Test Haibike Flyon Xduro Nduro 10.0 Test Haibike Flyon Xduro Nduro 10.0

Erster Test: Haibike Flyon Xduro Nduro 10.0

Interview mit Haibike Chef-Ingenieur Ingo Beutner

Florentin Vesenbeckh am 30.10.2019

"Selbstbewusstsein ist unsere DNA." 

Haibike war der erste Bike-Hersteller, der das Thema E-MTB ernst genommen hat. Chefingenieur Ingo Beutner ist seit der ersten Stunde dabei. Das neue Flyon ist seine persönliche Interpretation eines perfekten E-MTBs.

EMTB: Das Flyon weicht ab von den typischen Merkmalen früherer Haibikes. Sportliche Sitzposition, lange Geometrie, responsives Fahrwerk. Wie kam es zum Sinneswandel?

INGO BEUTNER: Unsere etablierten Modelle der XDuro- und SDuro-Serie haben wir über die Jahre weiterentwickelt, sie basieren aber in puncto Geometrie und Fahrwerk auf den Erkenntnissen der Anfangszeit. Beim Flyon haben wir das E-MTB von null an neu gedacht. Wir standen vor einem weißen Blatt und haben ein Bike gebaut, das unseren Ansprüchen von heute gerecht wird.

Welche Ansprüche habt Ihr denn genau?
Zunächst einmal wollten wir uns nicht mehr am Namen des verbauten Motorenherstellers messen lassen. Wir wollten kein Bosch- oder Yamaha-Bike, sondern ein Haibike. Dafür haben wir mit TQ den idealen Partner gefunden. Dann wollten wir natürlich konsequent integrieren, und zwar nicht nur die Batterie, sondern auch Licht, Züge und Display. Und natürlich wollten wir auch Power demonstrieren. Nicht nur mit der Optik, sondern auch durch enorme Motorleistung. Aber Flyon ist nicht nur ein starker Motor, sondern ein ganzheitliches Konzept.

Ist es gut, diese eine Art Bike auf den Markt zu bringen, in einer Zeit, in der wir alle Angst haben müssen, dass unserem Sportgerät der Status des Fahrrades aberkannt wird – mit schlimmsten Konsequenzen?
Wir waren schon immer selbstbewusst, das liegt in unserer DNA. Die gesetzliche Situation ist uns bewusst. Wir tun das Möglichste, um illegales Tuning konsequent zu verhindern. Zum Beispiel mit unserer codierten Speed-Sensor-Disc. Klar sind wir kräftiger als andere, aber bis 25 km/h kann uns da keiner was. Das ist ja das Schöne.

Das deutlich höhere Gewicht ist der Preis für Power und Integration?
Das hohe Gewicht ist nicht nur dem stärkeren Antrieb und der konsequenten Integration geschuldet. Wir arbeiten an einer neuen Norm, bei der unsere Bikes bis 150 Kilo Gesamtgewicht getestet werden. Der Flyon-Rahmen ist so stabil gebaut, dass er einmal diese Norm erfüllen könnte. Auch für den Einsatz mit Anhänger ist das Bike freigegeben, wir haben extra eine Kupplung integriert. Das Flyon ist eine neue Klasse und lässt sich nicht mit anderen vergleichen.

Ingo Beutner

Ingo Beutner, Haibike Chef-Ingenieur


EMTB-Titel 01/2019

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Florentin Vesenbeckh am 30.10.2019