Top-10-Resultat für Simon Schneller bei der EM Top-10-Resultat für Simon Schneller bei der EM Top-10-Resultat für Simon Schneller bei der EM

Das BIKE Junior Team bei der MTB-Europameisterschaft 2015

Top-10-Resultat für Simon Schneller bei der EM

  • Adrian Kaether
  • Gerhard Döhl
 • Publiziert vor 6 Jahren

Verrücktes Wetter, verrückte Strecke und dann werden auch noch die Bikes geklaut! Simon Schneller vom BIKE Junior Team behielt trotzdem einen kühlen Kopf und fuhr eine Top-Ten-Platzierung nach Hause.

Simon Schneller hatte sich in dieser Saison mit seinen Ergebnissen in den Junior World Series-Rennen in Haiming (Platz 19) und Gränichen (Platz 14) die Europameisterschafts-Norm erkämpft. Folglich reiste er am Mittwoch, den 22.07., mit dem Nationalteam nach Chies d`Alpago in der Region Belluno (Dolomiten).

Sie fanden eine Cross-Country-Strecke mit 4,9 km Länge und ca. 230 Höhenmetern pro Runde vor. Die Strecke bot zwar wenig technische Herausforderungen, jedoch verlangte sie einem konditionell alles ab, da es laut Aussage von Simon gefühlt nur bergauf ging. Am Mittwoch und Donnerstag konnten die Junioren auf der ausgetrockneten Strecke nur mit wenig Tempo trainieren, da an diesen Tagen die Regeneration vor dem Rennen im Vordergrund stand. 

Am Donnerstagabend fand das Staffelrennen statt. Für Deutschland gingen Max Brandl (Junior), Ben Zwiehoff (U23), Helen Grobert (Damen) und Manuel Fumic (Herren) an den Start, also die Bestbesetzung mit Blick auf die Nationenwertung für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr. Die Vier schafften sensationell den Sieg in der Staffel für Deutschland. Am Abend feierte das ganze Nationalteam die Goldmedaille. Doch am nächsten Morgen kam dann das böse Erwachen. 

Böses Erwachen am Freitagmorgen

Aus dem Hotelkeller waren 20 Räder des dt. Nationalteams verschwunden. Geklaut, wie sich herausstellte. Die Fahrer sahen sich in der Situation, dass sie eventuell nicht an der EM teilnehmen konnten. Die Stimmung war auf dem Tiefpunkt. Für Simon tat sich jedoch wenig später am Vormittag eine Tür auf: In Weilheim bei Familie Sigel liefen Dank eines super Teamspirits die Vorbereitungen auf Hochtouren, damit Simon mit dem Rad seines Teamkollegen Pirmin an den Start gehen konnte.

Mit einem eigens dafür eingerichteten Transport wurden Mountainbikes nach Chies d`Alpago gebracht, damit die Fahrer dort am Rennen teilnehmen konnten. Als für fast alle Fahrer ein Ersatz-Bike auf den Weg gebracht war, fuhren die Junioren ihre Vorbelastung, nicht wie geplant auf der Strecke, sondern abwechselnd mit den noch verbliebenen Bikes in Belluno auf der Straße.

In der Nacht vor dem Rennen trafen die Ersatzräder in Italien ein. Zwei Stunden vor dem Start bekam auch Simon sein geliehenes Bike in die Hand. Er änderte noch ein paar Einstellungen, stellte den Sattel an dem eine Nummer zu kleinen Bike auf maximale Höhe und schwang sich aufs Rad, um eine Testrunde zu fahren. Klappt. Also dann: warmfahren.

Ein zu kleines Bike und Gewitterregen. Was kann da noch schiefgehen?

Das Wetter hatte in der Zwischenzeit umgeschlagen und es fiel heftiger Gewitterregen auf die Strecke. Da Simon die Strecke weder im Wettkampftempo noch bei nassen Bedingungen gefahren war, lautete die Anweisung des Bundestrainers: Erste Runde abtasten und dann sehen was geht. Simon erwischte einen guten Start und ging nach dem 2,5 km langen Startloop auf Position 15 auf die erste Runde.

Maxime Schmid,EGO-Promotion Typisch! Da regnet es wochenlang keinen Tropfen und gerade in der Nacht vor dem Rennen öffnet der Himmel alle Schleusen. Kein Wunder, dass sich die Strecke in ein einziges Schlammloch verwandelte.

Im Verlauf dieser Runde kämpfte er sich auf Platz 7 nach vorne. Den Rang konnte er bis zur dritten Runde halten, dann verließen ihn aufgrund der wieder einsetzenden Hitze und der nicht 100 % optimalen Satteleinstellung bei dem zu kleinen Bike in der letzten Runde ein wenig die Kräfte und er musste noch 3 Fahrer passieren lassen. Er kam nach 1:27 h mit zirka 5 Minuten Rückstand auf den Sieger Simon Andreassen aus Dänemark völlig entkräftet aber überglücklich ins Ziel.

10. Platz bei der Europameisterschaft! Mit dieser Platzierung konnte er sich, vorbehaltlich der Nominierung des BDR, das WM-Ticket nach Andorra lösen. Trotz der gestörten Rennvorbereitung und der psychischen Belastung durch den Räderklau, konnte Simon dank des BIKE Junior Teams eine tolle Platzierung einfahren. Jetzt gilt es, so schnell wie möglich ein Ersatzrad aufzubauen, damit die Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft reibungslos vonstatten gehen können. Aber mit dem BIKE Junior Team im Rücken wird auch das gelingen.

Themen: BIKE Junior TeamEuropameisterschaftMax BrandlMTB-EMNachwuchsförderung


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