Test Bell Super 2R

Variabel: Bell-Helm mit ansteckbarem Kinnbügel

  • Tobias Brehler
 • Publiziert vor 4 Jahren

Nicht nur bei Enduro-Rennen wird mit Vollgas gefahren, sondern auch auf der Feierabendrunde. Will man deswegen nicht gleich zum Fullface-Helm greifen, ist ein ansteckbarer Kinnbügel eine Option.

Der Bell Super 2R sitzt gut am Kopf.

Drop, rechts, links, Ahhh! So ungefähr ereignete sich der sprichwörtlich einschlägigste Moment der ganzen Testphase. Doch dank einer fast katzengleichen Rolle – wären da nicht die Klickies – und der richtigen Kopfbedeckung, dem Bell Super 2R, blieb unser Tester unverletzt. Mit diesem Sturz hat der Bell Super seinen finalen Test mit Bravour bestanden.

Der Bell Super 2R MIPS richtet sich mit weit heruntergezogenem Heck und ansteckbarem Kinnbügel besonders an Enduro-Piloten. Für 250 Euro wechselt der Helm samt Kinnbügel den Besitzer, stellt den Käufer allerdings vor die Wahl: Sechs verschiedene Farben stehen zur Verfügung. Apropos Optik: Der Super wirkt sehr edel und hochwertig – dem Preis angemessen. Doch auch die Haptik stimmt: Der Drehverschluss zur Feinjustierung lässt sich mit Handschuhen bedienen und in der Höhe verstellen. Auch die drei Hebel, mit denen der Kinnbügel am Helm einrastet, liegen gut in der Hand und lassen sich ebenfalls mit Handschuhen öffnen beziehungsweise schließen. Die Montage fällt leicht und geht in wenigen Sekunden vonstatten. Der Kinnriemen hat einen klassischen Verschluss, steht aber an den Ohren ein bisschen ab. Dafür kommt er der Brille nicht in die Quere. Das Visier lässt sich in der Höhe verstellen oder ganz abnehmen. So findet auch eine Goggle Platz. Der Super ist mit 742 Gramm zwar kein Fliegengewicht, doch dank der guten Belüftung besteht keine Gefahr der akuten Überhitzung. Auch eine abnehmbare Kamerahalterung ist an Bord.

Der Kinnbügel erhöht die Sicherheit gerade dann, wenn man über den Lenker geht.

Die Montage des Kinnschutzes fällt leicht und die hochwertigen Hebel lassen sich gut bedienen.

Wie die Kollegen in FREERIDE 2/16 getestet haben, dämpft der Bell Super 2R alle Schläge unter die Grenzwerte ab. Sowohl den flachen, als auch den Kerb- und den Kinnschlag.

Auf dem Trail sitzt der Helm sehr angenehm und sicher, neigt bei rustikaler Fahrweise jedoch leicht dazu, in die Stirn zu rutschen. Mit montiertem Kinnbügel hält der Helm wegen den straffen Backenpolstern allerdings besser. Obwohl der Super 2R gut belüftet wird, staut sich an ganz heißen Tagen auch mal die Hitze. Mit einer Goggle lässt er sich wie beschrieben angenehm kombinieren, egal ob mit oder ohne Kinnbügel. Allerdings fällt der aktuelle Super 2R etwas schmaler aus als das Vorgängermodell. Somit kann es mit Mütze eng werden. Wie anfangs erläutert hat der Helm einen unserer Tester bereits vor einer Verletzung gerettet. Dies gelang wahrscheinlich dank MIPS (Multidirectional Impact System ) besonders gut. MIPS bedeutet, dass durch die im Helminneren verwendete Aufhängung die Rotationsenergie bei einem Aufprall deutlich reduziert werden soll.

Test-Fazit zum Bell Super 2R

Auch wenn der Bell Super 2R keinen "richtigen" Integralhelm ersetzen kann, spendet er auf Touren mit anspruchsvollen Abfahrten ein deutliches Plus an Sicherheit. Und gerade am Kopf kann dieses Plus bei einem Sturz den Unterschied machen, ob man wieder fit wird oder eben nicht.

Die Kamerahalterung hält die Helmkamera deutlich fester als die des Vorgängermodells.

Themen: BellEinzeltestEnduroFullfaceHelmtestSicherheitSuper 2RTest


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