Test 2018: Husqvarna MC7 Test 2018: Husqvarna MC7

Test 2018: Husqvarna MC7

Schwedenfeuer: Husqvarna MC7 im EMTB-Test

Florentin Vesenbeckh am 23.11.2018

Mit Spannung wurde die neue E-MTB-Flotte des Motorradspezialisten Husqvarna erwartet. Wir haben das E-Bike-Topmodell Husqvarna MC7 in Labor und Praxis getestet.

Motorräder und Nähmaschinen, das ist das Steckenpferd der schwedischen Traditionsmarke Husqvarna. Jetzt gibt es auch E-Mountainbikes unter der verheißungsvollen Flagge. Die Modelle werden in Schweinfurt entwickelt und sind so frisch, dass zum Testzeitpunkt nur ein Vorserienmodell zur Verfügung stand, das nicht zu 100 Prozent der Serienausstattung entspricht. Im Anstieg punktet das MC7 mit einem Hinterbau, der sehr stabil im Federweg steht. Auch ohne den Dämpfer zu blockieren, sackt der Hinterbau nicht ein und wippt kaum, dazu trägt auch der steile Sitzwinkel bei. Die Folge: Das Vorderrad steigt spät, obwohl die Kettenstreben sportlich kurz ausfallen. Die Plus-Reifen generieren viel Grip, der Neuling klettert willig und komfortabel, die Sitzposition ist moderat. Neigt sich der Trail Richtung Tal, geben ebenfalls die breiten Reifen den Charakter vor: komfortabel und sicher. So meistert das Husqvarna auch anspruchsvolle Abfahrten.

Extrem sportliche und schnelle Fahrweise ist allerdings nicht der bevorzugte Bereich des MC7, Racer wünschen sich einen längeren Hauptrahmen und schmalere Reifen mit direkterem Fahrgefühl. Der Verstellbereich der Teleskopstütze fällt mit 100 Millimetern zu gering aus, und mit 24,4 Kilo ist das Bike schwer. Besonderheit der Husqvarna-Flotte ist der bewegliche Akku, der durch eine Klappe im Unterrohr entnommen werden kann. Die Idee dahinter: Der Akku ist komplett integriert, dennoch bleibt das Unterrohr nahezu unangetastet. Das macht sich in einer hohen Steifigkeit bemerkbar, wie unser EMTB-Prüfstand beweist. Das Handling funktioniert einwandfrei. Schade: Bei unserem Test-Bike (Vorserienmodell) wackelte der Energieträger  leicht und klapperte dadurch bei der Fahrt im Gelände deutlich, bei den Serienrahmen soll das besser werden.

Fazit: Das Erstlingswerk von Husqvarna – das MC7 – ist ein ausgewogenes und gemütliches Touren-E-MTB für komfortbewusste Biker, das auch vor ernsthaftem Gelände nicht zurückschreckt. Top Klettereigenschaften.

PLUS  Gutes Fahrwerk, ausgewogene Geometrie
MINUS   Akku klappert, geringer Hub der Tele-Stütze

Reichhöhe   1167 hm
Zeit / 500 hm   19,4 Min.

Test 2018: Husqvarna MC7

Der bewegliche Akku kann durch eine schmale Öffnung im Unterrohr entnommen werden. Vorteil: Das Unterrohr bleibt intakt, das macht den Rahmen steif.

Test 2018: Husqvarna MC7

Der interne Akku kann auch im Bike geladen werden, der Anschluss sitzt unter einer Gummiabdeckung. Praktisch: Im MC7 findet auch ein Flaschenhalter Platz. 

Test 2018: Husqvarna MC7

Husqvarna MC7

Test 2018: Husqvarna MC7

Husqvarna MC7


Husqvarna MC7 27,5"

Preis   4999 Euro

Antrieb
Motor 
 Shimano Steps E8000
Maximales Drehmoment   170 Nm
Akku¹ / -gewicht²   Simplo Linkage Battery, 500 Wh / 3012 Gramm
Schaltung   Shimano XT Di2 (11fach)
Übersetzung (v. / h.)   34; 11–46
Display / Größe   Shimano SC E8000 / 1,6 Zoll

Ausstattung
Gabel / Dämpfer
   Rockshox Pike RC / Rockshox Deluxe RT
Federweg¹ (v. / h.)   140 mm / 140 mm
Teleskopstütze   Husqvarna 100 mm
Bremse / Disc Ø (vorne / hinten)   Shimano Deore / 203 / 180 mm
Laufräder    Formula DC-Naben; Alexrims MD40-Felgen
Laufradgröße   27,5+''
Reifen   Schwalbe Nobby Nic Apex Addix Speedgrip, 27,5 x 2,8 Zoll

Messwerte²
Größen / Rahmenmaterial   42 / 46 / 50 / Aluminium
Gewicht   24,36 kg
Schwerpunkthöhe   521 mm
Lenkerbreite   780 mm
Kurbellänge / Q-Faktor   170 mm / 184 mm
Reach / Stack   438 mm / 622 mm


¹ Herstellerangabe 
² Ermittelt an den Prüfständen im EMTB-Testlabor, Gewicht ohne Pedale. 
³ Das Urteil gibt den subjektiven Eindruck der Tester und die Ergebnisse der Reichhöhenmessung und der Labortests wieder.
Das EMTB-Urteil ist preisunabhängig. EMTB-Urteile: super (ab 350 Punkte), sehr gut (ab 315 Punkte), gut (ab 280 Punkte), befriedigend (ab 245 Punkte), mit Schwächen (ab 210 Punkte), darunter ungenügend. 


EMTB Titel 01/2018

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Florentin Vesenbeckh am 23.11.2018