Test Winterjacken für Mountainbiker Test Winterjacken für Mountainbiker

Test Winterjacken für Mountainbiker

12 Bike-Winterjacken im Praxis- und Labortest

Matthias Borchers am 12.01.2017

Das Angebot an MTB-Winterjacken ist so vielfältig wie die Pizza-Auswahl beim Italiener. Doch welche halten mollig warm und trocken? Wir haben zwölf Bike-Jacken in der Praxis und im Labor getestet.

Die gute Nachricht zuerst: Auch wenn der Winter knackig kalt werden sollte, frieren muss niemand. Schon ab 130 Euro bekommt man eine gute Winterjacke – etwa die Controlshield von BBB oder die Escape Softshell Jacket aus Pearl Izumis Elite-Serie. Die Entscheidung, wie warm eine Winterjacke sein muss oder sein sollte, hängt dabei sowohl vom persönlichen Kälteempfinden als auch vom eigentlichen Einsatzzweck ab. Während der gemütliche und schnell fröstelnde Biker das wohlig weiche und dicke Winterfell bevorzugt, reicht dem kälteresistenten Puls­treiber eine vergleichsweise dünne Haut als Wärmeschutz. Die Palette reicht vom gut 300 Gramm schweren und innen angerauten Winter-Trikot von Craft bis zum Primaloft-wattierten und doppelt so schweren Mavic-Parka. Der Unterschied wird schon beim ersten Überstreifen deutlich: Während man in der Craft den Blutkreislauf möglichst schnell anheizen möchte, bekommt man in der Mavic bereits beim Anziehen mit Ruhepuls ein "ofiges" Gefühl.

Diese Mountainbike-Winterjacken finden Sie im Test:

  • Assos MilleJacket evo7
  • BBB Controlshield
  • Craft Gran Fondo Jacket
  • Endura Pro SL Thermo Windproof Jacket
  • Gore Bike Wear Oxygen Windstopper Jacket
  • Löffler Hr. Bike WS Softshell Jacket
  • Mavic Ksyrium Pro Thermo Jacket
  • Pearl Izumi Elite Escape Softshell Jacket
  • Scott Jacket RC AS
  • Specialized Element 1,5 Windstopper Jacket
  • Sugoi RSE Alpha Bike Jacket
  • Vaude Men's Alphapro Jacket

Abgesehen von ihren Isolationseigenschaften sollte die ideale Jacke wie eine zweite Haut am Körper anliegen. Dazu muss der Schnitt auf die gebeugte Haltung der Fahrposition angepasst sein. Diesbezüglich überzeugen die etwas teureren Modelle von Assos oder Gore Bike Wear, wobei man bei letzterem Kandidaten die hinteren Taschen nicht überladen sollte, da der etwas zu lasche Bund der Jacke ansonsten hinten abhebt und kalte Zugluft an die Nieren lässt.

Fotostrecke: Winter-Special 2017: Test Winterjacken für Mountainbiker

An der Außenhaut sollte Nieselregen oder Graupelschauer abperlen, denn mit nassem Außenstoff wird es schnell lausig kalt. In dieser Disziplin überzeugt die Sugoi-Jacke, an der Regentropfen keinen Halt finden. Die Scott-Jacke saugt sich hingegen schnell mit Wasser voll, was den Kühleffekt durch Fahrtwind verstärkt. Entsprechend eignet sie sich eher für sonnige Ausritte. Wer auch im Winter intensive Einheiten fährt, schätzt einen funktionierenden Klimahaushalt, um Schweiß in Form von Wasserdampf nach außen zu lassen. Per Reißverschluss regulierbare Lüftungsschlitze verbessern den Klimakomfort enorm. Details wie leicht bedienbare Reißverschlüsse und Taschen erleichtern das Handling, und sinnvoll platziertes Reflexmaterial erhöht die Sicherheit bei Abstechern in den öffentlichen Straßenverkehr.

Egal, wie die Ansprüche ans Winterkleid ausfallen, das reichhaltige Angebot der Hersteller bietet Auswahl für jeden Anspruch. 

Matthias Borchers, BIKE-Tester: Winterjacke ist nicht gleich Winterjacke, denn die Isolationsleistungen der Testkandidaten liegen weit auseinander. Primaloft- oder Polartec-Isolierungen machen sich durch eine hohe Wärmeleistung bemerkbar. Wer im Winter intensive Einheiten fahren will, sollte auf ein dünneres Modell zurückgreifen oder zumindest auf Belüftungsmöglichkeiten achten.


Matthias Borchers

Matthias Borchers, BIKE-Tester

Mit schlauen Detaillösungen schaffen es die Winterjacken-Hersteller, Mountainbiker warmzuhalten. Die große Herausforderung ist, Isolierung und Belüftung in Einklang zubringen. Das ist uns aufgefallen:

Fotostrecke: Winter-Special 2017: Test Winterjacken für Mountainbiker

Winter-Special 2017: Test Winterjacken für Mountainbiker

1: Ein Gamascheneinsatz am Ärmelabschluss verhindert, dass die Ärmel nach oben rutschen, hält den Ausgang winddicht und wärmt zusätzlich. Beim Kauf darauf achten, dass die Handschuhe noch über die Gamasche passen.

Winter-Special 2017: Test Winterjacken für Mountainbiker

2. Gerade bei warmen Jacken sind regulierbare Belüftungsöffnungen eine große Hilfe, um den Wasserdampfablass bei intensiven Einheiten zu verbessern.

 

 

Winter-Special 2017: Test Winterjacken für Mountainbiker

3. Im Testfeld setzen einige Hersteller auf eine zusätzliche Isolation mit Polartec-Alpha-Material (Vaude) oder Primaloft (Mavic). Diese überzeugen durch die Bank weg durch eine hohe Wärmeleistung.

 

 

Winter-Special 2017: Test Winterjacken für Mountainbiker

4. Gelungener Ärmelabschluss an der Mavic-Jacke: Ein eingenähter Strumpf schließt die Ärmel winddicht ab. Handschuhe passen aber noch gut zwischen Strumpf und Ärmel.

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Matthias Borchers am 12.01.2017