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E-Bike Kaufberatung

Teil 2: Die E-Bike-Typen und Motoren im Überblick

Gerolf Meyer am 29.05.2015

Citybikes: E-Bikes für die Stadt

Citybikes sind gemacht für die kurzen und mittleren Wege des Alltags. In der Stadt und auf dem Land fährt man mit ihnen zum Einkaufen, zur Arbeit oder ins Konzert. Mit Motorkraft macht das Stop & Go Spaß, auch wenn man mal nicht auf der grünen Welle gleitet. Auch Ausflüge machen die Citybikes mit, auf langen Distanzen stoßen sie aber an Grenzen.

Perfekt für:
• kurze und mittlere Stadt-Strecken
• Einkaufsfahrten, kurze Ausflüge
• alle, die entspannt und aufrecht sitzen wollen

Nicht passend für:
• lange Strecken
• Geländetouren

Tourenräder: Trekkingbikes mit E-Antrieb

Tourenräder sind sportliche Alleskönner. Sie kombinieren Komfort und Sicherheit mit effektivem Vortrieb. Das macht sie besonders attraktiv für Ausflüge oder lange Pendelstrecken. Weiter entfernte Ziele gelangen in realistische Reichweite, auch Anstiege in den Mittelgebirgen lassen sich gut bezwingen.

Perfekt für:
• alle, die einen Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort suchen
• den Allroundeinsatz in Stadt und Land

Nicht passend für:
• Fahrten im groben Gelände

E-MTB DS1501_Trek

E-Mountainbikes wie das Trek Powerfly+ FS9 sind für den Einsatz im Gelände gebaut und machen selbst sportliche Trail-Abfahrten mit.

Sport: E-Mountainbikes

Sport-Bikes sind die Spaßmobile unter den Pedelecs. Elektrifizierte Fitnessräder oder E-Mountainbikes bringen echten Fahrspaß, auf Asphalt oder im Gelände. Als Alltagsräder sind sie allerdings weniger geeignet.

Fahrgefühl

Diese Räder fahren sich besonders agil. Am Mountainbike bringen Federelemente ordentlich Dämpfung im Gelände. Fitnessräder haben schmale Reifen, tiefe Lenker und man sitzt gestreckt. Beschleunigung und Geschwindigkeit lassen sich mit den E-Sportlern richtig genießen, doch Vorsicht: Oft sind sie nicht nach StVZO ausgestattet.

Technik

Mittel- und Heckmotor werden mit teuren Gangschaltungen kombiniert. Das Gewicht wird möglichst gering gehalten: keine Schutzbleche, Beleuchtung und Gepäckträger; Laufräder sind eher leicht, die Reifen bei E-Mountainbikes eher grob. Für die Sportler gilt: Kräftige Scheibenbremsen sind ein Muss. Denn wer sportlich fährt, muss auch schnell anhalten können.

Perfekt für:
• Radsportler, die wenig Zeit zum Trainieren haben
• Workout und Landschaftsgenuss

Nicht passend für:
• Alltagsfahrten und Dunkelheit

Spezialist: das S-Pedelec

S-Pedelec
S-Pedelecs machen dem Auto auch beim Tempo Konkurrenz: Der Motor beschleunigt bis auf 45 km/h. Sie gelten als Kleinkrafträder und dürfen innerorts nicht auf Radwege. Fast alle Pedelec-Typen gibt es auch als S-Pedelec, auch für E-Mountainbikes. Sie spielen ihre Trümpfe besonders auf langen Strecken oder als schnelle Spaßmobile aus.

Baumarkt & Co.

E-Bikes sind teuer, da liegt die Versuchung nahe, vermeintliche Preisbrecher in Baumärkten oder beim Discounter zu kaufen. Doch Vorsicht: Legen Sie nur dort Geld für ein Pedelec auf den Tisch, wo eine kompetente Werkstatt sich sowohl mit den Fahrrad- als auch den elektronischen Komponenten auskennt. Eine E-Bike-Kaufberatung ist sehr hilfreich, bevor Sie ein E-Bike kaufen. Das ist bei Billigheimern nicht der Fall. Achten Sie auf Markenantriebe, lassen Sie die Finger von No-Name-Produkten. Diese können schnell versagen, im schlimmsten Fall geraten billige Akkus in Brand. Bei E-Bikes vom Discounter oder Baumarkt kann die Freude daran schnell vorbei sein.

