Test Fahrradträger Anhängerkupplung Test Fahrradträger Anhängerkupplung

EMTB-Test Fahrradträger für die Anhängerkupplung

Volle Ladung: Fahrradträger für die Anhängerkupplung

Florentin Vesenbeckh am 20.04.2017

E-Mountainbikes machen Spaß – solange sie nicht getragen oder transportiert werden müssen. Fahrradträger für die Anhängerkupplung erleichtern die Fahrt. Wir verraten, welche Modelle überzeugen.

E-Mountainbikes sind vortriebsstark, agil und schnell – solange sie artgerecht gehalten werden. Aber selbst mit dem motorgeschwängerten Aktionsradius kann nicht jede Tour vor der Haustüre starten. Doch der Autotransport zum Bestimmungsort gehört nicht zur Lieblingsdisziplin der E-Bikes. Also, wohin mit den Maschinen? Wer auf die unpraktische und dreckige Lösung im Auto verzichten will, wird unweigerlich beim Träger für die Anhängerkupplung landen. Hier werden die elektrifizierten Spaßbringer gebettet, wie junge Vögel im elterlichen Nest. Wir haben sieben Modelle getestet.

Was gegen andere Trägersysteme spricht, ist schnell geklärt: Einen 23-Kilo-Koloss über Kopfhöhe aufs Autodach zu balancieren, ist alleine kaum möglich und auch zu zweit ein gefährlicher Kraftakt – insbesondere für das Autodach. Der klassische Dachträger fällt also weg. Bei Systemen für die Heckklappe kommt das Veto aus dem Sicherheitskreis: Die Bedienungsanleitungen der Träger erlauben oft nicht mehr als 15 Kilo pro Bike, und auch die Traglasten vieler Heckklappen kommen mit zwei E-Bikes schnell an ihre Grenzen. Blind dürfen allerdings auch die Anhängerkupplungen nicht vollgepackt werden. "Bei einem Kleinwagen kann die Stützlast der Kupplung schon mit zwei Bikes an die Grenze stoßen – also unbedingt die Papiere checken", warnt Heidi Atzler vom TÜV Süd. In der Regel eignen sich die Nutzlasten von 60 bis 70 Kilo aber gut für zwei E-MTBs plus Träger.


Diese Fahrradträger für die Anhängerkupplung finden Sie im Test

  • MFT Euro-Select Compact
  • Alutrans E-Bike
  • Atera Strada E-Bike M (EMTB-Tipp: Preis-Leistung)
  • Eufab Premium II
  • Thule Velospace 917 (EMTB-Tipp: Testsieger)
  • Uebler X21S (EMTB-Tipp: Handhabung)
  • Westfalia BC 70

Fotostrecke: Test 2017: Heckträger für E-Mountainbikes


Nicht nur das Gewicht macht motorunterstützte Bikes in puncto Transport zu Sorgenkindern. Sperrige Akkus und Motoren erschweren die Platzierung der Greifarme. Insbesondere Fullys, bei denen zusätzlich Schwinge und Dämpfer das Rahmendreieck blockieren, tun sich bei der Befestigung schwer. Unser Tipp: Probieren Sie den neuen Träger vor dem Kauf mit den eigenen Bikes aus. Nur so können Sie sich sicher sein, dass alles zufriedenstellend passt.

Die guten Nachrichten: Inzwischen ist bei den meisten Ingenieuren angekommen, dass Mountainbikes nicht (mehr) auf unprofilierten Reifen in 1,7 Zoll Breite daherrollen. Auf allen Trägern, bis auf dem von Alutrans, haben selbst 2,8 Zoll breite Plus-Modelle Platz gefunden – und die werden ja auf E-MTBs immer häufiger verbaut. Und auch beim Radstand bieten die getesteten Modelle mehr Platz als nötig. Nur bei Alutrans (1250 Millimeter) kann es mit extremen Geometrien eng werden. Das Kratzerpotenzial durch zu eng beieinander liegende Bikes haben die Hersteller ebenfalls erkannt und den Abstand der Schienen erhöht. Bei vielen Trägern im Test besteht selbst mit Naben im breiten Boost-Standard keine Berührungsgefahr zwischen den Bikes. Orientierungshilfe: Ab einem Schienenabstand von 22 Millimetern sind Gabel und Hinterbau voreinander sicher. Bei der Rahmenklemmung ist eine ordentliche Gummierung der Klauen Trumpf. Noch schonender als Klemmsysteme sind umlaufende Ratschenbänder, die mit deutlich weniger Pressung auskommen – so verbaut von Atera und MFT. Interessant: Wir haben bei unserem Test viele überragende Detaillösungen entdeckt – doch kein Hersteller schafft es, in allen Bereichen zu überzeugen. Auf ein Aha-Erlebnis folgt im nächsten Arbeitsschritt zu oft Ernüchterung.

Die getesteten Kupplungsträger lassen sich in zwei Kategorien aufteilen: Eufab, MFT, Uebler und Westfalia verfügen über aufwändige Klappmechanismen und sind – auf Kofferformat gefaltet – echte Raumwunder. Perfekt fürs enge Kellerabteil. Zudem lassen sie sich wegen ihrer Handlichkeit bequemer auf die Kupplung setzen. Die Modelle von Alutrans, Atera und Thule sind nur minimal faltbar und benötigen dadurch mehr Stauraum. Vor allem der große, schwere, aber auch luxuriöse Thule-Velospace empfiehlt sich nur, wenn er autonah in der Garage parkt.

Test Fahrradträger Anhängerkupplung

Schwere Lasten sollte man am besten mit einem Fahrradträger, der auf der Anhängerkupplung sitzt, transportieren.


Tipps & Tricks für den Fahrradtransport

Mit unseren Tipps und Tricks zum Bike-Transport auf dem Heckträger vermeiden sie böse Überraschungen.

1 Übergewicht: Checken Sie vor dem Kauf die Gewichtsbeschränkung des Trägers sowie der Anhängerkupplung. Die Summe aus Bikes und Träger darf die Stützlast des Autos nicht überschreiten. In der Regel bieten Kupplungen eine Freigabe bis 60 oder 70 Kilo, das reicht für zwei E-MTBs plus Träger. Bei Kleinwagen kann die Stützlast aber deutlich geringer ausfallen!

2 Passform testen: Selbst der flexibelste Träger kann bei ungünstigen Bike-Kombinationen an seine Grenzen stoßen. Motoren, Akku-Einsätze und Dämpfer blockieren das Rahmendreieck. Ob Ihre Bike-Kombination auf den Wunschträger passt, finden Sie nur durch ein Probeparken beim Händler heraus.

3 Zubehör ins Auto: Der Akku sowie abnehmbare Bedienteile oder Displays gehören beim Transport ins Auto. Denn eine verlorene Schaltzentrale kann den Urlaub mit dem E-MTB ordentlich vermiesen.

4 Diebstahlschutz: Die Schloss-Systeme an Fahrrad­trägern bieten meist keinen vernünftigen Diebstahlschutz. Bessern Sie unbedingt mit einem geprüften Ketten- oder Bügelschloss nach, wenn die Bikes unbeaufsichtigt bleiben.

5 Prüfzeichen: Achten Sie beim Kauf des Trägers auf Prüfzeichen von GS oder TÜV – damit ist die grundsätzliche Sicherheit des Trägers garantiert.


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Florentin Vesenbeckh am 20.04.2017