung von 1:37 in einer Stufe. Das reduziert den Gehäusedurchmesser auf 14 Zentimeter. Der Antrieb lässt sich mit unterschiedlichen Displays und Akkus betreiben.

Wer oft in unstetem Gelände unterwegs ist und sich über der 25-km/h-Marke bewegt, dem sei dieser Antrieb besonders ans Herz gelegt: Ohne Motorunterstützung kann man nämlich gänzlich ohne inneren Widerstand treten.

Der Wermutstropfen: Bislang ist der TQ120s noch kaum zu kaufen. Lediglich im Spitzing und Sterzing von M1 Sporttechnik ist er zu finden. Das soll sich, laut Hersteller, für die kommende Saison ändern. Gut so, denn für kräftige Mountainbikes scheint er optimal geeignet.


PLUS   – Stärkster Antrieb im Test  – Gute Dosierbarkeit  – Kein innerer Widerstand  – Kleiner Bauraum
MINUS   – Geringe Verbreitung auf dem Markt  – Großer Akku

Markus Greber TQ-Systems TQ120s  


Gewicht Antriebseinheit / Akku (500 Wh)   4400 Gramm / 4500 Gramm
Leistung Dauer / Spitze   250 / 920 Watt
Drehmoment max.   120 Nm
Unterstützungsstufen   5 (frei wählbar)
Schiebehilfe   ja / ausstattungsabhängig
Kapazität Akku   880 Wh
Ladedauer (ca.)   80 % 2 h, 100 % 3,5 Stunden
Preis Ersatz-Akku   k. A.
Unterstützung bis   25 km/h / 45 km/h / offen
Schalterkennung   ja, mit Schaltsensor
mögliche Übersetzungen   1-,2-, 3fach vorn, hinten variabel


BEWERTUNG
Anzahl Stufen
   5
Power   6 von 6 Punkten
Elastizität   6 von 6 Punkten
Komfort   5 von 6 Punkten
Start am Berg   4 von 6 Punkten
Kurzer Nachlauf   4 von 6 Punkten
Abschaltung 25 km/h   5 von 6 Punkten
Innerer Widerstand   6 von 6 Punkten
Power Schiebehilfe   nicht getestet



Yamaha PW

Der Yamaha-PW-Antrieb hat bereits einige Jahre auf dem Buckel. Für Mountainbikes steht eine leistungsoptimierte Variante kurz vor der Markteinführung, war allerdings für diesen Test noch nicht verfügbar. Die PW-Serie gibt im unteren Drehzahlbereich kräftig Leistung zu. Mit steigender Kurbelgeschwindigkeit geht dem Antrieb nach oben jedoch deutlich spürbar die Luft aus. Im technischen Gelände heißt es daher: langsam treten. Der neue PW-X-Antrieb soll diese Schwächen ausmerzen und ein höheres Drehmoment über ein breiteres Drehzahlband liefern.

Die übrige Abstimmung des aktuellen PWs ist gut, insbesondere in Sachen Fahrkomfort macht er eine hervorragende Figur. Kaum spürbar regelt der Antrieb die Unterstützung zu oder ab, und auch wer oft an der 25-km/h-Grenze unterwegs ist, nimmt das Ausfaden kaum wahr. Am Berg fuhr nur der Panasonic noch kontrollierter an. Die elektronische Regelung dieses Systems ist hervorragend. Die Bedienung erfolgt klar verständlich über ein kleines Panel neben dem Lenkergriff. Allerdings geben die Tas­ten nach unserem Geschmack zu wenig Feedback und lassen sich mit Handschuhen nicht optimal bedienen. Die Anzeige auf dem großen LCD-Display in der Lenkermitte ist übersichtlich. Vor allem Haibike, Giant (als Eigenmarke Syncdrive) und die spanische Marke BH montieren den Antrieb in ihre Mountainbikes.

Auf der Website zeigt Yamaha bereits erste Bilder und Informationen vom Nachfolger PW-X. Bedienteil und Display sehen vielversprechend aus, wenn die Leistung kräftig ausfällt, ist ein Top-Antrieb zu erwarten.


PLUS   – Sanftes Ein- und Aussetzen – Gute Anfahreigenschaften
MINUS   – Fummelige Bedienung der Schalter – Unterstützungsstufen unausgewogen abgestuft – Geringe Elastizität

Markus Greber Yamaha PW


Gewicht Antriebseinheit / Akku (500 Wh)   3500 Gramm / 3000 Gramm
Leistung Dauer / Spitze   250 / k. A. Watt
Drehmoment max.   80 Nm
Unterstützungsstufen   4 (High 280 %, STD 190 %, Eco 100 %, Eco+ 50 %)
Schiebehilfe   ja / ausstattungsabhängig
Kapazität Akku   400 Wh
Ladedauer (ca.)   4 Stunden
Preis Ersatz-Akku   k.A.
Unterstützung bis   25km/h
Schalterkennung   ja
mögliche Übersetzungen   1-,2-,3fach vorn, hinten variabel


BEWERTUNG
Anzahl Stufen   3 oder 4
Power   4,5 von 6 Punkten
Elastizität   2 von 6 Punkten
Komfort   6 von 6 Punkten
Start am Berg   5 von 6 Punkten
Kurzer Nachlauf   5 von 6 Punkten
Abschaltung 25 km/h   6 von 6 Punkten
Innerer Widerstand   4,5 von 6 Punkten
Power Schiebehilfe   2 von 6 Punkten


Markus Greber Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe EMTB 1/2017 können Sie in der EMTB App ( iTunes  und  Google Play ) lesen oder die Ausgabe im  DK-Shop nachbestellen .

  • 1
    Test: Antriebe für E-Mountainbikes
    Die 6 wichtigsten E-MTB-Antriebe im Vergleich
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    Test 2017: Antriebe für E-Mountainbikes
    6 EMTB Antriebe im Vergleich: Die Displays
  • 3
    Test 2017: Antriebe für E-Mountainbikes
    Lexikon: E-Wissen - wichtige Begriffe kurz erklärt
  • 4
    Test 2017: Antriebe für E-Mountainbikes
    6 EMTB Antriebe im Vergleich: Die Testergebnisse

Themen: AntriebBoschBrosePanasonicShimanoTestTQ-SystemsYamaha


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