Test Cannondale Moterra SE Test Cannondale Moterra SE

Test 2018: Cannondale Moterra SE

Cannondale Moterra SE im EMTB-Test

Florentin Vesenbeckh am 22.11.2018

Mit dem neuen Moterra SE will Cannondale seinem extravaganten Touren-E-MTB Moterra mehr Trailkönnen einhauchen. Ob das Konzept aufgeht, zeigt unser Test?

Was das SE im Namen des neuen Moterras bedeutet, konnte uns Cannondale nicht verraten. Nach dem Praxistest würden wir die Auszeichnung "Spaß-Edition" vergeben. Aber erst mal zu den Fakten: Das Moterra SE basiert auf dem normalen Moterra (130 Millimeter Federweg) und schließt die Lücke zur Long-Travel-Version mit 160 Millimetern Federweg. Es bekommt eine 140-Millimeter-Gabel spendiert, dazu abfahrtslastigere Komponenten. Das macht sich auf dem Trail bemerkbar. Dank tiefem Schwerpunkt fährt sich das Bike sehr agil, ein echter Spaßbringer. Das feinfühlige Fahrwerk vermittelt viel Komfort, und die bissigen Guide RE-Bremsen geben Sicherheit und Kontrolle.

Erst wenn das Gelände ruppig wird, kommt das Moterra SE an seine Grenzen. Hier wären ein längerer Hauptrahmen und solidere Reifen wünschenswert. Weiterer Knackpunkt: Die Bodenfreiheit ist etwas knapp, und so setzt man an hohen Stufen früher auf, als mit manch anderem E-MTB. Gut: Eine Abdeckung aus Metall sorgt dafür, dass der Motor nicht unter diesem Manko leidet. Im Anstieg erweist sich der komfortable Hinterbau als zu soft. Der Dämpfer sackt etwas weg und neigt zum Wippen, das Vorderrad wird leicht und verliert recht schnell Bodenkontakt. Der Hebel zum Verhärten des Dämpfers schafft Abhilfe.

Die breiten Reifen bringen top Grip auf harten Böden, im Nassen oder bei grobem Geläuf kommt das zahme Profil an Grenzen. Für die Gangwechsel ist Srams hochwertige EX1-Schaltung verantwortlich, die mit nur acht Gängen eine gröbere Abstufung bietet. Vorteil: In Gegenanstiegen ist schneller der passende Gang parat. Kehrseite: Nicht immer kann mit der gewünschten Trittfrequenz pedaliert werden.

Test-Fazit zum Cannondale Moterra SE

Das E-MTB von Cannondale ist ein komfortabler Tourer mit agilem Trail-Handling, guter Ausstattung und einer Portion Extravaganz. Perfekt für leichtes bis mittelschweres Gelände, erst wenn’s wirklich ruppig wird, fehlen Reserven.

PLUS  Durchdachte Ausstattung, top Trail-Handling
MINUS  Hinterbau wippt ohne Plattform, wenig Bodenfreiheit

Test 2018: Cannondale Moterra SE

Eigenständig: Cannondale geht bei seinen Moterras eigene Wege und integriert den Bosch-Powerpack unter dem Unterrohr, dadurch sitzt der Schwerpunkt tief. Der Akku wird mit einem Gummiflap fixiert.

Test 2018: Cannondale Moterra SE

Gelungene Größe: Die Onza-Reifen in 2,85er-Breite fallen schmal aus und bieten damit einen guten Kompromiss aus Dämpfung, Grip und direktem Fahrgefühl. Das Profil fühlt sich auf hartem Boden wohl.

Test 2018: Cannondale Moterra SE

Die Geometrie des Cannondale Moterra SE

Test 2018: Cannondale Moterra SE

So fährt sich das Cannondale Moterra SE

Reichhöhe   1442 hm
Zeit / 500 hm   24,4 Min.


Cannondale Moterra SE 27,5"

Preis  5699 Euro

Antrieb
Motor
   Bosch Performance CX
Maximales Drehmoment   175 Nm
Akku¹ / -gewicht²   Bosch Powerpack 500 Wh / 2586 Gramm
Schaltung   Sram EX1 (8fach)
Übersetzung (v/h)   15; 11–48
Display / Größe   Bosch Purion / 1,75 Zoll

Ausstattung
Gabel / Dämpfer 
 Fox 34 Float Performance / Fox Float DPS Evol
Federweg¹ (v. / h.)   140 mm / 130 mm
Teleskopstütze   TransX Dropper 120 mm
Bremse / Disc Ø (vorne / hinten)   Sram Guide RE / 200 / 180 mm
Laufräder   Formula-Naben; WTB i29-Felgen
Laufradgröße   27,5+''
Reifen   Onza Canis FRC, 27,5 x 2,85 Zoll

Messwerte²
Größen / Rahmenmaterial   S / M / L / XL / Aluminium
Gewicht   23,34 kg
Schwerpunkthöhe   490 mm
Lenkerbreite   780 mm
Kurbellänge / Q-Faktor   170 mm / 186 mm
Reach / Stack   414 mm / 620 mm


¹ Herstellerangabe
² Ermittelt an den Prüfständen im EMTB-Testlabor, Gewicht ohne Pedale.
³ Das Urteil gibt den subjektiven Eindruck der Tester und die Ergebnisse der Reichhöhenmessung und der Labortests wieder.
Das EMTB-Urteil ist preisunabhängig. EMTB-Urteile: super (ab 350 Punkte), sehr gut (ab 315 Punkte), gut (ab 280 Punkte), befriedigend (ab 245 Punkte), mit Schwächen (ab 210 Punkte), darunter ungenügend. 


EMTB Titel 01/2018

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Florentin Vesenbeckh am 22.11.2018