Rucksäcke | Taschen

Transalp-tauglich: 9 MTB-Rucksäcke für die große Tour

Stefan Frey

 · 07.03.2017

Transalp-tauglich: 9 MTB-Rucksäcke für die große TourFoto: Georg Grieshaber

Die Packliste für eine MTB-Transalp liest sich wie der Einkaufszettel einer Großfamilie. Um alles in einem Bike-Rucksack unterzubringen, muss man das perfekte Modell besitzen. Neun Raumwunder im Test.

Als Hannibal seinerzeit die Alpen überquerte, musste er sich um sein Gepäck wohl keine großen Gedanken machen. Mehr als 50000 Mann und 37 Elefanten marschierten damals in seinem Tross – da wird sich für seine Wechselbekleidung schon ein Träger gefunden haben. Wenn Mountainbiker sich heute zur anderen Seite des Alpenhauptkamms aufmachen, ist der Weg zwar weit weniger beschwerlich und nicht annähernd so gefährlich wie damals. Dafür stehen sie schon vor der ersten Pedalumdrehung vor einer logistischen Denksportaufgabe: Ein ganzer Tante-Emma-Laden an Habseligkeiten soll in einem Rucksack Platz finden, der nicht größer sein soll als eine Einkaufstüte aus dem Supermarkt. Und der im besten Fall nicht mehr als sieben Kilo wiegt. Gerade mal neun Hersteller haben ein Transalp-taugliches Modell im Sortiment, das für eine solche Unternehmung in Frage kommt. Wir haben sie getestet und herausgefunden, welcher Bike-Rucksack sich für eine Mehrtages-Tour in den Alpen am besten eignet.

Diese MTB-Rucksäcke für Alpenüberquerungen und lange Touren finden Sie im Test:

Cube AMS 30+5
Dakine AMP 24
Deuter Attack Tour 28* (BIKE-Tipp: Komfort)
Ergon BX4*
Evoc Explorer 30l* (BIKE-Tipp: Handhabung)
Jack Wolfskin Rock Surfer 30,5*
Osprey Escapist 25*
Shimano Hotaka 26
Vaude Bike Alpin 25+5* (BIKE-Tipp: Testsieger)

Vaude Bike Alpin 25+5Foto: Georg Grieshaber
Vaude Bike Alpin 25+5
Cube AMS 30+5Foto: Georg Grieshaber
Cube AMS 30+5
Dakine AMP 24Foto: Georg Grieshaber
Dakine AMP 24
Deuter Attack Tour 28 Foto: Georg Grieshaber
Deuter Attack Tour 28 
Ergon BX4Foto: Georg Grieshaber
Ergon BX4
Evoc Explorer 30l Foto: Georg Grieshaber
Evoc Explorer 30l 
Jack Wolfskin Rock Surfer 30,5Foto: Georg Grieshaber
Jack Wolfskin Rock Surfer 30,5
Osprey Escapist 25Foto: Georg Grieshaber
Osprey Escapist 25
Shimano Hotaka 26Foto: Georg Grieshaber
Shimano Hotaka 26
Vaude Bike Alpin 25+5Foto: Georg Grieshaber
Vaude Bike Alpin 25+5
Cube AMS 30+5Foto: Georg Grieshaber
Cube AMS 30+5
Cube AMS 30+5
Dakine AMP 24
Deuter Attack Tour 28 
Ergon BX4
Evoc Explorer 30l 
Jack Wolfskin Rock Surfer 30,5
Osprey Escapist 25
Shimano Hotaka 26
Vaude Bike Alpin 25+5

Die Packliste für eine Transalp füllt eine komplette DIN-A4-Seite und belegt einen halben Tag später fast den gesamten Fußboden des Testbüros. Es folgt der schwierigste Teil der Aufgabe: Die umfangreiche Ausrüstung im Rucksack zu verstauen, gleicht der Auflösung des Gordischen Knotens – zigmal beginnt man von vorne, um am Ende frus­triert festzustellen: Die häufig benötigte Kompass-Karte ist irgendwo in den unendlichen Weiten des Hauptfachs verschollen. Jeder hat seine eigene Vorstellung von Ordnung. Deshalb ist es auch wichtig, dass die Taschenaufteilung ihrer persönlichen Vorstellung von Ordnung entspricht. Besonders bewährt haben sich dennoch ein paar grundlegende Abteilungen: ein geräumiges Hauptfach, mit abgetrenntem Bodenfach; ein gut sortiertes Werkzeugfach, leicht zugängliche Fächer an den Seiten und Hüftgurten und ein flaches Abteil für Karten, Smartphone oder Geldbörse. Der Rest ist Geschmackssache.

