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Akku-Ratgeber für E-Mountainbiker

Der richtige Umgang mit E-MTB Akkus

  • EMTB Magazin
 • Publiziert vor 5 Jahren

Der richtige Umgang mit dem Akku zahlt sich aus: Mehr Sicherheit, größere Reichweite längere Lebensdauer. Alle Antworten auf FAQs zu E-MTB-Akkus finden Sie hier.

Erst die modernen Lithium-Ionen-Akkus haben dem E-Bike zum Durchbruch verholfen. Ihre fünf- bis zehnfach höhere Energiedichte gegenüber herkömmlichen Blei-, NiCd- oder NiMh-Akkus sorgen für ausreichend Reichweite bei gleichzeitig geringem Gewicht.

Lithium-Ionen-Akkus haben eine sehr geringe Selbstentladung und kaum Memory-Effekt (Kapazitätsverlust bei häufiger Teilentladung). Doch die modernen Akkus sind sensibel wie die Beine eines Rennfahrers. Erst der richtige Umgang gewährt, dass der Akku möglichst lange sein gesamtes Potenzial abrufen kann.

Lithium-Akkus haben drei Feinde: Kurzschluss, Überladung und mechanische Beschädigung. Es können Gase und Flüssigkeiten austreten oder sich entzünden. Einfach mit Wasser löschen lässt sich ein brennender Akku nicht, am besten funktioniert dies mit Sand. Wer also sichergehen will, der stellt das Ladegerät in eine Sandwanne und einen Löscheimer voller Sand griffbereit daneben. Um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden, empfiehlt es sich, die Feuerversicherung zu informieren, dass im Haushalt E-Bike-Lithiumbatterien genutzt werden. Bei richtigem Umgang geben Hersteller für den Akku eine Lebensdauer von 500 bis 1000 Ladezyklen an. Dies meint vollständige Ladungen. Teilladungen sind entsprechend zu addieren.

Übrigens erreicht der Akku seine volle Kapazität erst nach drei bis fünf Ladevorgängen. Dazu sollte man den Akku zu Beginn am besten drei Mal vollständig leerfahren. Rechnet man bewusst skeptisch mit 30 Kilometern Reichweite pro Akku-Ladung, ergeben sich bei 500 Ladezyklen 15000 Kilometer Lebensweg für einen Akku, bevor seine Kapazität spürbar nachlässt.


Darf ich mit dem Dampfstrahler reinigen?
Auch am klassischen MTB sind Dampfstrahler tabu. Beim Pedelec kann eindringende Feuchtigkeit zum Tod von Elektronik, Motor oder Akku führen. Deshalb lieber mit Schwamm und Bürste säubern. Akku und Konsole vorher abnehmen, separat vorsichtig reinigen und Kontakte am Bike fürs Putzen abdecken.


Darf ich den Akku mit ins Flugzeug nehmen?
Nein, weil E-Bike-Batterien ab 150 Wh (oder mehr als 0,5 kg Gewicht) beim Transport als Gefahrgut der Klasse 9 eingestuft werden. Sie müssen entsprechend UN-T-38.3-verpackt und transportiert werden. Deshalb lehnen Flug­linien die Mitnahme von E-Bikes in der Regel ab.


Darf ich meinen Akku teilweise laden?
Ja, Teilladungen sind beim Lithium-Ionen-Akku problemlos möglich und gelten als schonender für den Akku als häufige vollständige Leerungen.


Darf ich mit meinem E-Bike im Winter fahren?
Bei Temperaturen unter 10 °C verlieren Akkus an Leistungsfähigkeit. Deshalb sollte man sie warm lagern, im Fahrbetrieb mit einem Isolator versehen und bei längeren Stopps mit ins Warme nehmen. Hochwertige Akkus zeichnen sich aber durch eine geringere Temperaturempfindlichkeit aus, in der Bedienungsanleitung ist der Temperaturbereich des Systems verzeichnet.

Markus Greber Vorsciht bei Winterbetrieb: unbedingt auf die Temperaturen achten!


Wohin mit dem Akku beim Autotransport?
Sofern möglich, sollte man den Akku vom Rad entfernen, wenn es auf Dach- oder Heckträger transportiert wird. Die Kontakte am Bike schützt man durch Neoprenüberzüge vor der Witterung. Im Wageninneren sollte der Akku nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Am besten verstaut man ihn dazu in einer Batterietransporttasche.


Ist Laden bei jeder Temperatur möglich?
Nein, Akkus fühlen sich zwischen 10 °C bis 40 °C am wohlsten. Das gilt fürs Laden wie für den Fahrbetrieb. Ladungen unter 10 °C Außentemperatur sind Stress für die Zellen und verkürzen die Lebenserwartung des Akkus dramatisch. Ist es zu heiß, droht beim Laden eine Überhitzung. Intelligente Batteriesteuerungen haben eine Schutzschaltung, die das Laden verhindert, wenn es zu kalt oder heiß ist.


Darf ich ein fremdes Ladegerät nutzen?
Um Gewicht zu sparen, ist es gerade auf mehrtägigen Touren in der Gruppe verlockend, das Ladegerät zu teilen. Prinzipiell muss die Kombination von Ladegerät und Akku vom Hersteller freigegeben sein. Bei den namhaften Herstellern wie Bosch, Yamaha oder Panasonic lässt sich dies leicht in der Bedienungsanleitung nachlesen.

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