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Kaufberatung E-Mountainbike

Kaufberatung: so finden Sie das richtige E-Mountainbike

Stephan Ottmar am 08.12.2015

3000 Euro sind für ein vernünftiges E-Mountainbike schnell verpulvert. Bei solchen Summen sollten Sie vorher genau überlegen, worauf es Ihnen ankommt, damit der Lustkauf nicht im Frust endet.

Wer beim Lieblings-Italiener die Wahl hat zwischen Pizza und Pasta, kann bedenkenlos eine Bauchentscheidung treffen. Je nach Lust und Laune mag das eine oder das andere Gericht die beste Wahl sein. Wer ein E-Bike kaufen möchte, hat es da schwerer – und trägt die Konsequenzen länger. Ein Essen ist 24 Stunden später verdaut, ein Rad steht für Jahre im Keller. Und nur wenn der Kauf gut war, darf das Bike so oft wie möglich an die frische Luft und muss nicht in den Katakomben verstauben.

Sie haben die Entscheidung getroffen, unter die E-Mountainbiker zu gehen? Herzlichen Glückwunsch! Dann liegen Sie voll am Puls der Zeit. Kaum eine Fahrradgattung verzeichnet aktuell größere Wachstumsraten. Die Showrooms der Hersteller sind voll mit einer bunten Auswahl individueller Designs, bestückt mit Komponenten auf unterschiedlichen Preisniveaus. Die Schwierigkeit ist, aus dieser Angebots-Fülle das Richtige herauszufiltern. Das ist vor allem für Einsteiger nicht einfach. Wer kann sagen, welche Ansprüche er an einen Sportwagen hat, wenn er noch nie am Steuer saß? Wenn Sie noch nie ein E-Bike ausprobiert haben, muss der erste Schritt eine Probefahrt sein – nur so erfahren Sie, was E-Biken bedeutet. Eine kleine Warnung voraus: Rechnen Sie unbedingt damit, dass sich sofort nach dem ersten Aufsitzen ein breites Grinsen auf Ihr Gesicht schleicht. Das ist völlig normal – und sagt nichts über die Qualität des Modells! Aber erst so eine Testfahrt schafft das grundsätzliche Verständnis dafür, was mit solchen Rädern möglich ist. Der zweite Schritt besteht dann aus ­einer sehr genauen Analyse Ihrer persönlichen Ansprüche. Bei Mountainbikes ist die Spezialisierung weit fortgeschritten. Je nach Einsatzbereich sind die verschiedenen Gattungen mehr oder weniger sinnvoll. Welcher Typ Mountainbike am besten zu Ihnen passt, finden Sie über unsere Typologie hier heraus.

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Wenn das E-MTB optimal zu den eigenen Ansprüchen passt, ist Fahrspaß garantiert.

Doch auch in puncto Motor müssen ­einige Entscheidungen getroffen werden. Die erste ist, welche Leistung und Endgeschwindigkeit der Antrieb liefern soll. In unseren Tests von E-Mountainbikes beschränken wir uns auf Pedelecs mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde. Diese Klasse bietet die breitesten Einsatzmöglichkeiten und jeder darf sie ohne Führerschein und Zusatzkenntnisse überall dort steuern, wo Fahrräder erlaubt sind. Für Klassen mit höheren Geschwindigkeiten gelten recht restriktive Gesetze. Die Bezeichnung Pedelec bedeutet, dass der Motor nur dann unterstützt, wenn der Fahrer selbst zusätzlich in die Pedale tritt.
Für Mountainbikes mit Vollfederung kommen aus unserer Sicht nur Mittelmotoren in Frage. Das haben auch die Hersteller verstanden; Fullies werden nur noch sehr vereinzelt mit Hinterradmotoren ausgestattet. Denn Standard-Nabenmotoren – bei denen der Motor fix im Hinterrad verbaut ist – haben gegenüber den Mittelmotor-Konzepten den großen Nachteil, dass die Drehzahl des Motors gegenüber der Drehzahl des Hinter­rades nicht übersetzt werden kann. Elektromotoren funktionieren aber besser, wenn die Drehzahlen höher ­liegen. Die Folge: Der Zusatzschub der Hinterradantriebe ist bei niedrigen Geschwindigkeiten meist gering. Und wenn es steil bergauf geht, laufen diese Systeme schneller heiß. Wer häufig Touren mit steilen Anstiegen macht, sollte also ein Mittelmotor-Bike kaufen.

Trotzdem kann es sinnvoll sein, sich für ein E-Mountainbike mit Heck­antrieb zu entscheiden; nämlich dann, wenn die Ansprüche an die Bergauf­qualitäten nicht so entscheidend sind. Wer nur moderate Anstiege befährt oder sehr kurze steile Rampen bewältigen muss, kommt auch mit einem Heckantrieb gut zurecht und bezahlt weniger. Wenn Sie die Entscheidungen zum Einsatzbereich und Motorkonzept getroffen haben, finden Sie in unserem Magazin regelmäßig intensive Tests aktueller E-Mountainbikes, in denen wir die Bikes beschreiben, analysieren und bewerten. In diesem Special haben wir 16 Räder getestet. Eine Bauchentscheidung ist so überflüssig und das richtige Bike schnell gefunden. Und Pizza oder Pasta beim Lieblingsitaliener schmecken nach einer ordentlichen Biketour dann gleich doppelt so gut.

Welcher Fahrertyp sind Sie?

Wenn Sie bereits länger Mountainbiken, kennen Sie natürlich die Anforderungen, die Sie an Ihr Bike stellen. Starten Sie gerade erst durch, können Sie sich an den folgenden Charakteren orientieren:

Hardtail-Fahrer

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E-MTB-Hardtails gibt es viele am Markt.

E-Mountainbiker mit relativ geringen Ambitionen im Gelände sind in dieser Gruppe zu Hause. Wer ein komfortables Rad sucht, das sich bequem auf Schotter- und Waldwegen bewegen lässt und nur relativ selten fahrtechnisch anspruchsvolles Gelände unter die Stollen bekommt, der ist in dieser Klasse gut aufgehoben. Außerdem sind die Bikes günstiger als Vollgefederte. Heck- oder Mittelmotor? Egal.

All Mountain-Biker

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All Mountains sind E-MTB-Fullys mit bis zu 150 mm Federweg.

Der Begriff All Mountain umschreibt den klassischen Tourenfahrer. Die Bikes müssen ordentliche Fahrwerke besitzen, um auch in herausforderndem Terrain zu brillieren. Sie sollten Federwege zwischen 100 und 150 Millimeter besitzen. Je mehr Federweg, desto geländetauglicher. Mit diesen Bikes absolvieren Sie lange Touren – egal, ob entspannt auf dem Radweg oder auf anspruchsvollen Alpen-Trails.

Freerider

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Die Königsklasse unter den E-MTB-Fullys: die Enduro- und Freeride-Bikes.

Wer sein Bike als Gondel- oder Shuttle-Ersatz sieht, braucht ein Enduro- oder Freeride-Bike. Potente Fahrwerke sind ein Muss. Ab 150 Millimeter geht’s los, mehr ist besser. Das Limit ist hier der Akku, denn mehr als 1000 Höhenmeter schafft kaum ein Antriebssystem ohne ordentliche Unterstützung vom Fahrer. E-Bikes in dieser Klasse sind derzeit noch selten.

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Stephan Ottmar am 08.12.2015