Übersichtlich strukturiert sind vor allem die Modelle von Cube, Jack Wolfskin, Osprey und Vaude. Evoc treibt das Taschen-Management zur Perfektion. Besser organisiert ist nicht einmal die Fußball-Nationalmannschaft. Dem Deuter fehlt zwar ein separates Bodenfach, dafür lässt sich das Hauptfach so weit aufklappen, dass es auch bis in den letzten Winkel leicht zugänglich ist. Ausreichend Platz für eine Woche in den Alpen bieten laut Herstellerangaben zwar alle Modelle. Bei Dakine und Jack Wolfskin wird es aber eng. Mehr als 24, beziehungsweise 23 Liter Packvolumen konnten wir in den beiden Modellen beim Auslitern beim besten Willen nicht unterbringen. Verzicht statt Völlerei ist hier angesagt. Setzt man das Rucksackgewicht mit dem Packvolumen ins Verhältnis, stechen drei Modelle besonders hervor: Osprey und Vaude verwenden sehr leichte Materialen, was sich natürlich positiv aufs Gewicht auswirkt. Der AMS von Cube fällt hier allein schon durch sein riesiges Volumen aus dem Rahmen. Bei Deuter drücken solide Materialien und der integrierte Protektor auf die Waage. Zwischen dem leichtesten und dem schwersten Modell liegen ganze 862 Gramm – eine Welt in dieser Kategorie. Wobei man bei Deuter bei Bedarf die Rückenplatte weglassen und 300 Gramm sparen könnte.

Die Alpen überqueren heißt verzichten. Unverzichtbar ist jedoch ein hoher Tragekomfort. Das ist der erste Punkt, den man beim Rucksackkauf abklären sollte. Passt das Rückensystem nicht zum Träger, sind Schmerzen spätestens nach ein paar Tagen im Sattel vorprogrammiert. Im Laden sollte man den Rucksack daher immer mit dem angepeilten Gewicht Probe tragen. Ein Kletterseil eignet sich hier gut als Testgewicht.

Hüftgurt, Brustgurt und Schultergurt – umfangreich einstellen lassen sich alle Modelle im Test. Cube, Deuter, Evoc, Osprey und Vaude können zudem über eine Lageverstellung an den Schultern kompakter an den Rücken geholt werden – etwa für technische Abfahrten. Bei drei Modellen lässt sich sogar die Rückenlänge individuell anpassen. Ein großer Vorteil, weil sich Ergon, Osprey und Vaude so immer richtig auf den Hüftknochen platzieren lassen. Auf ihnen sollte in der Regel auch das meiste Gewichte lasten – die Schultergurte halten den Packsack lediglich in Position. Breite Hüftgurte sollten bei Rucksäcken dieser Größenordnung sowieso zur Grundausstattung gehören. Sie stabilisieren die schwere Last und sorgen dafür, dass man am Ende der Abfahrt sein Gepäck nicht plötzlich am Bauch trägt.

Übrigens: Als Hannibal nach 16 Tagen auf der Nordseite der Alpen anlangte, hatte er nur noch einen seiner 37 Elefanten – und vermutlich keine Wechselklamotten mehr.
Mit dem richtigen Bike-Rucksack schleppen Sie Ihr Gepäck zwar immer noch selbst über die Berge, kommen dafür aber auch garantiert entspannter am Ziel Ihrer Reise an.


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Richtig packen – dafür könnte man glatt ein eigenes Seminar belegen. Wir zeigen, wie Sie die Taschen des MTB-Rucksacks am besten für Ihr Hab und Gut nutzen können.

4 Hauptfach: Ihre Freizeitklamotten werden Sie während des Tages nicht brauchen. Ab damit ins Hauptfach. Am besten in einer Plastik­tüte verpackt. Oben drauf kommen dann griffbereit die Regenklamotten. Die können dann auch mal nass ins Fach zurück.

