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Federgabel und Dämpfer: Einstellungen für E-Mountainbikes Federgabel und Dämpfer: Einstellungen für E-Mountainbikes

Federgabel und Dämpfer: Einstellungen für E-Mountainbikes

So machen Sie Ihr E-MTB geländetauglich

Florentin Vesenbeckh am 22.07.2019

Federgabel und Dämpfer machen ein E-MTB geländetauglich – allerdings nur, wenn die Einstellung Passt. Wir zeigen Ihnen die fünf Schritte zum Erfolg.

DIE RICHTIGE EINSTELLUNG

1 Luftdruck anpassen

Im ersten Schritt passen Sie den Luftdruck auf Ihr Fahrergewicht (fahrfertig, ggf. mit Rucksack) an. Eine erste Orientierung geben Luftdrucktabellen der Hersteller, die zum Teil auf die Gabel gedruckt sind. Wichtig: Stellen Sie vorab alle Einstellrädchen für Dämpfung, Plattform und Lockout auf ganz offen und gehen Sie wie folgt vor:

Federgabel und Dämpfer: Einstellungen für E-Mountainbikes

Luftdruck anpassen

2 Negativ-Federweg

Den passenden Luftdruck erkennen Sie über den sogenannten Negativ-Federweg, auch Sag genannt. Zum Messen schieben Sie die Gummiringe an Dämpfer und Gabel ganz an die Dichtungen. Stellen Sie sich mit senkrechter Kurbelstellung auf das Bike (großes Bild oben), dabei nicht wippen oder schaukeln. Lassen Sie sich dazu festhalten, oder lehnen Sie sich mit dem Lenker an eine Wand. Der ganze Druck Ihres Körpergewichts lastet auf dem unteren Pedal. Vorsichtig absteigen und den genutzten Federweg an Gabel und Dämpfer ablesen. Passen Sie den Druck solange an, bis Sie bei einem Sag von 20 bis 30 Prozent landen.

Federgabel und Dämpfer: Einstellungen für E-Mountainbikes

Negativ-Federweg

3 SAG ablesen

Die meisten Gabeln und Dämpfer haben eine Skalierung zum Ablesen des Negativ-Federwegs aufgedruckt. Ist dies nicht der Fall, lesen Sie den genutzten Federweg mit einem Zollstock ab und errechnen Sie den Prozentwert.

Federgabel und Dämpfer: Einstellungen für E-Mountainbikes

SAG ablesen

4 Dämpfung einstellen

Im nächsten Schritt wird die Zugstufendämpfung angepasst. Sie soll verhindern, dass das Fahrwerk zu schnell ausfedert und die Reifen Bodenkontakt verlieren. Faustregel für den Dämpfer: Rollen Sie im Sitzen einen Bordstein hinunter, der Dämpfer sollte nun eineinhalb Mal nachfedern. Wippt er öfter, muss die Zugstufe weiter zugedreht werden (langsamer).

Federgabel und Dämpfer: Einstellungen für E-Mountainbikes

Dämpfung einstellen

5 Zugstufe Federgabel

Um die Zugstufendämpfung der Federgabel zu justieren, braucht es etwas Fingerspitzengefühl. Durch kräftiges Zusammendrücken und plötzliches Entlasten der Gabel erspürt man die Zugstufe. Schnellt der Lenker heraus und verliert das Vorderrad Bodenkontakt, ist die Dämpfung zu schwach. Erhöhen Sie die Zugstufe (meist unten am rechten Gabelholm) Stück für Stück, bis die Gabel zwar zügig ausfedert, das Vorderrad aber gerade noch am Boden bleibt. Es gilt: so schnell wie möglich, so langsam wie nötig. Mit der gleichen Technik (Drücken auf den Sattel) können Sie die Einstellung des Dämpfers noch mal überprüfen.

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Zugstufe Federgabel


ZU BEACHTEN

  • Federweg nutzen: Schieben Sie vor Ihren Ausfahrten immer wieder die Gummiringe bis zum Anschlag und kontrollieren Sie sie nach der Fahrt. Der Federweg sollte nahezu komplett genutzt werden, sonst verschenken Sie die Performance Ihres Fahrwerks. Das Ansprechverhalten leidet, und Sie verlieren Traktion und Kontrolle.
  • Weniger ist mehr: Zu viele Verstelloptionen überfordern durchschnittliche Biker und führen zu falschen Einstellungen. Dadurch leidet die Performance des Bikes. Anpassmöglichkeiten des Luftdrucks und der Zugstufe sind Pflicht, eine Plattform oder Druckstufenanpassung wünschenswert. Was darüber hinausgeht (z. B. separat einstellbare Low- und Highspeed-Dämpfung) macht nur für Experten Sinn.
  • Wenn Sie sich an Luftdrucktabellen der Federgabelhersteller orientieren, beachten Sie, dass E-MTBs durch das höhere Eigengewicht mehr Luftdruck benötigen. Die Hersteller bieten entsprechende Hinweise oder separate Tabellen.
  • Beachten Sie bei der Wahl des Negativ-Federwegs auch die Hersteller-empfeh­lungen. Je nach Bike-Kategorie und Einsatzzweck variieren die Werte. Grundregel: je mehr Federweg, desto mehr Sag. Enduros mit 160 oder 180 Millimetern Federweg können gut mit 30 Prozent gefahren werden. 120-Millimeter-Touren-Bikes eher mit 20 bis 25 Prozent Negativ-Federweg.

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Florentin Vesenbeckh am 22.07.2019