Regina beim World Cup in Offenburg Regina beim World Cup in Offenburg Regina beim World Cup in Offenburg

Regina beim World Cup in Offenburg

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 13 Jahren

Unsere Juniorin Regina Genser hatte beim World Cup in Offenburg ihren ersten Einsatz im Nationaltrikot. Hier ist ihr persönlicher Erlebnisbericht.


Bericht vom UCI-World-Cup-Rennen in Offenburg

Mir war schon ein bisschen unwohl, als ich am Freitag nach der Berufsschule mit meinem Vater nach Offenburg aufbrach. Das zweite Rennen in der Saison und dann gleich der erste Einsatz im Nationaltrikot beim UCI-Mountain-World-Cup.

Als wir gegen 16:00 Uhr auf dem Wettkampfgelände ankamen, erwartete uns schon der Bundestrainer Peter Schaupp, um mir letzte Infos und die Startnummer zu geben. Schnell war ich umgezogen und dann machte ich mich bei schönstem Wetter auf, die Strecke zu erkunden. Ich hatte ja schon einiges gehört und auch auf Extremesports-Channel einen Filmbericht vom Rennen in Offenburg gesehen, doch als ich dann vor den Highlights Dual-Speed, NorthShore, Worldclass Drop, Wolfsdrop und Snake Pit stand, wurde mir schon einigermaßen flau in der Magengegend. Einige Passagen waren leider schon gesperrt, so dass ich nicht alles besichtigen und versuchen konnte, und so machten wir uns daran, erst einmal den aufkommenden Hunger zu stillen.

Auf einem schönen Platz oberhalb des riesigen Wettkampfgeländes durften wir unseren Bus stellen und bald konnte ich die im Bus selbst gekochten Nudeln mit Soße vertilgen. In der Abenddämmerung ging ich dann mit meinem Vater zu Fuß die Strecke noch einmal komplett ab.

Es war ein wunderschöner Morgen als ich mich bereits um 8:00 Uhr noch einmal aufmachte, die Strecke zu befahren. Ich musste dies unbedingt tun, denn mein Start war ja erst um 14:32 Uhr und was sollte ich denn so lange machen? Nach dem Morgensport sahen wir uns das offizielle Training der Elitefahrer an, bummelten über die Team-Area, schauten beim Team-Treffpunkt des BDR vorbei. Dort empfing uns Peter Schaupp mit der Info, dass mein Trikot noch auf dem Weg von Frankfurt nach Offenburg sei. Also weiterhin das BIKE-Junior-Team-Outfit zur Schau tragen.

Nudel-Reste-Essen im Bus und dann erste Vorbereitungen für das Rennen treffen. Gegen 13:30 Uhr dann die direkte Vorbereitung. Massieren, einfahren auf der Straße und den Transponder in Empfang nehmen. Erst gegen 14:00 Uhr war dann auch mein erstes Nationalmannschaftstrikot da. 14:15 Uhr Startaufstellung. Die Nervosität war groß, als ich mangels UCI-Punkte auf den vorletzten Startplatz der 44 Starterinnen rollte. Zwei Minuten vor uns Mädels wurden die 110 Jungs gestartet und dann ging es auch für mich endlich los. In der Startloop fuhr ich dem Feld hinterher, aber danach begann ich, mich nach vorne zu arbeiten. Bis auf Platz 31 schaffte ich es. Viel Staub, Sonne und Hitze erschwerten das Atmen. In der 3. und letzten Runde wurden meine Bemühungen, den Anschluss an die vor mir liegenden Sarah Bosch und Elisa Rieß zu schaffen, jäh beendet, denn da wurde ich von der Spitzengruppe der Jungs regelrecht überrollt. Zwei Stürze am Northshore, Wolfsdrop und Ansätze von Krämpfen beendeten meine Aufholaktion. Nach 1:14,54 kam ich, mit blutendem Ellbogen, nicht ganz zufrieden als 33. ins Ziel.

Ich hatte meinen ersten internationalen Einsatz überstanden und eigentlich meine Ziele erreicht. Ich wollte nicht Letzte werden und ich wollte nicht der 80%-Regel zum Opfer fallen. Beides habe ich erreicht und so fuhr ich um viele Erfahrungen und Erlebnisse reicher mit meinem ersten Nationaltrikot in der Tasche müde, aber zufrieden noch am Abend von Offenburg nach Hause.

Regina in action. Archivbild aus Münsingen.


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