 5 Werkzeugfach: Eine Panne während der Tour ist nervig und kostet Zeit – daher sollte zumindest das nötige Werkzeug gut sortiert und leicht zugänglich in einem weit aufklappbaren Fach lagern. So ist die Panne schnell behoben, und die Reise kann weitergehen.Foto: Georg Grieshaber
4 Hauptfach: Ihre Freizeitklamotten werden Sie während des Tages nicht brauchen. Ab damit ins Hauptfach. Am besten in einer Plastik­tüte verpackt. Oben drauf kommen dann griffbereit die Regenklamotten. Die können dann auch mal nass ins Fach zurück. 5 Werkzeugfach: Eine Panne während der Tour ist nervig und kostet Zeit – daher sollte zumindest das nötige Werkzeug gut sortiert und leicht zugänglich in einem weit aufklappbaren Fach lagern. So ist die Panne schnell behoben, und die Reise kann weitergehen.
1 Seitentaschen: Alles, was während der Tour schnell erreichbar sein muss, gehört in die Seiten- oder Hüftgurttaschen. Das kann ein Riegel für den schnellen Energieschub zwischendurch oder auch ein Erste-Hilfe-Set für den Fall eines Sturzes sein.

  Foto: Georg Grieshaber
1 Seitentaschen: Alles, was während der Tour schnell erreichbar sein muss, gehört in die Seiten- oder Hüftgurttaschen. Das kann ein Riegel für den schnellen Energieschub zwischendurch oder auch ein Erste-Hilfe-Set für den Fall eines Sturzes sein.  
2 Bodenfach: Zweigeteilte Rucksäcke lassen sich in der Regel besser strukturieren. Im Bodenfach sollten schwere Gegenstände verstaut werden. So kann das Gewicht besser auf der Hüfte abgestützt werden, und der Rucksack schaukelt sich nicht so leicht auf.

  Foto: Georg Grieshaber
2 Bodenfach: Zweigeteilte Rucksäcke lassen sich in der Regel besser strukturieren. Im Bodenfach sollten schwere Gegenstände verstaut werden. So kann das Gewicht besser auf der Hüfte abgestützt werden, und der Rucksack schaukelt sich nicht so leicht auf.  
3 Kartenfach: Karten gehören zur Pflichtausrüstung! Ein flaches, ausreichend langes Kartenfach, das besonders leicht zugänglich ist, ist dafür ideal. Am besten ganz vorne am Rucksack oder, wie bei Cube, direkt am Rücken.

  Foto: Georg Grieshaber
3 Kartenfach: Karten gehören zur Pflichtausrüstung! Ein flaches, ausreichend langes Kartenfach, das besonders leicht zugänglich ist, ist dafür ideal. Am besten ganz vorne am Rucksack oder, wie bei Cube, direkt am Rücken.  
4 Hauptfach: Ihre Freizeitklamotten werden Sie während des Tages nicht brauchen. Ab damit ins Hauptfach. Am besten in einer Plastik­tüte verpackt. Oben drauf kommen dann griffbereit die Regenklamotten. Die können dann auch mal nass ins Fach zurück.

 5 Werkzeugfach: Eine Panne während der Tour ist nervig und kostet Zeit – daher sollte zumindest das nötige Werkzeug gut sortiert und leicht zugänglich in einem weit aufklappbaren Fach lagern. So ist die Panne schnell behoben, und die Reise kann weitergehen.Foto: Georg Grieshaber
4 Hauptfach: Ihre Freizeitklamotten werden Sie während des Tages nicht brauchen. Ab damit ins Hauptfach. Am besten in einer Plastik­tüte verpackt. Oben drauf kommen dann griffbereit die Regenklamotten. Die können dann auch mal nass ins Fach zurück. 5 Werkzeugfach: Eine Panne während der Tour ist nervig und kostet Zeit – daher sollte zumindest das nötige Werkzeug gut sortiert und leicht zugänglich in einem weit aufklappbaren Fach lagern. So ist die Panne schnell behoben, und die Reise kann weitergehen.
1 Seitentaschen: Alles, was während der Tour schnell erreichbar sein muss, gehört in die Seiten- oder Hüftgurttaschen. Das kann ein Riegel für den schnellen Energieschub zwischendurch oder auch ein Erste-Hilfe-Set für den Fall eines Sturzes sein.

