Jeantex BIKE Transalp gemeistert! Jeantex BIKE Transalp gemeistert! Jeantex BIKE Transalp gemeistert!

Jeantex BIKE Transalp gemeistert!

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 12 Jahren

Patrick Titus und Ludwig Döhl haben ihre Transalp-Premiere erfolgreich bestanden. Als jüngstes Team erreichten sie den 34. Platz im Männer-Feld. Hier ist der Bericht.


Bericht von Patrick und Ludwig


Herausforderung Jeantex BIKE Transalp 2009

Das Highlight unseres Wettkampfkalenders 2009 war mit Sicherheit die Jeantex BIKE Transalp. Da wir aber hauptsächlich Cross-Country-Rennen fahren, gingen wir das Unternehmen mit gemischten Gefühlen an, denn das Training war nicht auf so ein hartes Etappenrennen abgestimmt. Im Vorfeld fuhren Patrick und ich die Deutsche Marathonmeisterschaft und Patrick fuhr das Wochenende zuvor noch den Dolomiti Superbike Marathon, wo er einen sehr guten 56. Gesamtplatz belegte.

Der Tag der Wahrheit kam immer näher und so trafen wir uns am Freitag auf einem Campingplatz bei Mittenwald. Am Abend trafen wir uns mit den Teamfahrern von Cube zum gemeinsamen Abendessen und Claus Wachsmann, ein Kenner des Rennens, gab eine kurze Info über die erste Etappe.


Etappe 1, Samstag 18. 07. Schon in der Nacht hören wir schwere Regentropfen auf unseren VW-Bus klopfen und als wir aus unseren Schlafsäcken kriechen, stehen wir in einem kleinen See. Der erste Blick auf die umliegenden Bergspitzen verheißt nichts Gutes, Neuschnee bis auf ca. 1500 m. Wir machten uns frühzeitig auf zum Start. Man sieht bei den Teilnehmern nur lange Gesichter und ein hektisches Treiben bei den Organisatoren. Kurz vor neun Uhr bekommen wir eine SMS, 1. Etappe wird wegen sehr schlechten Bedingungen abgesagt. Übrigens das erste Mal seit Bestehen der Transalp. Also fahren wir mit dem Auto nach Reith im Alpbachtal.


Etappe 2, Sonntag 19.07. Aufgrund des schlechten Wetters übernachten wir in einer Pension. Der Dauerregen schlägt auf das Gemüt aller und wir sehen die Transalp buchstäblich ins Wasser fallen. Wieder erreicht uns kurz vor 9:00 Uhr eine SMS: Start um 11:00 Uhr , Etappe verkürzt auf 55,4 km, Ziel in Rotholz im Zillertal. Das wiederum kam uns beiden Cross-Country-Fahrern sehr entgegen und so fuhren wir als 29. durch das Ziel und waren mit unserem Einstand mehr als zufrieden. Von Rotholz aus fuhren wir mit dem Auto weiter nach Mayrhofen/Zillertal, dem eigentlichen Zielort.


Etappe 3, Montag 20. 07. Im Zillertal weckt uns am Morgen die Sonne und ein strahlend blauer Himmel verspricht einen schönen Tag. Endlich die erste vollständige Etappe. Sie beginnt sofort mit dem Anstieg hinauf zum Pfitscherjoch, wir überqueren also den Alpenhauptkamm. Gott sei Dank verpflegt uns mein Vater am Schlegeisspeicher denn dort waren Patricks und meine Speicher zum ersten Mal leer. Auf der Abfahrt hinunter nach Sterzing hatte Patrick leider zwei Platten gefahren. Es hat sich bitter gerächt, dass er mit Supersonic-Reifen und nicht mit den stabileren Tubeless fuhr. Viele Fahrer zogen an uns vorbei und in Brixen rollten wir als 63. durchs Ziel. Unsere Stimmung und auch die unserer Betreuer war mehr als schlecht. Einmal mehr verhinderte ein technischer Defekt eine gute Platzierung des BIKE Junior Teams.


Etappe 4, Dienstag 21.07. Die Etappe von Brixen nach St. Christina war mit 83,52 km Länge und 3664 hm die Königsetappe der diesjährigen Transalp. Schon beim Start durch die engen Gassen drängte alles nach vorne und es kam an einer Brücke zu einem Stau. Diese Etappe war nicht nur eine Herausforderung für uns Fahrer sondern auch für die Betreuer. Mit der Unterstützung von Herrn Buhl ist es ihnen doch gelungen, uns viermal auf der schweren Etappe zu verpflegen, Patrick fuhr ab heute auch tubeless und so fuhren wir als 36. mit einem Rückstand von 1 Stunde 6 Minuten auf die Tagesschnellsten durch das Ziel.


