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Seite 1: Test Regenhosen & Regenjacken für Mountainbiker

8 Regenhosen & 12 Regenjacken im Vergleich

  • Stefan Frey
 • Publiziert vor 4 Jahren

Laut Deutschem Wetterdienst werden unsere Sommer zwar nicht nasser, doch wenn es regnet, dann richtig. Mit der richtigen Regenbekleidung haben Mountainbiker kein Problem auf der Spritz-Tour.


Platzregen – schon wieder! Auf kaum einer Mountainbike-Tour bleiben wir diesen sommer trocken. Doch pünktlich zum Test der Regenklamotten lösen sich die Wolken auf wie Aspirintabletten im Wasserglas.

Diese Regenjacken und Regenhosen finden Sie im Test:

REGEN-KOMBIS IM VERGLEICH

  • Craft Tempest Bike Rain Pant (Hose) und Tempest Bike Rain Jacket (BIKE-TIPP Jacke: Race)
  • Cube Blackline Regenhose und AM Jacke Storm
  • Endura MT500 Waterproof Pant und MT500 Jacket
  • Gore Bike Wear Power Trail Active Pant und Power Trail Active Jacket (BIKE-TIPP Kombi: Testsieger)
  • Löffler Überhose GTX Active und Primo GTX Active Jacke
  • Mavic Crossmax Ultimate H2O Pant und Crossmax Pro H2O Jacke
  • Pearl Izumi Select Barrier WxB Pant und Pearl Izumi MTB WxB Jacket
  • Vaude Spray Pants III und Tremalzo Rain Jacket (BIKE-TIPP Kombi: Preis/Leistung)

EINZELWERTUNG: REGENJACKEN

  • 7Mesh Revelation Jacke
  • Bontrager Evoke Stormshell
  • Poc Avip Rain Jacket
  • Scott Trail MTN Dryo 20

Jedes Jahr aufs Neue stellt uns der Test von Regenjacken und -hosen vor eine schier unlösbare Aufgabe: Während ganz Deutschland bei 30 Grad im Schatten schwitzt und selbst das Radler in der Flasche verdunstet, suchen wir verzweifelt nach Regen. Für den Vergleich der zwölf wasserdichten Jacken und acht Hosen in diesem Artikel müssen wir also gezwungenermaßen kreativ werden. Und so ergießt sich mit Hilfe zweier Rasensprenger nun über dem BIKE-Waschplatz ein standardisierter Regenschauer. Während der fünzehnminütigen Testläufe prasseln nahezu 5000 Liter Wasser auf jedes Testprodukt – und natürlich auch auf den Testfahrer. Der simuliert, das Bike auf einem Rollentrainer montiert, mal sitzend mal stehend eine Trail-Fahrt. Jacken und Hosen, die diesen künstlichen Regenguss ohne Wassereinbruch überstehen, halten erfahrungsgemäß auch in der Praxis dicht. Lecks sind meist schon nach wenigen Minuten ausgemacht. Bleiben die Testkandidaten dagegen in den ersten Minuten innen trocken, ist auch die restliche Testfahrt keine allzu große Herausforderung.

Dabei ist bereits vor dem Feldversuch klar: An den unterschiedlichen Membranen scheitert die Dichtigkeit nicht. Egal, ob Gore-Tex, Ceplex, ExoShell60 oder welches Fabrikat die Hersteller auch immer verarbeiten – im zuvor durchgeführten Suter-Test halten die Membranen an sich alle dicht. Auch die Anzahl der Lagen spielt keine Rolle, wenn über zwei Minuten lang ein Wasserdruck von 0,4 bar (das entspricht einer Wassersäule von 4000 Millimetern) auf den Jackenstoffen lastet. Kritisch wird es allerdings an den Nahtstellen – wenn Wasser irgendwo durchsickert, dann hier.