  Foto: Georg Grieshaber
1 Seitentaschen: Alles, was während der Tour schnell erreichbar sein muss, gehört in die Seiten- oder Hüftgurttaschen. Das kann ein Riegel für den schnellen Energieschub zwischendurch oder auch ein Erste-Hilfe-Set für den Fall eines Sturzes sein.  
1 Seitentaschen: Alles, was während der Tour schnell erreichbar sein muss, gehört in die Seiten- oder Hüftgurttaschen. Das kann ein Riegel für den schnellen Energieschub zwischendurch oder auch ein Erste-Hilfe-Set für den Fall eines Sturzes sein.

  
2 Bodenfach: Zweigeteilte Rucksäcke lassen sich in der Regel besser strukturieren. Im Bodenfach sollten schwere Gegenstände verstaut werden. So kann das Gewicht besser auf der Hüfte abgestützt werden, und der Rucksack schaukelt sich nicht so leicht auf.

  
3 Kartenfach: Karten gehören zur Pflichtausrüstung! Ein flaches, ausreichend langes Kartenfach, das besonders leicht zugänglich ist, ist dafür ideal. Am besten ganz vorne am Rucksack oder, wie bei Cube, direkt am Rücken.

  
4 Hauptfach: Ihre Freizeitklamotten werden Sie während des Tages nicht brauchen. Ab damit ins Hauptfach. Am besten in einer Plastik­tüte verpackt. Oben drauf kommen dann griffbereit die Regenklamotten. Die können dann auch mal nass ins Fach zurück.

 5 Werkzeugfach: Eine Panne während der Tour ist nervig und kostet Zeit – daher sollte zumindest das nötige Werkzeug gut sortiert und leicht zugänglich in einem weit aufklappbaren Fach lagern. So ist die Panne schnell behoben, und die Reise kann weitergehen.


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Ob sich ein Hersteller wirklich Gedanken bei der Konstruktion gemacht hat, erkennt man an praktischen Detaillösungen.