Etappe 5, Mittwoch 22.07. Auch diese Etappe hatte es mit den 82,5 km und 3297 hm in sich. Heute machten sich auch unsere Beine bemerkbar, unsere Kraft wurde einfach weniger. Zu allem Übel war in dieser Etappe der längste Anstieg der gesamten Transalp zu bewältigen. Hinauf zum Gasteiger Sattel waren 1500 hm am Stück zu überwinden. In der darauffolgenden Abfahrt hatte ich einen Sturz, konnte jedoch ohne Probleme weiterfahren. Nach der Verpflegung durch meinen Vater ereilte uns ein weiteres Mal das Pech eines Defekts, Patricks Reifen wurde von einem spitzen Stein aufgeschlitzt. Wieder verloren wir wertvolle Minuten. Das Ziel in Sarnthein erreichten wir auf Platz 39 mit einer Stunde und 51 Sekunden Rückstand auf die Sieger.


Etappe 6, Donnerstag 23.07. Teile der Etappe bin ich 8 Tage zuvor schon einmal abgefahren und ich wusste, was uns erwartet. Singletrails ohne Ende, die Patrick und mir sehr entgegenkamen. Aber auch die große Hitze machte an diesem Tag allen Fahrer zu schaffen. So freuten sich alle Teilnehmer über die Schlauchdusche der radbegeisterten Nalser vor dem Anstieg hinauf nach St. Apollonia. Heute bemerkten wir auch irgendwie, dass unsere Nerven blank lagen und wir das mentale Tief überwinden müssen. Ein Bad im Kalterer See und ein gutes Abendessen haben bei der Bewältigung sicher geholfen... Die 6. Etappe beendeten wir auf Platz 33 mit 52 Minuten Rückstand auf die Sieger Thomas Dietsch/Tim Böhme vom Team Bulls.


Etappe 7, Freitag 24.07. Von Kaltern nach Andalo war der höchste Punkt mit 1800 m das Graunerjoch. Vom Start weg waren wieder 1400 hm zu überwinden. Irgendwann denkt man, es geht nicht mehr und die Beine treten doch weiter. So ging es auch Patrick und mir und um so besser erkannten wir zwei, wie wichtig die Verpflegung während des Rennens ist und die Regenration nach dem Rennen. Wir beherzigten jeden Tipp von den Profis, die, so hatten wir zwei den Eindruck, auf uns aufmerksam wurden. Das motivierte uns ein weiteres Mal, weiterzufahren und alles zu geben. In Andalo kamen wir auf Platz 38 mit einem Rückstand auf die späteren Gesamtsieger Buchli/Stoll von 54 Minuten ins Ziel.


Etappe 8, Samstag 25.07. Gott sei Dank der letzte Tag des härtesten Rennens das wir bis jetzt gefahren sind. Von Andalo ging es über 60 km hinunter nach Riva.Die relativ kurze Distanz kam uns beiden wieder entgegen und ab dem Passo San Giovanni ging es eigentlich nur noch bergab oder flach dahin. Ab hier mussten wir eine gute Gruppe erwischen, um nochmal ein gutes Ergebnis einfahren zu können. Auch die moralische Unterstützung unserer Betreuer half mit, die Beine nicht hängen zu lassen und noch einmal alles zu geben. Wir fuhren auf der letzten Etappe mit Platz 28 unser bestes Ergebnis ein. Gesamt belegten wir auf der Transalp bei den Männern den 34. Platz.

Patrick und ich sind richtig stolz auf die Platzierung, noch dazu wenn man bedenkt, wie hochkarätig die diesjährige Jeantex BIKE Transalp besetzt war und wir zwei wahrscheinlich das absolut jüngste Team, wenn man unsere Lebensjahre addiert, im Starterfeld waren.

An dieser Stelle wollen wir uns noch einmal bei Cube und seinen hervorragenden Mechanikern bedanken. Unsere Bikes wurden täglich gereinigt und durchgecheckt. Guten Gewissens, dass alles passt, konnten wir jeden Morgen an den Start gehen. Danke noch mal Sebastian, Fränky und Edi.

Ein weiteres Dankeschön geht an unsere Väter Karl-Heinz und Gerhard sowie an Herrn Buhl für die hervorragende Betreuung auf der Strecke. Ohne euch wären wir und auch so manch anderes Team auf der Strecke geblieben.


Fazit: Eine tolle, wenn auch anstrengende Woche, Erfahrungen gesammelt, für die man sonst eine ganze Saison benötigt. Gelernt, Rücksicht zu nehmen und aus jeder Situation immer das Bestmögliche zu machen. Wir freuen uns schon auf die Jeantex BIKE Transalp 2010!

Ride on, Ludwig

Kette rechts, Patrick


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