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Einzeltest 2019: E-Mountainbike Cannondale Cujo Neo Einzeltest 2019: E-Mountainbike Cannondale Cujo Neo

Einzeltest 2019: E-Mountainbike Cannondale Cujo Neo

Verspieltes Trailbike: Cannondale Cujo Neo im Check

Marcus Greber am 13.09.2019

Mit moderaten Federwegen und moderner Trail-Geometrie will das Cannondale Cujo Neo Spielgefährte für eine breite Zielgruppe sein.

Mit seiner Moterra-Serie setzte Cannondale eher auf die Enduro-Fraktion. Das neue Cujo Neo will Trailbiker ansprechen. Um dem Bike ein möglichst verspieltes Fahrverhalten einzuimpfen, hatten die Produkt-Manager den Entwicklern weniger Federweg und kürzere Kettenstreben ins Lastenheft geschrieben. Folglich setzten die Amis auf den kompakten Shimano-Antrieb. Für Bodenkontakt sorgen 2,8er-Plus-Reifen.

Auf dem Trail entpuppt sich das Cujo Neo als Spaßgerät mit ausgeprägtem Faible für Singletrails. Man sitzt zentral im Rad, das sich mit nur wenig Körpereinsatz dirigieren lässt. Dank der kurzen Kettenstreben ist dem Cujo keine Kurve zu eng. Mit Leichtigkeit lässt es sich vom Boden abdrücken, spielend überfliegt man auf diese Weise Wurzeln und Schlaglöcher. Die recht schwach profilierten Maxxis-Rekon-Reifen im Plus-Format besitzen bei Trockenheit gute Traktion und sorgen – mit 1,5 bar Luftdruck befüllt – für butterweiches Abrollen. Den Rest erledigt das Fahrwerk.

Mit 130 Millimetern Federweg kann man keine Sänfte erwarten, aber die Rückmeldung vom Untergrund empfanden wir bei dieser Art Bike ohnehin als passend. Bergauf kann man aufgrund der kurzen Streben keine Höchstleistungen erwarten. Trotzdem liegen die Noten auch in dieser Disziplin über dem Durchschnitt. Cannondale spendiert dem Cujo – ganz im Zeichen der Zeit – kurze 165er-Kurbeln. Länger dürften sie auch nicht sein, denn durch das tiefe Tretlager hatten wir trotzdem einige Aufsetzer. Der große, integrierte Shimano-Akku verlangt ein massives Unterrohr – ob schick oder nicht, das liegt im Auge des Betrachters. Die üppigen 23,8 Kilo Gesamtgewicht spürt man auf dem Trail weniger als beim Tragen.

Fazit zum Cannondale Cujo Neo

Das Cujo Neo ist ein verspieltes Trailbike, das sich mit seiner ausgewogenen Geometrie in jeder Art Gelände wohl fühlt. Die Ausstattung ist für den Preis nicht top, aber sinnvoll zusammengestellt.

PLUS   Wendig im Singletrail, gute Allround-Eigenschaften
MINUS   Recht schwer

Einzeltest 2019: E-Mountainbike Cannondale Cujo Neo

Cannondale Cujo Neo: Scharfe Bergübersetzung: Das riesige 50er-Ritzel hinten sorgt auf steilen Anstiegen für effiziente Kraftübertragung. Eine 34/50er-Übersetzung sollte bei allen E-MTBs zum Standard gehören.

Einzeltest 2019: E-Mountainbike Cannondale Cujo Neo

Hoher Preis: Integration kostet bei Shimano Bauraum und Gewicht. Für lange Touren, auf denen man zwei Akkus braucht, eignet sich das Cannondale Cujo Neo dadurch nicht. Gibt Sicherheit: der massive Motorschutz (unten).


Reichhöhe   1335 hm
Zeit/500 hm4   25:36 Min.
Preis   5699 Euro

ANTRIEB
Motor   Shimano Steps E8000
Maximales Drehmoment¹   75 Nm
Akku¹  / -Gewicht²  / Preis Ersatz-Akku   Shimano 504 Wh, 3048 Gramm / 799 Euro
Schaltung   Sram XO1 (12fach)
Übersetzung (v. / h.)   34; 10–50
Display / Größe   Shimano / 21 x 38 mm

AUSSTATTUNG
Gabel / Dämpfer   Rockshox Pike RC / Rockshox Debon Air Del. RT
Federweg¹  (v. / h.)   140 mm / 130 mm
Teleskopstütze   Down Low, 150 mm
Bremse / Disc Ø (vorne / hinten)   SRAM Guide RE 200 mm / 180 mm
Laufräder   Cannondale / SLX-Naben; DT HX 531 Hybrid-Felgen
Laufradgröße   27,5''
Reifen   Maxxis Rekon + 3C /Maxxterra, 27,5 x 2,8 Zoll

MESSWERTE² 
Größen / Rahmenmaterial 
 S / M / L / XL / Aluminium
Gewicht   23,8 kg
Schwerpunkthöhe   522 mm
Lenkerbreite   780 mm
Kurbellänge / Q-Faktor   165 mm / 185 mm
Reach / Stack   418 mm / 607 mm

EMTB-URTEIL   SEHR GUT³ 


Einzeltest 2019: E-Mountainbike Cannondale Cujo Neo

Cannondale Cujo Neo

Einzeltest 2019: E-Mountainbike Cannondale Cujo Neo

Cannondale Cujo Neo

¹ Herstellerangabe
² Ermittelt an den Prüfständen im EMTB-Testlabor, Gewicht ohne Pedale.
³ Das Urteil gibt den subjektiven Eindruck der Tester und die Ergebnisse der Reichhöhenmessung und der Labortests wieder. Die Bewertung ist immer im Verhältnis zur jeweiligen Kategorie (Hardtail, Tour/Trail, Enduro) zu verstehen.

Ermittelt auf dem Rollenprüfstand im EMTB-Testlabor auf höchster Unterstützungsstufe, konstante Steigung ohne Flachstücke, 130 Watt Tretleistung des Fahrers. Die Zeit / 500 hm bezieht sich auf die ersten 500 Höhenmeter.
Das EMTB-Urteil ist preisunabhängig.
EMTB-Urteile: super (ab 350 Punkte), sehr gut (ab 315 Punkte), gut (ab 280 Punkte), befriedigend (ab 245 Punkte), mit Schwächen (ab 210 Punkte), darunter ungenügend. 4Durchschnittswert aus dem Reichhöhentest über die gesamte Distanz.


EMTB Titel 4/2018

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Marcus Greber am 13.09.2019