Geschwindigkeit & Recht

Streng genommen bezeichnet der Begriff "E-Bike" ein Fahrrad mit Zusatzantrieb, der unabhängig von der eigenen Tretkraft zugeschaltet werden kann. Fahrräder, deren Antriebsleistung an die Tretleistung des Fahrers gekoppelt ist, werden eigentlich korrekt als „Pedelecs“ (Pedal Electric Cycle) bezeichnet. Doch der Begriff E-Bike hat sich eingebürgert. Bei Pedelecs unterscheidet man zwei Klassen: das normale Pedelec, dessen Motor bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützt und dann den Antrieb abschaltet, sowie das S-Pedelec, das bis 45 km/h schiebt. Pedelecs bis 25 km/h gelten als Fahrräder. Es besteht keine Helmpflicht, sie dürfen auf Radwegen gefahren werden. S-Pedelecs gelten als Kleinkrafträder und dürfen innerorts nicht auf den Radweg. Sie haben eine spezielle Zulassung, die sich auch auf die einzelnen Bauteile bezieht. Diese dürfen nicht einfach gegen andere Bauteile ersetzt werden. Für S-Pedelecs gilt Helmpflicht, sie müssen mit zusätzlichen Reflektoren und einem Rückspiegel ausgestattet sein. Außerdem benötigt man einen Mofa-Führerschein und ein Versicherungskennzeichen.

Die Motoren bei E-Bikes im Überblick

Frontmotor

Frontmotoren sitzen in der Nabe des Vorderrads und übertragen dort ihr Drehmoment auf den Untergrund. In Kombination mit der aufs Hinterrad wirkenden Tretkraft entsteht quasi ein Allradantrieb. Das klingt robust, hat aber Tücken: Gabel und Steuerrohrmüssen sehr stabil gebaut sein, denn sie sind das Widerlager für die Motorkräfte. Wir raten daher dringend davon ab, ein klassisches Fahrrad im Eigenbaumit Frontmotor nachzurüsten. Frontmotoren verschwinden derzeit langsam vom Markt und werden von Mittelmotoren abgelöst.

Mittelmotor

Mittelmotoren werden zentral am Tretlager montiert, fahrdynamisch ist das die beste Position. Wird auch der Akku tief am Unterrohr angebracht, ergibt sich eine sehr gute Schwerpunktlage. Das E-Bike lässt sich dann fast wie ein klassisches Fahrrad steuern, die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterrad ist ausgewogen. Das hilft auch an Bordsteinkanten oder im Gelände, wo man aktiver mit dem Bike arbeitet. Nachteil: Mittelmotor-Fahrräder brauchen spezielle Rahmen, an die der Motor geschraubt werden kann. Das kostet Geld und legt den Käufer auf ein Antriebssystem fest. Die meisten Mittelmotoren arbeiten mit einem Kettenblatt. Nur an Bikes mit Yamaha-Motor lassen sich zwei Kettenblätter montieren.

E-MTB Univega Impulse Motor

Derby Cycle hat für seine Marjen Focus und Univega einen eigenen Antrieb im Programm. Der Mittelmotor hängt zentral im Rad, bietet gute Bodenfreiheit und lässt mehrere Kettenblätter zu.

Heckmotor

Heckmotoren sitzen dort, wo die Kraft auf die Straße kommt: im Hinterrad. Da sie ihr Drehmoment nicht über die Kette übertragen, wird der Antriebsstrang geschont. Heckmotoren sind oft sehr kraftvoll und fahren sich spritzig. Für den sportlichen Einsatz von Heckmotoren spricht auch, dass ein Ritzelpaket am Hinterrad und bis zu drei Kettenblätter montiert werden können. Somit ist das Übersetzungsspektrum groß, die Bikes decken einen breiten Geschwindigkeitsbereich ab. Der Nachteil: Heckmotoren machen das Bike stark hecklastig. Denn auf dem Fahrrad wird das Hinterrad stärker belastet, der Heckmotor verstärkt diesen Effekt noch. Das kann störend sein – etwa im Gelände.

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Gerolf Meyer am 29.05.2015