Klimaanlage:  Ein vorgespannter Netzrücken kühlt während des Anstiegs noch immer am besten, sitzt aber bauartbedingt in dieser Größenkategorie nicht ganz so sicher in der Abfahrt.Foto: Georg Grieshaber
Klimaanlage:  Ein vorgespannter Netzrücken kühlt während des Anstiegs noch immer am besten, sitzt aber bauartbedingt in dieser Größenkategorie nicht ganz so sicher in der Abfahrt.
Zugriff: Separate Bodenfächer schaffen Ordnung im Rucksack oder Platz für Schmutzwäsche. Bei Evoc ist es nicht nur von außen, sondern auch vom Hauptfach besonders leicht zugänglich.Foto: Georg Grieshaber
Zugriff: Separate Bodenfächer schaffen Ordnung im Rucksack oder Platz für Schmutzwäsche. Bei Evoc ist es nicht nur von außen, sondern auch vom Hauptfach besonders leicht zugänglich.
Nachfülltank: Eine Trinkblase macht auf einer Transalp nur für Vieltrinker Sinn – und auch nur dann, wenn die Blase über ein separates Fach entnommen und wieder befüllt werden kann.Foto: Georg Grieshaber
Nachfülltank: Eine Trinkblase macht auf einer Transalp nur für Vieltrinker Sinn – und auch nur dann, wenn die Blase über ein separates Fach entnommen und wieder befüllt werden kann.
Schutzpatron: Der Attack Tour von Deuter besitzt als Einziger im Test einen Rückenprotektor. Der erhöht zwar des Gewicht um gut 300 Gramm, bringt aber ein Plus an Sicherheit während der Tour.Foto: Georg Grieshaber
Schutzpatron: Der Attack Tour von Deuter besitzt als Einziger im Test einen Rückenprotektor. Der erhöht zwar des Gewicht um gut 300 Gramm, bringt aber ein Plus an Sicherheit während der Tour.
Klammergriff:  Mehr als sechs Kilo Gewicht wollen in der Abfahrt erst mal gebändigt werden. Am besten geht das mit ausladenden Hüftflügeln, die die Auflagefläche am Körper vergrößern.Foto: Georg Grieshaber
Klammergriff:  Mehr als sechs Kilo Gewicht wollen in der Abfahrt erst mal gebändigt werden. Am besten geht das mit ausladenden Hüftflügeln, die die Auflagefläche am Körper vergrößern.
Anpassung:  Ein Transalp-Rucksack muss passen – Punkt. Am besten gelingt das natürlich, wenn sich das Tragesystem an die Rückenlänge und -form des Trägers anpassen lässt. Foto: Georg Grieshaber
Anpassung:  Ein Transalp-Rucksack muss passen – Punkt. Am besten gelingt das natürlich, wenn sich das Tragesystem an die Rückenlänge und -form des Trägers anpassen lässt. 
Klimaanlage:  Ein vorgespannter Netzrücken kühlt während des Anstiegs noch immer am besten, sitzt aber bauartbedingt in dieser Größenkategorie nicht ganz so sicher in der Abfahrt.Foto: Georg Grieshaber
Klimaanlage:  Ein vorgespannter Netzrücken kühlt während des Anstiegs noch immer am besten, sitzt aber bauartbedingt in dieser Größenkategorie nicht ganz so sicher in der Abfahrt.
Zugriff: Separate Bodenfächer schaffen Ordnung im Rucksack oder Platz für Schmutzwäsche. Bei Evoc ist es nicht nur von außen, sondern auch vom Hauptfach besonders leicht zugänglich.Foto: Georg Grieshaber
Zugriff: Separate Bodenfächer schaffen Ordnung im Rucksack oder Platz für Schmutzwäsche. Bei Evoc ist es nicht nur von außen, sondern auch vom Hauptfach besonders leicht zugänglich.
Zugriff: Separate Bodenfächer schaffen Ordnung im Rucksack oder Platz für Schmutzwäsche. Bei Evoc ist es nicht nur von außen, sondern auch vom Hauptfach besonders leicht zugänglich.
Nachfülltank: Eine Trinkblase macht auf einer Transalp nur für Vieltrinker Sinn – und auch nur dann, wenn die Blase über ein separates Fach entnommen und wieder befüllt werden kann.
Schutzpatron: Der Attack Tour von Deuter besitzt als Einziger im Test einen Rückenprotektor. Der erhöht zwar des Gewicht um gut 300 Gramm, bringt aber ein Plus an Sicherheit während der Tour.
Klammergriff:  Mehr als sechs Kilo Gewicht wollen in der Abfahrt erst mal gebändigt werden. Am besten geht das mit ausladenden Hüftflügeln, die die Auflagefläche am Körper vergrößern.
Anpassung:  Ein Transalp-Rucksack muss passen – Punkt. Am besten gelingt das natürlich, wenn sich das Tragesystem an die Rückenlänge und -form des Trägers anpassen lässt. 
Klimaanlage:  Ein vorgespannter Netzrücken kühlt während des Anstiegs noch immer am besten, sitzt aber bauartbedingt in dieser Größenkategorie nicht ganz so sicher in der Abfahrt.


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Interview mit Peter Brodschelm, Touren-Guide und Gründer von Fahrtwind:
"Tragekomfort geht immer vor Gewicht!"

Wie schwer sollte der Transalp-Rucksack maximal sein?
Das hängt natürlich sehr von der Körpergröße des Fahrers ab. Als Faustregel sollte der Rucksack aber nicht mehr als sechs bis sieben Kilo wiegen. Mit guter Ausrüstung kommt man da allerdings locker drunter.

Was sind klassische Fehler beim Packen?
Meistens ist die Gewichtsverteilung das größte Problem. Schwere Sachen gehören nach unten. Mit tiefem Schwerpunkt fährt es sich im Trail einfach sicherer. Nur, wer Rückenschmerzen im Lendenbereich bekommt, sollte die Last eher auf die Schultern verteilen.

Worauf sollte man beim Packen verzichten?
Viele Biker sind mit absoluter Hightech-Ausrüstung unterwegs, ziehen aber dann am Abend eine schwere Jeans aus dem Rucksack – das macht natürlich keinen Sinn. Wenn man über mehrere Tage unterwegs ist, kommt es wirklich auf jede Hundert Gramm an.

Gibt es einen Trick, um Ordnung im Rucksack zu halten?
Disziplin. Damit kann man in fast jedem Rucksack Ordnung halten. Beim Toploader fällt das schwerer als bei Modellen mit Bodenfach. Am besten ist es, wenn sich das Hauptfach komplett aufklappen lässt. Obenauf kommen Wechselklamotten für den Tag, darunter in einem Plastikbeutel die Sachen für den Abend. Dort sind sie vor Nässe und Geruch geschützt.

