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Einzeltest: E-Mountainbike Mondraker E-Crafty RR+ Einzeltest: E-Mountainbike Mondraker E-Crafty RR+

Einzeltest: E-Mountainbike Mondraker E-Crafty RR+

Pretty in Pink: Mondraker E-Crafty RR+ im Test

Markus Greber am 06.01.2017

Eigenwilliges Design und Top-Fahrleis­tungen aus Spanien: Mondraker kann mit seiner Forward-Ggeometrie auch bei sportlichen Bikern landen.

Es hat Ecken, und es hat Kanten. Unbestreitbar. Wen wundert es? Die Mondraker-Designs waren schon immer ein Statement gegen den Mainstream. So auch die elektrisch unterstützte Version des All-Mountain-Erfolgsmodells Crafty. Das avantgardistische Bike aus Spanien versucht erst gar nicht, allen zu gefallen. Das unterstreichen nicht nur die eigenwilligen Rahmenformen und die in schrillem Pink abgesetzten Schriftzüge. Auch den Bosch-Performance-CX-Antrieb verstecken die Spanier nicht schüchtern integriert im Rahmen-Design, sondern flanschen ihn offen und selbstbewusst ans Chassis an. Und auch der 500-Wh-Akku thront selbstbewusst auf dem Unterrohr. Das Crafty polarisiert. Entweder man liebt es. Oder eben nicht.

Unorthodox wie die Optik ist auch die Geometrie. Die Spanier nennen ihr Konzept "Forward Geometry" und meinen damit eine ultra lange Front mit kurzem Stummelvorbau. Wobei wir beim Thema Fahrverhalten wären. Das Bike besitzt mit 640 Millimetern ein extrem langes Oberrohr. Doch Streckbank-Feeling kommt nicht auf. Vielmehr spürt man Souveränität in allen Lebenslagen. Die lange Front bringt ein Höchstmaß an Fahrstabilität und Sicherheit. Spaß und Spritzigkeit vermisst man trotzdem nicht. Was genau dafür verantwortlich ist, bleibt offen. Etwa der kurze Vorbau? Das Gesamtkonzept aus Winkeln und Nachlauf? Oder auch das Fahrwerk, bei dessen Güte sich die Spanier nicht lumpen lassen. Gabel und Dämpfer stammen aus der Kronjuwelen-Schatulle im Fox-Sortiment. Für Staubsaugereigenschaften sorgen die edle Kashima-Beschichtung an den Standrohren und die vielfachen Einstellmöglichkeiten des Dämpfers. 3.0er-Plus-Reifen, aufgezogen auf breite, stabile Laufräder, tun ihr Übriges. Befeuert wird das Ganze, wie erwähnt, vom kräftigen Bosch-Performance-CX-System – momentan die beste Empfehlung, wenn man Top-Leistung, gute Dosierbarkeit und Zuverlässigkeit erwartet. Der Antrieb, kombiniert mit der vortriebsstarken Geometrie, traktionsstarken Reifen und der scharfen Übersetzung (14 Zähne vorne), sorgt für Klettereigenschaften par excellence.

Fazit: Alles in allem hat Mondraker hier eine echte Rakete hingestellt, die uns begeistert. Nicht zuletzt wegen ihrer Ecken und Kanten.

Antrieb
Motor/Position   
Bosch Performance CX/Mittelmotor
Max. Drehmoment   75 Nm
Akku/Display   Lithium Ionen, 500 Wh/Bosch Intuvia
Schaltung/Übersetzung   Shimano XT, vorne 14, hinten 11fach (11 x 42)

Ausstattung
Rahmenmaterial/Größen   
Aluminium S/M/L/XL
Gabel/Dämpfer   Fox 34 Float 3Pos Lever FIT4 Factory Kashima/Fox Float X EVOL 3Pos
Bremse/Disk vo./hi.   Sram Guide R   200/180 mm
Laufräder   MDK-EP1 40 27,5+ TLR-Laufradsatz
Reifen   Maxxis Chronicle 3.0 TLR EXO

Infos    www.mondraker.com
Modell    E-Crafty RR+
Gewicht    22 Kilo
Preis   6699 Euro
 

Einzeltest: E-Mountainbike Mondraker E-Crafty RR+

Vorwärts geht’s beim Crafty RR+ nicht nur mit der langen Geometrie, sondern auch dank seines effizienten, schluckfreudigen Fahrwerks mit 140 Millimetern Federweg. 

Einzeltest: E-Mountainbike Mondraker E-Crafty RR+

Eigenwillig: Der 40 Millimeter kurze Vorbau verschwindet fast unter dem klobigen Bosch-Intuvia Display. Der kurze Vorbau gleicht das lange Oberrohr aus und sorgt für ein direktes Lenkverhalten.

EMTB Titel 2/2016

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Markus Greber am 06.01.2017