Patrick und Ludwig bei der Craft BIKE Trans Germany Patrick und Ludwig bei der Craft BIKE Trans Germany Patrick und Ludwig bei der Craft BIKE Trans Germany

Patrick und Ludwig bei der Craft BIKE Trans Germany

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 11 Jahren

Patrick Titus und Ludwig Döhl vom BIKE Junior Team haben die Trans Germany als Training für die anstehenden Saison-Höhepunkte genutzt. Und dabei ist es gar nicht schlecht gelaufen... Hier ist der Bericht:


Patrick und Ludwig starten bei der Trans Germany 2010

Nach dem die beiden im vergangenen Jahr an der BIKE Transalp mit sieben Etappen, 650 km Länge und annähernd 20000 Höhenmetern in der Teamwertung teilnahmen und als jüngstes Team einen beachtlichen 34. Platz in der Gesamtwertung belegten, entschlossen sie sich heuer, die Trans Germany in der Einzelwertung zu bewältigen.

Das Etappenrennen startete an Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, in Garmisch Partenkirchen und endete nach 7212 Höhenmetern und 286,13 Kilometern an Deutschlands größtem See, dem Bodensee, im österreichischen Bregenz, direkt auf der Seebühne.

Die 1. Etappe startete am Mittwoch, den 2. Juni in Garmisch und führte über 81,44 km und 2154 hm in das österreichische Lermoos. Bei eisiger Kälte und strömenden Regen fiel um 10 Uhr 15 der Startschuss und schaute man in die Gesichter der Teilnehmer, spiegelte sich in vielen das trostlose Wetter wider. Unsere beiden Jungs konnten wegen des Wetters leider nicht ihre Trikots zeigen, aber dafür ausgiebig die Regenkleidung von Craft testen und für gut befinden. Nach einem verhaltenem Renntag kam Ludwig nach 3:31.08 als 47. und Patrick 37 Sekunden später als 50. ins Ziel. Wie sich am Ende des Rennens herausstellte, begann jetzt der Wettkampf der Betreuer: Räder waschen, durchchecken, Kleidung reinigen und trocknen, Speisen zubereiten, Unterkunft aussuchen usw.

Die 2. Etappe startete am Donnerstag um 11 Uhr in Lermoos und war bis auf eine Kleinigkeit genauso trostlos und verregnet wie die erste. Aber die Kleinigkeit hatte es in sich. Ich verabredete mit den beiden, sie am alten Gaichtpass, einer Salz- und Weinhandelsstraße der Römer, erbaut ca. 600 nach Christus, zu verpflegen. Gerade noch rechtzeitig vor dem Eintreffen der Führungsgruppe erreichte ich den vereinbarten Punkt, da sah ich auch schon Ludwigs lila Milka Arm gegen den Himmel zeigen und schon nahm er gierig die gereichte Trinkflasche entgegen. War das ein Traum? Unser Ludwig in der Führungsgruppe unter ca. 20 Vollprofis. Aber meine Erfahrung sagte mir auch zugleich: "Das geht nicht gut, irgendwann kommt der Mann mit dem berühmten Hammer und Ludwig wird schlagartig von seinen Kräften verlassen". Natürlich fieberte ich jetzt dem Ziel in Pfronten entgegen. Dort angekommen flogen mir schon die ersten Kommentare entgegen. "Was hat der heute für eine Rakete gezündet", "Gibt es heute Abend eine Fete mit viel Milka-Schokolade" usw. Ludwig belegte tatsächlich Platz 25 in der Gesamtwertung und hat dabei einige Profis hinter sich gelassen. Patrick hatte heute leider schwere Beine, er fuhr als 62. ins Ziel, konnte aber Tags darauf trotzdem noch aus Startblock A starten.

Die 3. Etappe startete am Freitag in Pfronten und schon am Morgen zeichnete sich eine deutliche Wetterbesserung ab. Um 10 Uhr fiel der Startschuss und die Sonne lachte durch den weißblauen, bayerischen Himmel. Patrick und Ludwig nutzten das herrliche Wetter für eine Werbefahrt. Zusammen fuhren sie immer unter den Top 50 (bei über 1000 Startern) und am Verpflegungspunkt Dreiangelhütte, in der Nähe von Sonthofen, konnte auch ich die Zurufe des Publikums hören: "Milka, Milka, Milka vor" . Beim Aufnehmen der Verpflegung hat man gesehen wie die beiden die Sonne genossen haben und sich dabei wohlfühlten. Sie beendeten die Fahrt auf Platz 54 und 55 mit strahlenden Gesichtern und eigentlich noch lockeren Beinen.

Die 4. und letzte Etappe begann in Sonthofen wiederum um 10 Uhr. Beim Frühstück hatte ich an die beiden noch die Order ausgegeben sich zu schonen, da ja das wichtige Bundesligarennen in Albstadt am darauffolgendem Wochenende ist. Wieder war herrlicher Sonnenschein und sommerliche Temperaturen sorgten für Schweißperlen auf der Stirn der Fahrer sowie auch der Betreuer. Patricks Vater Karlheinz übernahm den Servicepunkt 1 direkt auf dem Riedbergpass, an dem die Fahrer ca. 6 km bergauf bewältigen mussten. Ich war diesmal an Punkt 2, ca. 28 km vor dem Ziel an der Bregenzerach postiert. Man konnte sich ja Zeit lassen, die Jungs fahren heute im Schongang. So rauschte die Führungsgruppe mit etwa 20 Fahrern an mir vorbei. Na 30 Sekunden sah ich schon die Verfolger auf mich zu fahren. Was war das? Ein lila Trikot im Pulk? Das kann nicht sein, die Order lautete anders. Aber tatsächlich, Ludwig hat sich wieder unter den Profis festgebissen und war unter den dreißig Besten des Tages. Wieder griff er gierig nach der Trinkflasche und versuchte, das Hinterrad des Vordermannes zu halten. Wieder kamen die üblichen Kommentare im Zielbereich und Ludwig fuhr als 29 ins Ziel. Patrick belegte mit 14 Minuten Rückstand auf den Sieger noch einen sehr guten 66. Platz und wieder begann das große Putzen, aber heute zum letzten Mal.

In der Gesamtwertung belegte Ludwig nach 11 Stunden 9 Minuten und 28 Sekunden den 36. Platz, mit dem er mehr als zufrieden ist. Aber auch Patrick ist nach 11 Stunden, 47 Minuten und 45 Sekunden mit Platz 50 zufrieden. Es ist auch aller Ehren wert, bei so einem Rennen unter die Top 50 zu fahren. Jetzt freuen sich beide auf Albstadt und hoffen, bis dahin ihre Form zu halten.


Bericht: Team Manager Gerhard Döhl

Armin M. Küstenbrück Die Schlammschlacht der ersten zwei Tage hinterließ nicht nur bei Patrick Spuren...

Armin M. Küstenbrück Ludwig in action, in der direkten Verfolgung der goßen Spitzengruppe.

Armin M. Küstenbrück Unsere beiden U23-Fahrer glücklich im Ziel!


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