Kaufberatung: E-Mountainbikes für Frauen Kaufberatung: E-Mountainbikes für Frauen

Kaufberatung: E-Mountainbikes für Frauen

Anforderungen an ein E-MTB für Frauen

Ralf Glaser am 16.11.2019

WEIBLICHE ATTRIBUTE

Körpergeometrie, Gewicht, Fahrstil, Sicherheitsempfinden: Ein spezielles Frauen-Bike muss unterschiedliche Ansprüche berücksichtigen. Darauf kommt es an.

1. Geometrie

Das wichtigste Maß, das entscheidet, ob ein kleiner Mensch auf ein Bike passt, betrifft die Länge des Sitzrohrs (s. rechts). Die Länge des Oberrohrs entscheidet über die Position auf dem Bike: Ein langes Oberrohr führt zu einer eher sportlichen Position, ein kurzes zu einer zentralen und damit komfortablen Position. Auch die Kettenstreben reden, gerade an E-MTBs, ein wichtiges Wörtchen beim Handling des Bikes mit: je kürzer, desto agiler ist das Bike. Gerade kleine Fahrer/innen sollten auf kurze Kettenstreben achten. Ein flacher Lenkwinkel bringt Vorteile in steilen und schnellen Abfahrten, kann aber eine gewisse Trägheit mit sich bringen.

2. Fahrwerk

Viel Federweg hilft viel? Ja, aber nur, wenn man ihn nutzt. Entscheidend ist, dass das Bike zum Einsatzbereich passt. Wollen Sie ein Bike, das auch in schwierigen Fahrsituationen und im groben Gelände viel Sicherheit vermittelt? Dann können Sie zu 150 mm oder mehr greifen. Auf Touren ohne hohen Anspruch an die Fahrtechnik sind Sie mit 130 mm Federweg gut bedient. Wichtig: Die Federelemente müssen auf das Körpergewicht einstellbar sein. Bei Werten unter rund 55 Kilo kommen Standard-Setups an ihre Grenzen. Vergewissern Sie sich, dass der Hersteller Gabel und Dämpfer auf geringes Gewicht getunt hat.

3. Bereifung

Das höhere Systemgewicht (Fahrerin plus Bike) gegenüber einem konventionellen Bike stellt auch an die Bereifung höhere Ansprüche. Alle aktuellen E-MTBs kommen auf Laufrädern mit 29 oder 27,5 Zoll Durchmesser. Die Wahl der Laufradgröße sollte man auch von der Körpergröße abhängig machen. 29er könnten für kleine Fahrer/innen zu sperrig sein. Bei 27,5-Zoll-Laufrädern haben sich inzwischen Reifenbreiten von 2,6 bis 2,8 Zoll durchgesetzt: mehr Grip, weniger Durchschläge, mehr Komfort. Trotzdem: Sehr sportliche Fahrerinnen werden sich aufgrund des indirekteren Fahrgefühls für nicht zu breite Reifen (max. 2,6) entscheiden.

Kaufberatung: E-Mountainbikes für Frauen

Es gibt durchaus unterschiedliche Anforderungen an ein Frauenbike

4. Übersetzung

Einfach-Kettenblätter an der Kurbel haben sich bei E-MTBs als Standard durchgesetzt. Zum Glück, denn durch die höheren Kräfte bei E-MTBs ist die Gefahr eines Kettenrisses beim Wechsel des Blattes hoch. Wer viel in steilem Gelände und an hohen Bergen unterwegs ist, schafft mit einer leichten Übersetzung Reserven und schont Kraft wie Motor. Für Berg-Touren sollte das größte Ritzel der Kassette mindestens 46 Zähne haben, vorne sind Kettenblätter mit maximal 34 Zähnen (Bosch unter 16 Zähne) ideal. So lassen sich steile Rampen entspannter erkurbeln. Außerdem muss nicht bei jeder stärkeren Steigung der Vollgas-Modus eingelegt werden.

5. Antrieb/Akku

Die Motoren der meis­ten E-MTBs unterscheiden sich weniger in den nackten Leistungsdaten. Entscheidender ist das subjektive Empfinden, welche Motorcharakteristik einem zusagt – das lässt sich am besten mit einer Probefahrt he­rausfinden. Bei den Akkus, zumindest bei Wechsel-Akkus, sind 500 Wh Standard, seltener kommen Akkus mit
600 Wh serienmäßig zum Einsatz. Für kürzere Runden reicht dies locker aus. Wer jedoch längere Tages-Touren fahren möchte, kommt um einen Zweit-Akku kaum herum – hier lohnt also auch ein
Blick auf den Preis. Integrierte Akkus sind aufgrund von Größe und Form als Wechsel-Akkus teils suboptimal.


Seite 2 / 4
Ralf Glaser am 16.11.2019