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Carpathian Epic 2018 Etappenrennen Carpathian Epic 2018 Etappenrennen

BIKE Junior Team: Carpathian MTB Epic – Teil 5

Flachetappe mit 2500 Höhenmetern

Pirmin Sigel am 21.08.2018

Abenteuerlicher Renneinsatz für Pirmin Sigel vom BIKE Junior Team powered by Bulls: Der U23-Fahrer bestreitet das Etappenrennen Carpathian MTB Epic durch Rumänien und berichtet. Heute: das Finale.

Am Tag nach der harten Königsetappe beim Carpathian MTB Epic ging es mir körperlich überraschend gut: ich hatte keine Schmerzen, im Gegensatz zur ersten Etappe, und daher auch keine Bedenken, dass ich die Etappe eventuell nicht überleben könnte. Außerdem war es heute relativ flach mit nur 2500 zu fahrenden Höhenmetern. Und das Beste überhaupt: Der Streckenchef hatte beim abendlichen Briefing für die heutige Stage von keiner Tragepassage gesprochen.

Carpathian Epic 2018 Etappenrennen

Von daher war ich am Start zur dritten und letzten Etappe relativ relaxt. In der ersten Phase des Rennens ging es gleich in Cross-Country-Manier mit hohem Tempo in welligem Gelände los. Ich kämpfte auf Position 15 um den Anschluss an die Spitzengruppe. In dieser Phase musste ich ziemlich investieren, da sich in meiner Gruppe niemand an der Führungsarbeit beteiligen wollte. So erreichte ich die erste Feedzone, in der ich noch nichts aufnahm und stattdessen gleich in die erste geniale Abfahrt ging. In den darauffolgenden 800-Höhenmeter-Anstieg ballerten wir zu viert rein. Nach dem ersten Drittel platzte ein Fahrer weg, nach gut der Hälfte musste ich die beiden anderen ziehen lassen – meine Führungsarbeit hatte ganz schön Körner gekostet. Ich entschied, nun alleine konzentriert mein Tempo zu fahren und Kräfte für den letzten Anstieg zu sammeln. So kam ich gut voran und erreichte die zweite Feedzone, wo ich mich kurz verpflegte.

Carpathian Epic 2018 Etappenrennen

Carpathian Epic 2018 Etappenrennen

In welligem Profil ging es an einem Bachbett entlang und dann in den Downhill hinein, der nochmal ordentlich Spaß machte. So erreichte ich den letzten 15-Kilometer-Anstieg, der mit 800 Höhenmetern aufwartete, und den ich in Teilen schon von der gestrigen Etappe kannte. Den hatte ich mir zurechtgelegt, um nochmal zu attackieren. Mit hohem Tempo fuhr ich in den Anstieg, fühlte mich richtig gut und konnte so zu zwei Fahrern aufschließen, die ich dann auf den letzten Höhenmetern noch einsammeln konnte. So erreichte ich auf Platz 20 das Ziel.
In der Gesamtwertung finishte ich nach vier harten Tagen auf Platz 16. Damit bin ich mehr als zufrieden in meinem ersten Etappenrennen!

Carpathian Epic 2018 Etappenrennen

Mein Fazit zum Carpathian MTB Epic

Ursprünglich bin ich nach Rumänien gefahren, um erste Erfahrungen bei einem Etappenrennen in einem eventuell nicht ganz so stark besetzten Fahrerfeld zu sammeln. Warum also nicht in den Karpaten, die für Naturliebhaber ja schon seit längerem ein Tipp sind? Am Start stand jedoch ein hochklassiges Feld: ehemalige Europameister im Marathon, diverse Marathon-Landesmeister sowie einige Teilnehmer der Cape Epic. Alle, mit denen ich gesprochen habe, sagten denselben Satz: „Wenn du das überlebt hast, kannst du jedes Etappenrennen fahren!“
Scheinbar sind nicht alle Etappenrennen derart steil, verblockt und mit Tragepassagen gespickt. Auch die sehr technischen Downhills zeichnen das Carpathian MTB Epic wohl aus.
Den rumänischen Veranstaltern haben alle Profis, mit denen ich gesprochen habe, ein großes Lob ausgesprochen: Es war eine top organisierte Veranstaltung! Das alles macht mich nochmal zufriedener, als ich es eh schon bin: ich konnte die vier Tage konditionell durchziehen, hatte keinen technischen Defekt und durch meine gute Platzierung darf ich noch 15 Weltranglistenpunkte mit nach Hause nehmen.

Carpathian Epic 2018 Etappenrennen

Als Bike-Revier sind die Karpaten auf jeden Fall zu empfehlen, man kann es ja auch gemütlicher angehen lassen. Jetzt freue ich mich aber erst einmal auf ein paar Tage Ruhe mit ganz viel frischem Salat und ohne Kohlenhydrate!
 

Ride clean,
Pirmin

 

Pirmin Sigel am 21.08.2018