SchuheMTB Herbst-Outfits: Gut gedresst bei jedem Wetter

Stefan Frey

 · 27.08.2019

MTB Herbst-Outfits: Gut gedresst bei jedem WetterFoto: Scott Markewitz

Wenn die tief stehende Sonne einen goldenen Schimmer auf die Trails legt, beginnt für Biker die schönste Jahreszeit. Mit unseren Bekleidungs-Tipps kommen sie gut gerüstet durch den Herbst.

Die Kleiderwahl ist im Herbst eine echte Herausforderung: Während morgens die Temperaturen oft bedrohlich Richtung Gefrierpunkt sinken, lässt die Sonne das Quecksilber über die Mittagsstunden bis auf 20 Grad und höher klettern. Schafft sie es aber nicht durch die Nebeldecke, bleibt es auch tagsüber empfindlich kalt. Und mit etwas Pech verwandelt ausgiebiger Novemberregen die laubbedeckten Trails in schlammtriefende Rutschbahnen. Wie sollen sich Biker also richtig kleiden? Wir verraten es Ihnen hier und zeigen drei Outfits, mit denen Sie wirklich jedem Wetter trotzen.

Das wichtigste Kleidungsstück arbeitet dabei im Verborgenen: Unterhemden sind für das richtige Körperklima im Herbst unentbehrlich und bilden bei jedem Outfit die erste Schicht. Acht Hightech-Funktions-Shirts mussten im Labor und auf dem Trail beweisen, ob sie auch im feuchten Zustand noch ausreichend wärmen. Den Test dazu finden Sie in BIKE 12/2018.

  Biker-Outfit gegen die HerbstkälteFoto: Markus Greber
Biker-Outfit gegen die Herbstkälte

GEGEN DIE KÄLTE

Im Herbst grüßt uns bereits der erste Frost. Dank Soft­shell-Materialien grüßen Biker gut gewärmt zurück.

Foto oben: Wenn morgens schon der Boden gefriert und der Nebel über den Trails hängt, ist man mit Soft­shell-Materialien bestens gerüstet. Moderne Jacken wie die Löffler Ventsiro WS Softshell Light (170 Euro) spenden so viel Wärme, dass darunter meist ein Langarmunterhemd ausreicht. Bei entspannter Fahrweise bietet sich hier die Wolle der Merino Schafe an. Das Icebreaker 150 Zone LS Crewe (86 Euro) wärmt auch noch im feuchten Zustand. Wer viel schwitzt, sollte aber besser auf Kunstfaserhemden zurückgreifen (siehe Test ab Seite 84), weil sie den Schweiß schneller vom Körper abtransportieren. Eine locker geschnittene Softshell-Hose, wie die Ion Softshell Pants Shelter (160 Euro) nutzt die Luft zwischen Haut und Material zur Isolation. Kombiniert man darunter je nach Temperatur kurze oder lange Trägerhosen, wird es damit sogar im Winter kaum zu kalt. Gegen kalte Zehen helfen etwas dickere Merino-Socken wie die Woolie Boolie von Defeet (24 Euro) und darüber Schuhe, die im Zehenbereich auf Lüftungslöcher verzichten – der Scott MTB AR Boa Clip (180 Euro) zum Beispiel. Der Brisker-Handschuh von 100% (30 Euro) hält dank leichter Softshell-Oberfläche den Fahrtwind von den Händen fern und greift sich mit seiner dünnen Clarino-Innenseite noch immer sehr direkt am Lenker. Jetzt noch das Buff-Tuch aus weichem Merino (ca. 20 Euro) um den Hals oder auf den Kopf, und schon kann man das Laub im knallbunt leuchtenden Herbstwald ordentlich aufwirbeln.

3 x WARME FÜSSE

Für Vielfahrer lohnt sich die Investition in spezielles Schuhwerk. Diese Modelle können wir ihnen empfehlen.

1. Northwave Raptor GTX

Der ideale Cross-Country-Schuh für mäßig kalte Regentage. Der Northwave ist bis oben an den Neoprenschaft wasserdicht. Um ihn anzu­ziehen, braucht man einen schlanken Fuß, sonst wird’s im Einstieg und später an den Zehen eng. Doch dafür bringt er viel Druck aufs Pedal. Gegen Kälte isoliert er nur mäßig. Preis: 220 Euro.

