Hosentest: Interview mit Steve Smith, Sportful

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 15 Jahren

Wir befragten Steve Smith zur neuesten Hosen-Technologie mit verschweißten Nähten. Wie es zu dieser Technik kam und wie sie sich von den herkömmlichen Hosen mit Nähten unterscheidet, im ausführlichen Interview.

Wir befragten Steve Smith zur neuesten Hosen-Technologie mit verschweißten Nähten. Wie es zu dieser Technik kam und wie sie sich von den herkömmlichen Hosen mit Nähten unterscheidet, im ausführlichen Interview.


Welchen Vorteil haben die verschweißten Nähte?

Verschweißte Nähte haben drei Vorteile: Als erstes verhindern sie das Reiben auf der Haut und damit Hautirritationen und wunde Stellen. Zweitens sind sie weicher, flacher und dadurch leicht aerodynamischer. Drittens sind sie, wie wir über einen längeren Zeitraum getestet haben, langlebiger als herkömmliche Modelle. Wir arbeiten nun seit 2001 an den verschweißten Hosen-Nähten und sind jetzt an dem Punkt angelangt, wo keine Mängel mehr auftreten.


Welche Idee steckt hinter dem „Mach 1“ Prinzip?

Beim „Mach 1“ Konzept verfolgen wir in erster Linie ein Ziel: Die Geschwindigkeit des Bikers zu erhöhen. Wir wurden durch den Piloten Chuck Yeager und seinem „X1“-Flugzeug inspiriert. Er wollte von 1949 als erster schneller als der Schall sein (Mach 1). Damals haben die Konstrukteure keine Kosten und Mittel gescheut die „X1“ schneller zu machen. Bei Sportful verfolgen wir unser Ziel mit der gleichen Hingabe: Bike Bekleidung herzustellen, die die Radfahrer schneller macht.


Wie funktioniert die Schweiß-Technik?

Eine Spezial Maschine verbindet zwei Stoffe durch Hitze, Druck und Klebstoff. Die Verschweißung ist daher eine chemische Verbindung zwischen zwei Materialien.


Wie gut ist die Schweiß-Technik?

Seit den späten 90er Jahren wurde die Schweiß-Technik bereits im Outdoor Bereich beim Verbinden von nicht stretchigem Stoff angewendet. Dabei war die Technik sehr erfolgreich. Seit 2001 sind dann auch Stretch-Stoffe bearbeitet worden. Erst Unterwäsche und seit 2004 auch Rad Bekleidung. Wir stellen nun in der dritte Saison Produkte mit Thermoverschweißung her.


Wie stabil sind die Spezial-Nähte?

Bei den 2005er Modellen benutzen wir die Thermoverschweißung an Trägern, Taschen und am Rücken-Netzeinsatz. Seit anfang 2005 hatten wir noch keinerlei Reklamationen. Auch die Modelle für 2006 testen wir bereits seit Mai 2005. In den zehn Test-Paaren, stecken schon tausende von Kilometern. Auch hier konnten wir keine auseinander klaffenden Nähte feststellen. Es erfordert allerdings eine extrem gründliche Produktion, um die Nähte möglichst stabil zu machen.


Welchen Vorteil haben Sitzpolster mit verschiedenen Material Stärken?

Mit den verschiedenen Stärken versuchen wir drei verschiedene Kriterien zu erfüllen. Als erstes sollte der Ischias für mehr Komfort gut gebettet sein. Dann sollte im Prostata Bereich eine sehr dünne und dichte Polsterung vorhanden sein, um Stöße abzublocken. Ein zu dickes Polster, welches noch mehr gegen den empfindlichen Bereich drücken würde, wäre aber von Nachteil. Der restliche Teil des Polsters sollte sehr dünn und weich sein, um eventuelles Scheuern und Abschürfungen vorzubeugen.


Was bedeutet „Curring-Edge“ bei einer Trägerhose?

An der Schnittkante des Träger-Stoffs wird die Thermoschweißtechnik angewendet. Wir verhindern damit, dass die Schnittkante ausfranst und sparen uns gleichzeitig das Kopplen, also das Umnähen des Stoffes und damit eine weitere scheuernde Naht.


Gibt es die „Mach 1“-Technik auch für Damen?

Noch nicht. Wir haben sehr lange gebraucht, um diese Hose zu entwickeln und wollen mit diesem esten Produkt ersteinmal Erfahrungen sammeln. Außerdem ist die Schweißtechnik noch sehr aufwändig und teuer. Der Verkauf nur weniger Damen-Hosen würde diese Kosten sicherlich nihct decken können.


Wie sollte die perfekte Hose aussehen?

Das wichtigste ist, dass sie dem Biker in der Fahrposition gut passt. Dann ist das Sitzpolster entscheident. Es muss die empfindlichen Stellen richtig Schützen und somit unnötiges Scheuern verhindern. Außerdem ist die Lebensdauer einer Hose ausschlaggebend. Eine gute Hose sollte schon einige Jahre halten.


Muss es immer eine Top-Hose sein?

Es muss kein Top-Modell sein. Aber es ist verständlich, dass die besten Stoffe und Sitzpolster einfach ihr Geld kosten. Deshalb sind sie meist auch nur in den Tiop-Modellen verbaut. Der Kunde muss entscheiden, ob er für weniger Geld auf hoch entwicklete Technolgien verzichten möchte.


Ist die Anzahl der Stoffbahnen ein Qualitätsmerkmal?

Zusätzliche Stoffbahnen sind kein Qualitätsmerkmal? Die Qualität einer Hose erfährt man nur beim Tragen. Dabei hat der Radfahrer in der Position auf dem Bike eine sehr komplexe, gekrümmte Form und Stoffe sind immer ziemlich gerade. Um einen geraden Stoff an die Form eines Radfahrers anzugleichen, müssen mehrere Muster angefertigt werden, damit die Hose in die richtige Form kommt. Für die „Mach 1“-Trägerhose mussten wir 15 Prototypen entwerfen, um die optimale Form zu bekommen, mit der wir dann auch zufrieden waren.


Wie sollte ein perfektes Sitzkissen aussehen? Dick oder dünn, elastisches- oder aus verschiedenen Materialien, mit Struktur oder ohne?

Es gibt zwei wichtige Aspekte: Dicke und Dichte der Polsterung. Ein bequemes Sitzkissen muss nicht besonders dick- aber stützend sein. Die „LiquiCell“-Polster in den „Mach 1“-Hosen blocken grobe Stöße ab und filtern kleine Vibrationen aus. Zusätzlich wird die Gewebe-Wärme durch Reibung reduziert. Ein gutes Kissen mit einer hohen Dichte der Polsterung ist eine gute Lösung und gleichzeitig auch das wichtigste Merkmal für Komfort.

Mehr Infos unter:
www.sportful.com

Steve Smith, Sales und Marketing Manager, Sportful

Schlagwörter: Hose Hosen Test

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