Pirmin Sigel stark beim Engadin Bike Giro Pirmin Sigel stark beim Engadin Bike Giro Pirmin Sigel stark beim Engadin Bike Giro

BIKE Junior Team beim Engadin Bike Giro 2020

Pirmin Sigel stark beim Engadin Bike Giro

  • Pirmin Sigel
 • Publiziert vor 2 Jahren

Der Engadin Bike Giro war das erste MTB-Mehrtagesrennen der Corona-Saison 2020. Neben Pirmin Sigel vom BIKE Junior Team standen auch viele Marathon-Stars und Profi-Biker in der Schweiz am Start.

Eines der wenigen MTB-Rennen der Corona-Saison 2020 war der Engadin Bike Giro vom 10.-12. Juli 2020. Das Orga-Team ermöglichte die Durchführung des dreitägigen Etappenrennens unter strengen Sicherheitsmaßnahmen. Aufgrund des wegen der Corona-Pandemie “zusammengestrichenen“ Rennkalenders waren viele Fahrer genauso heiß auf dieses Rennen wie ich. Entsprechend stark war es auch besetzt: neben den Marathon-Spezialisten starteten auch zahlreiche Cross-Country-Profis im Elite-Starterfeld, um ihre Trainingsform auf internationalem Niveau unter Beweis zu stellen.

An den drei aufeinanderfolgenden Tagen waren insgesamt 170 Kilometer und 5900 Höhenmeter zu bewältigen. Ich reiste am Montag vor dem Rennen zusammen mit meinem ehemaligen Teamkollegen Simon Schneller (Team Bulls) ins Engadin, wo wir zusammen mit den anderen Bulls-Fahrern Simon Stiebjan, Martin Frey und Alban Lakata etwa 300 Höhenmeter oberhalb von Sankt Moritz untergebracht waren. Die nächsten Tage verbrachten wir damit, uns an die Höhe zu gewöhnen (St. Moritz liegt auf 1800 Meter) und uns die drei Etappenstrecken anzuschauen, welche ab Freitag auf uns zukommen sollten.

Etappe 1: Rund um St. Moritz – 36,1 km/1336 Höhenmeter

Es war klar, dass es ein sehr schnelles Rennen werden würde: zum einen waren alle Fahrer extrem nervös, weil niemand wusste, in welcher Form die anderen sind. Zum anderen war die erste Etappe sehr kurz mit nur 30 Kilometern. Klar, dass da Vollgas "draufgelatscht" werden würde. Das ganze Feld startete also extrem schnell, das Tempo konnte ich ganz gut mitgehen. Die ersten Wellen wurden im Sprinttempo weggedrückt, da musste ich dann schon etwas leiden. Dann schoss die Spitzengruppe in den ersten Berg hinein. Aus mir nicht erklärlichen Gründen konnte ich nicht meine üblichen Wattbereiche am Berg erreichen. Mit einer Art "Drehzahlbegrenzer" bei 270 Watt bin ich dann den Berg hochgetuckert und habe die Gruppe verloren. Das war dann eine echt zähe Nummer! Nach der nächsten Abfahrt ging es mir dann deutlich besser und der Knopf ging auf: an den nächsten beiden Bergen konnte ich ordentlich aufs Gas treten, Leute einsammeln und Zeit nach vorne gutmachen. Am Ende kam ich nach einer Rennzeit von nur 1:35:36 Stunden als 35. ins Ziel. Damit war ich überhaupt nicht zufrieden. Einerseits lief die zweite Rennhälfte richtig gut und ich konnte mein Potenzial abrufen. Leider war durch das hohe Anfangstempo die Lücke nach vorne einfach schon zu groß. So war ich ziemlich angefressen und gespannt auf die nächsten beiden, deutlich längeren  Etappen: Denn nach 1,5 Stunden sollte dort das Rennen erst richtig losgehen.

Armin M. Küstenbrück,EGO-Promotion Gegen Ende der ersten, kurzen Etappe.

Armin M. Küstenbrück,EGO-Promotion Auf der letzten Abfahrt ins Ziel der ersten Etappe in St. Moritz.

Armin M. Küstenbrück,EGO-Promotion Erster Berg pfui, zweiter Berg hui: Im Ziel war Pirmin ziemlich angefressen.