  Northwave Raptor GTXFoto: Daniel Simon
Northwave Raptor GTX

2. Shimano SH-MW5

Den Schnitt und die gute Gummisohle hat der MW5* vom Top-Modell MW7*. Auch haben beide eine abgedeckte Schnellschnürung und sind regendicht. Ohne den Klettriemen oberhalb der Schnürung bringt der Schuh aber auch mit festgezurrter Schnürung etwas wenig Kraft aufs Pedal. Ein Schuh ohne große Fehler, dafür auch nur mäßig Glanz. Preis: 180 Euro (z.B. bei Rose für 119 Euro erhältlich)*.

  Shimano SH-MW5Foto: Daniel Simon
Shimano SH-MW5

3. Vaude Minaki CPX

Der abgedeckte Boa-Verschluss des Minakis sorgt für einen guten Sitz des Obermaterials und lässt sich in der Fahrt nachstellen. Die Zehenbox ist stabil, der Stand auf der (Flatpedal-tauglichen) Sohle ist gut, auch wenn sie für Vollgasritte etwas steifer sein dürfte. Regendicht ist der Minaki obendrein. So diskret sehen Sieger aus. Preis: ca 200 Euro.

  Vaude Minaki CPXFoto: Daniel Simon
Vaude Minaki CPX

DAS ZWIEBELPRINZIP

Von knapp über Null bis rauf zu 20 Grad: Mit dem Schichtsystem sind Biker im Herbst maximal flexibel.

Foto unten: Kaum blinzelt die Sonne durch den morgend­lichen Nebelvorhang, steigen die Temperaturen auch im Herbst noch schnell in den zweistelligen Bereich. Gut, wenn man sich dann sein Outfit wie eine Zwiebel vom Leib schälen kann. Los geht’s bei der obersten Schicht. Die Ärmel der Elite Escape Convertible Jacket von Pearl Izumi (130 Euro) lassen sich abzippen, und im Handumdrehen trägt man nur noch eine Windweste. Darunter bieten die Pearl Izumi Elite Thermal Arm Warmer (35 Euro) ausreichend Restwärme, bis sich auch die letzten Nebelschwaden verzogen haben. Wie auch bei den Elite Thermal Leg Warmern (60 Euro) hält die Pi-Dry-Beschichtung Spritzwasser vom Körper fern. Doch langsam wird es auch dafür zu warm, also ab damit in die Trikottasche des leicht windabweisenden Mavic-XA-Pro-Trikots (90 Euro), das bildet in Verbindung mit einem leichten Polyester-Unterhemd wie dem Craft Active Intensity SS (40 Euro) die ideale unterste Schicht für milde Herbsttage oder schnelle Ausfahrten auf dem Racebike. Auch gut für Racer: die Nanoflex Pro2 Omloop von Castelli (150 Euro, eine Nummer größer wählen). Sie ist an den Beinen minimal länger geschnitten und wärmt so auch die Oberschenkelansätze. Ihre Nanoflex-Beschichtung lässt aufspritzendes Wasser abperlen. Fehlen noch Finger und Füße: Mit einem leichten Windstopper-Handschuh (Gore C5 Gore Windstopper, 56 Euro) bleibt der Griff am Lenker auch im Fahrtwind geschmeidig und mit den Softshell-Überziehern Toe Thingy 2 von Castelli für 17 Euro die Zehen angenehm warm.

  Zwiebel-Look - perfekt für die herbstliche Bike-TourFoto: Markus Greber
Zwiebel-Look - perfekt für die herbstliche Bike-Tour

3 x WARME HÄNDE

Alles im griff: die besten handschuhe für ausfahrten über dem Gefrierpunkt

1. Pearl Izumi P.R.O. Softshell Light

Keine Polster, kein Klett und kaum Grip-steigernde Silikon-Prints. Der Pearl Izumi kommt schlicht daher. Die Kombination aus direktem Griffgefühl und imprägniertem, warmem, Primaloft-gefüttertem Oberteil sowie der gelungene Schnitt machen ihn trotzdem zur guten Wahl bei mäßiger Kälte. Preis: 50 Euro.

  Pearl Izumi P.R.O. Softshell LightFoto: Daniel Simon
Pearl Izumi P.R.O. Softshell Light

2. Roeckl Riga

Am perfekten Sitz des Rigas merkt man, dass Roeckl auf Handschuhe spezialisiert ist. Die Ergonomie stimmt zweifellos. Die Touchscreen-Kontaktfläche am kleinen Finger reicht, um das Telefon zu entsperren. Regen mag der Handschuh nicht: Die Oberfläche ist dann sofort feucht und kühlt. Ein Top-Modell für trocken-kühle Tage. Preis: 50 Euro.