Da zeigt sich, wie hochwertig die Jacken oder Hosen gefertigt sind und vor allem, ob die Hersteller sauber gearbeitet haben. Um die Verbindungsnähte der einzelnen Stoffbahnen dauerhaft abzudichten, müssen die Nähte an der Innenseite mit einem sogenannten Naht-Tape versiegelt werden. Erst das verhindert, dass sich Wasser an den Verbindungsstellen seinen Weg nach innen bahnt. Bei Pearl Izumis Regenjacke haben Schauer leichtes Spiel, weil das Tape gleich komplett fehlt. Schon nach wenigen Sekunden tropft Feuchtigkeit an den Nähten ins Jackeninnere. Für mehr als etwas Nieselregen ist die Pearl Izumi daher kaum zu gebrauchen. Doch auch die Produkte anderer Hersteller können teilweise dem Wasserdruck nicht standhalten. Bei den Jacken von Bontrager, Craft, Cube und Endura sowie den Hosen von Craft, Cube und Mavic färbt sich das Kontrollpapier im Suter-Test an einigen Stellen dunkel. So sind die undichten Stellen leicht zu finden. Als besonders kritisch erweisen sich die Nahtkreuzungen. Also Stellen, an denen mehrere Stoffbahnen aufeinandertreffen und zwei bis drei Schichten Tape übereinanderliegen. Hier sickert besonders oft Wasser durch. Ernüchternd: Nur 10 von insgesamt 20 Produkten halten wirklich zu 100 Prozent dicht. Erstaunlicherweise sind in der Hälfte dieser Fälle Gore-Membranen verarbeitet.

Test 2017: Regenbekleidung für Mountainbiker

20 Bilder

Laut Deutschem Wetterdienst werden unsere Sommer zwar nicht nasser, doch wenn es regnet, dann herrscht Land unter. Zeit, sich gegen die Fluten zu wappnen. Mit der richtigen Regenbekleidung kein Problem. Im Test zwölf Jacken und acht lange Hosen für Spritztouren.

Für die Dichtigkeit der Regenbekleidung nicht entscheidend, dafür besonders wichtig für den Tragekomfort, ist die wasserabweisende Beschichtung an der Außenseite, auch DWR-Beschichtung (Durable Water Repellent) genannt. Obermaterial, das sich außen mit Wasser vollsaugt, macht die Jacke oder Hose nicht nur spürbar schwerer. Bereits nach wenigen Kilometern im Regen fühlt sich das Material klamm an, und der Körper beginnt auszukühlen. Der sogenannte Spray-Test (nach DIN-EN-ISO 20811) soll zeigen, wie gut eine Imprägnierung das Wasser von der Oberfläche abperlen lässt. Hierfür werden die Testkandidaten mit einer definierten Menge Wasser berieselt – im Neuzustand und nach fünf Waschgängen. An guten Materialien perlt das Wasser wie von einem Lotusblatt ab. Schlechte Stoffe saugen sich dagegen großflächig mit Wasser voll. So zeigt sich schnell, wie haltbar die DWR-Beschichtung wirklich ist. Die meisten Imprägnierungen bauen bereits nach wenigen Wäschen stark ab und lassen Wasser nur noch teilweise oder gar nicht mehr abperlen. Nur die Jacken von Gore, Löffler, Pearl Izumi und Vaude weisen Wasser auch nach fünf Wäschen noch so gut wie im Neuzustand ab. Bei den Regenhosen erreicht kein einziges Modell den Ausgangswert. Langsam saugen sich so die Oberstoffe während der Testfahrten immer mehr mit Wasser voll. Und während ganz Deutschland nach Abkühlung in den Freibädern und Badeseen sucht, fröstelt unser Tester bei 30 Grad im standardisierten Dauerregen.


Fazit von Stefan Frey, BIKE-Redakteur:
Guter Regenschutz ist keine Frage des Preises. Schon für 130 beziehungsweise 100 Euro halten die Produkte von Vaude zuverlässig dicht. Wer allerdings auch längere Schauer trocken überstehen will, sollte unbedingt auf eine Jacke mit Kapuze setzen. Die beiden Gore-Produkte besitzen alle wichtigen Merkmale und sichern sich den verdienten Testsieg.

Robert Niedring Stefan Frey, BIKE Testredakteur


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