Seite 1: Test Race-Schuhe für Mountainbiker

14 Paar MTB-Race-Schuhe im großen Vergleichstest

  • Stefan Frey
 • Publiziert vor 4 Jahren

Race-Schuhe müssen viel wegstecken: Harte Antritte, rasante Abfahrten, Schlamm, Steinfelder, Schweißfüße. Welcher Schuh im Rennalltag am besten abschneidet, zeigt unser großer Vergleichstest.

MTB-Radschuhe werden behandelt wie räudige Hunde. Sie werden getreten und gescheucht, und am Ende des Tages lässt man sie dreckig und zerlumpt vor der Türe liegen. Dabei leisten sie uns doch treue Dienste. Tritt um Tritt stecken sie ein, gelassen wie ein tibetischer Mönch – sie geben unseren Füßen Halt. Ohne ihre steifen Sohlen würde die Energie unserer Muskeln am Pedal versickern wie ein unachtsamer Wüstenwanderer im Treibsand. Race-Schuhe haben es dabei besonders schwer: Im Rennen wird immer am Anschlag getreten – gnadenlos, bei jedem Wetter. Dabei sollen die Schuhe möglichst leicht, steif und dennoch komfortabel sein. Wir haben die Hersteller nach ihren besten Race-Modellen gefragt und 14 Paar Schuhe von 149 bis 199 Euro für unseren Vergleichstest bekommen.

Diese MTB-Race-Schuhe finden Sie im Test:

  • Bontrager Forey Mountain
  • Diadora Vortex-Comp
  • Fizik M5 Boa Man
  • Gaerne G.Fast (BIKE-Tipp: Race)
  • Diadora X-Vortex-Comp
  • Giro Privateer R
  • Lake MX168
  • Mavic Crossmax SL Pro
  • Northwave Blaze Plus
  • Rose  RMS MTB Carbon (BIKE-Tipp: Preis/Leistung)
  • Scott MTB Team Boa
  • Shimano SH-XC61 (BIKE-Tipp: Testsieger)
  • Sidi  Eagle 5 fit
  • Suplest  Edge/3 Sport
  • Vaude Exire Pro RC

Test 2016: Race-Schuhe für Mountainbiker

14 Bilder

Geschunden & Getreten: Race-Schuhe müssen viel wegstecken: harte Antritte, rasante Abfahrten, Schlammpackungen, Steinfelder, Schweißfüße. Welcher Schuh im Rennalltag am besten abschneidet, zeigt unser großer Vergleichstest.

Wir haben bewusst die Mittelklasse gewählt: günstige Bike-Schuhe um 100 Euro sind das Butterbrot unter den Race-Schuhen – nicht schlecht, aber gewiss kein geschmackliches Highlight. Sie werden meist mit drei Kletts verschlossen – das bringt nur wenig Zug auf den Fuß. Dazu sind ihre Nylon-Sohlen oft biegsam wie Ballerinas. Highend-Race-Schuhe sind das andere Extrem: komplett mit Carbon-Sohlen, ultraleichte Obermaterialien und präzise verstellbare Verschlüsse. Sie sind wie Kobe-Rind und Kaviar. Exklusiv und exorbitant teuer, doch zu speziell für den täglichen Gebrauch. Die Mittelklasse vereint das Beste aus beiden Kategorien. Die Hersteller kombinieren robuste Nylon-Sohlen mit Carbon- oder Glasfaserverstärkungen unter den Cleats – damit lässt es sich gut treten und trotzdem noch vernünftig laufen. Den obersten Klett ersetzt eine Ratsche oder ein praktischer Drehverschluss. Beide geben dem Fuß nicht nur mehr Halt, sondern lassen sich auch präziser einstellen. Dünner gepolstert und schlanker geschnitten bieten die Mittelklasse-Racer den perfekten Kompromiss aus Flipflop und Fußfessel.

Wir haben sämtliche Modelle erbarmungslos über unsere Testrunde getreten – über steile Anstiege und rasante Abfahrten – und im Labor auf unserem Steifigkeitsprüfstand verbogen. Und am Ende des Tages haben wir sie verschwitzt und verdreckt im Keller liegen lassen – wie räudige Hunde eben. Zudem wollten wir mit einem Blindtest die Frage klären, wie viel Geld man wirklich für einen guten Race-Schuh investieren muss.


DIE TOP 3:

Der beste Verschluss: Die gegenläufigen Klettverschlüsse am Shimano bringen ordentlich Zug auf den Spann und funktionieren im gesamten Testfeld mit Abstand am besten.

Der leichteste im Test: Mit Carbon-Sohle und nahtlosem Obermaterial bringt es der günstige Rose auf gerade mal 670 Gramm. Damit ist er leichter als so mancher Top-Schuh.

Die steifste Sohle: Die Sohle des Lakes lässt sich mit bloßen Händen kaum verbiegen. In Verbindung mit dem robusten Obermaterial entsteht so ein solider Race-Schuh.


Das sagen die Tester zu den MTB-Schuhen:


Ludwig Döhl, BIKE-Tester: Bevor die Plastiksohle der günstigen Schuhe weich wird, gibt meist sowieso irgendein anderes Bauteil, wie Ratsche oder Profil, den Geist auf. Mein Tipp: Normale Schuhe bis 150 Euro kaufen und den Rest in angepasste Einlagen, zum Beispiel von Solestar, investieren.

Ludwig Döhl, BIKE-Testredakteur


Stefan Loibl, BIKE-Redakteur: Das Highend-Modell ist allergisch gegen Lauf- und Schiebepassagen. Beim Cape Epic vor zwei Jahren habe ich einen solchen Schuh in acht Tagen komplett ramponiert. Ein teurer Spaß! Trotzdem führt bei Marathons nichts an steifen, leichten Tretern vorbei.

Stefan Loibl, BIKE Redakteur


Stefan Frey, Bike-Redakteur: Schon für 100 Euro bekommt man heute richtig gute Bike-Schuhe. Aber sind sie auch richtige Racer? Mir ist dafür die Sohle zu weich und die Polsterung zu komfortabel. Auf langen Touren sind die Komforttreter top, im Rennen wünsche ich mir aber einen direkteren Schuh....

BIKE-Testredakteur Stefan Frey

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