  Roeckl RigaFoto: Daniel Simon
Roeckl Riga

3. BBB Controlzone

Der Controlzone ist nur halb so teuer wie die Konkurrenz, punktet aber mit gutem Schnitt, solider Ausstattung und einer angenehm griffigen Handfläche. Schwächen zeigt er lediglich bei großer Nässe und Kälte, denn sowohl Imprägnierung als auch Isolation sind mäßig. In jeder anderen Disziplin spielt er vorne mit. Preis: 25 Euro.

  BBB ControlzoneFoto: Daniel Simon
BBB Controlzone

SCHOTTEN DICHT

Wenig Sonne, viel Regen: mit dieser Ausrüstung trotzen sie dem nasskalten Novemberwetter.

Foto unten: Heute werde ich mal richtig nass. Hat man das erst mal akzeptiert, kann selbst eine Tour im strömenden Regen Spaß machen – die richtige Ausrüstung vorausgesetzt. Auch wenn die Hersteller noch so viel Atmungsaktivität versprechen: Eine Regenjacke bleibt ein Schwitzkasten. Dafür halten robuste 2,5-Lagen-Jacken wie die Showers Pass Imba Jacket (165 Euro) aber auch richtig dicht. Damit man nicht im eigenen Saft ersäuft, müssen die Schichten darunter zuverlässig den Schweiß vom Körper abtransportieren. Genau das macht das körpernah geschnittene Freedom-Seamless-Thermal-LS-Unterhemd von Gripgrab (99 Euro) mit seinem Hightech-Strick. Das leicht angeraute, sportlich geschnittene Langarm-Shirt Fahrenheit von Northwave (80 Euro) nimmt den Schweiß dann auf wie einen Staffelstab und reicht ihn weiter nach außen. Eine der besten Regenhosen am Markt ist die C5 Gore-Tex Active Trail Pants (200 Euro) von Gore. Ihr Gesäßbereich ist verstärkt und die Beinweite für einen leichteren Einstieg mit Schuhen verstellbar. Mit wasserdichten Socken, wie den Lightweight WP Crew von Showers Pass (40 Euro), kann man sich die Investition in teure Regenschuhe übrigens sparen und bleibt an den Füßen trotzdem trocken und warm. Die wasserdichten Dragon-Eye-MTB-Handschuhe von Sealskinz schließen auch noch die letzte Lücke am Körper zuverlässig ab. So steuert man das Bike selbst durch die matschigste Pfütze.

  Bike-Bekleidung für RegenwetterFoto: Markus Greber
Bike-Bekleidung für Regenwetter

3 x NÄSSESCHUTZ

Kinder steckt man bei sauwetter in Matschklamotten, für Biker gibt es Regenanzüge.

1. Endura MT500 Onesie

Enduras brandneuer Einteiler wirkt von vorne wie Hose und Jacke, ist aber an der Rückseite für besseren Schutz verbunden. Trotz 18000er-Wassersäule soll das 3-Lagen-Gewebe nicht zu schwitzig sein. Die Beine lassen sich abzippen, der obere Teil über besonders lange Reißverschlüsse belüften. Damit sich das 460-Euro-Teil lohnt, braucht man aber schon einen sehr ausgeprägten Schlammspieltrieb (z.B. bei Rosebikes* oder Bergfreunde* erhältlich).

  Endura MT500 OnesieFoto: Hersteller
Endura MT500 Onesie

2. Dirtlej Classic Edition

Unten kurz, oben lang. Dirtlej hat seinen leichten Classic Suit überarbeitet. Der soll jetzt noch robuster sein. Die Kapuze lässt sich einrollen, der Bund per Klett an den Träger anpassen. Zahlreiche wasserdichte Taschen und Lüftungsöffnungen sollen ihn zum idealen Begleiter für Schlechtwetterfahrer machen. Preis: 199 Euro (z.B. bei Bergfreunde erhältlich*).

  Dirtlej Classic EditionFoto: Hersteller
Dirtlej Classic Edition

3. Vaude Moab Rain Suit

Der kurzärmelige 2,5-Lagen-Overall ist perfekt für Wolkenbrüche. Er ist mit gut 310 Gramm extrem leicht, klein verpackbar und deshalb auch immer im Rucksack mit dabei, falls es doch mal richtig dreckig wird. Besonders sau­ber dagegen ist seine Herstellung. Das Material ist Bluesign-zertifiziert und frei von Fluorcarbonen. Preis: 200 Euro (z.B. bei Bergzeit erhältlich*).

  Vaude Moab Rain SuitFoto: Hersteller
Vaude Moab Rain Suit

Diesen Artikel finden Sie in BIKE 12/2018. Die gesamte Digital-Ausgabe können Sie in der BIKE-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Print-Ausgabe im DK-Shop nachbestellen – solange der Vorrat reicht:

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