Etappe 2: Silvaplaner See – 71,2 km/2545 Höhenmeter

Die Königsetappe! Diese Stage bin ich zusammen mit den Bulls-Jungs im Vorfeld als Training abgefahren. Daher wusste ich, was auf mich zukommt. Mit Blick auf das Höhenprofil könnte man diese Etappe leicht unterschätzen: die "kleinen Wellen" auf den ersten Kilometern können ganz schön Körner ziehen bei dem angeschlagenen Tempo. Daher hatte ich mir vorgenommen, am Anfang nicht zu viel zu investieren und mich nicht zu einem zu hohen Tempo verlocken zu lassen. Ich wollte mir für die zweite Rennhälfte, also für die richtigen Berge, noch Körner aufzusparen. So startete ich eher verhalten, fühlte mich dann richtig gut und hatte einen ordentlichen Zug nach vorne. Ich konnte durchgängig auf Fahrergruppen auffahren, überholen und Führungsarbeit machen. Immer mal wieder "erholte" ich mich kurz in einer Gruppe, dann ging es weiter. So kam ich echt gut voran. Insgesamt war diese Etappe für alle Fahrer ein hartes Stück Arbeit: es regnete den ganzen Tag wie aus Kübeln und durch die große Höhe hatten alle auch mit den kalten Temperaturen zu kämpfen.

Armin M. Küstenbrück,EGO-Promotion Beinlinge waren bei einstelligen Temperaturen genau richtig.

Armin M. Küstenbrück,EGO-Promotion In Gruppen ging es für Pirmin Stück für Stück nach vorne.

Armin M. Küstenbrück,EGO-Promotion

So kam ich sehr zufrieden auf Platz 19 ins Ziel. In der Gesamtwertung habe ich dadurch viele Plätze gutgemacht und lag nach diesem Tag in der Gesamtwertung auf Platz 20.
Wichtig an diesem Tag war bestimmt auch, das Wetter nicht zu unterschätzen: als Einziger fuhr ich in Beinlingen. Sieht zwar nicht gut aus, aber weil ich recht dünn bin, friere ich ziemlich schnell und habe gedacht, dass eine Schicht mehr sicher nicht schaden kann. War eine ganz gute Wahl…

Etappe 3: Silvaplaner See – 64,3 km/2318 Höhenmeter

Am Morgen war der Himmel blau und von Regen keine Spur. In der Nacht hatte es aber auf Null Grad abgekühlt und es war klar, dass es kalt bleiben würde. Am Abend hatte ich mir die Gesamtwertung angeschaut: es gab einige Kandidaten, die ich mir zurechtgelegt hatte für diesen letzten Tag. Am Start um 9:00 Uhr stand ich also mit einem langen Trikot, um auf keinen Fall auszukühlen. Lieber wollte ich das Trikot in der Feedzone abwerfen. Das Höhenprofil für diese letzte Etappe zeigte wieder zu Anfang einige Wellen, am Ende stand dann ein extremer Anstieg mit 1000 Höhenmetern auf dem Menü. Ich dosierte also zu Beginn, erwischte dann eine gute Gruppe. Wir harmonierten gut zusammen und kamen zügig voran. So fuhren wir also in einer Gruppe von vier Fahrern ins Val Bever in den langen Anstieg hinein. Den Anstieg hatten wir im Training nicht abgefahren. Ich wusste nur, dass er eben sehr lange ist und bis auf 2700 Meter hochgeht. Ich fand einen guten Rhythmus und konnte mich schnell von den anderen Fahrern lösen. Im Laufe des Anstiegs sammelte ich trotz einer Kuhattacke jede Menge Fahrer ein. Am Ende einer brutal ruppigen und verblockten Abfahrt erreichte ich auf Tagesplatz 18 das Ziel. In der Gesamtwertung bin ich nach den drei Tagen auf Platz 17 gelandet, womit ich sehr zufrieden bin.

Armin M. Küstenbrück,EGO-Promotion Pirmin konnte beim Engadin Bike Giro viel von den Fahrern vom Team Bulls lernen.

Armin M. Küstenbrück,EGO-Promotion Pirmin in bester Gesellschaft im Feld der Profis.

Armin M. Küstenbrück,EGO-Promotion Ab ins Ziel. Am Ende reichte es für Pirmin zu Platz 17 in der Gesamtwertung.



Als „Richtungsbestimmung“ in dieser besonderen Corona-Saison bin ich mit meiner Form und dem Ergebnis sehr zufrieden. Dass ich das hohe und intensive Tempo zu Beginn nicht mitgehen konnte, liegt einfach an der Trainingsabstimmung: in dieser Saison existiert einfach kein fixer Rennkalender und eine gezielte Vorbereitung ist kaum möglich. Die Woche in der Schweiz zusammen mit dem Team Bulls war sehr schön und ich konnte viel lernen. Der Engadin Bike Giro ist auf jeden Fall ein tolles Erlebnis, top organisiert und ein Rennen in einer gigantischen, hochalpinen Landschaft.

Ride Clean
Pirmin


Alle Ergebnisse zum Engadin Bike Giro 2020 gibt's hier!

Themen: BIKE Junior TeamBullsBulls Profi TeamEngadinEtappenrennenMarathon RennenSt. Moritz


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