  Peter Brodschelm, Touren-Guide und Gründer von FahrtwindFoto: Privatfoto
Peter Brodschelm, Touren-Guide und Gründer von Fahrtwind

Wie sieht der perfekte Transalp-Rucksack aus?
Tragekomfort geht über Gewicht. Gute Rucksäcke sind zwar heute schon sehr leicht, im Zweifel würde ich aber immer zum Komfortableren greifen und dafür mit maximal leichter Ausrüstung starten. Zu viele Fächer sind auch nur was für Vielfahrer. Wer einen Rucksack nur für eine Transalp im Jahr braucht, verliert sich in der Taschenvielfalt und ist nur noch am Suchen. Gut zugängliche Fächer für Werkzeug, Erste-Hilfe-Set und Verpflegung sollten aber trotzdem vorhanden sein. Mir reichen 25 Liter Volumen.

Trinkblase oder Trinkflasche, was empfiehlst Du?
Trinkblasen empfehle ich nur Vieltrinkern. Allerdings immer in Verbindung mit einer Flasche am Rahmen. Eine Trinkblase an einer Quelle aufzufüllen, kann ziemlich nervig sein.

Muss ich mich vor dem Start an den Rucksack gewöhnen?
Wer die Zeit hat, sollte den Rucksack auf jeden Fall mit dem entsprechenden Gewicht einfahren. Vor allem auf Trails muss man seine Fahrtechnik an das Gewicht anpassen. Auch das Setup am Bike muss wegen des erhöhten Gewichts verändert werden. Vor allem Biker, die auf der Feierabendrunde ohne Rucksack unterwegs sind, bekommen da häufig Probleme.


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CUBE AMS 30+5

Preis/Info 149,95 Euro/www.cube.eu
Gewicht / Volumen¹ 1291 Gramm / 30 + 5 (35) Liter
Ausstattung / Trinksystem Regenhülle, Werkzeugtasche, Helmhalter, Protektoren-Straps, Volumenerweiterung, Kartenfach / nicht verfügbar

Bike-Bewertung
Tragekomfort (35 %) 9 von 10 Punkten
Handhabung (25 %) 8 von 10 Punkten
Gewicht² (20 %) 10 von 10 Punkten
Ausstattung (10 %) 8 von 10 Punkten
Verarbeitung (10 %) 8 von 10 Punkten

FAZIT Cubes Raumwunder verleitet dazu, mehr einzupacken als nötig. Der von Deuter gefertigte Rucksack trägt sich sehr komfortabel und ist ordentlich belüftet. Die Aufteilung ist gelungen, die herausnehmbare Werkzeugrolle clever. Die Fächer könnten teilweise etwas weiter öffnen. Im Steilen kann der große AMS leicht an den Helm stoßen.

BIKE-Urteil³ SEHR GUT

  Cube AMS 30+5Foto: Georg Grieshaber
Cube AMS 30+5

DAKINE AMP 24

Preis/Info 119,95 Euro/www.dakine.eu
Gewicht / Volumen¹ 1086 Gramm / 24 (19) Liter
Ausstattung / Trinksystem Helmhalter, Zipper-Seiten­taschen, Regenhülle optional (20 Euro) / 3 Liter: 20 Euro

Bike-Bewertung
Tragekomfort (35 %) 6 von 10 Punkten
Handhabung (25 %) 7 von 10 Punkten
Gewicht² (20 %) 6 von 10 Punkten
Ausstattung (10 %) 6 von 10 Punkten
Verarbeitung (10 %) 8 von 10 Punkten

FAZIT Kleines Volumen, kurzer Rücken – der AMP eignet sich eher für kleine Biker, und selbst die müssen für Mehrtages-Touren sparsam packen. Die Frontfächer sind super strukturiert, das Hauptfach könnt aber weiter öffnen – es gibt kein separates Bodenfach. Das Rückensystem kühlt sehr gut, trägt sich aber vor allem an den Schultern etwas sperrig.

BIKE-Urteil³ GUT

  Dakine AMP 24Foto: Georg Grieshaber
Dakine AMP 24

DEUTER Attack Tour 28

Preis/Info 199,95 Euro/www.deuter.com
Gewicht / Volumen¹ 1845 / 1511 Gramm / 28 (27) Liter
Ausstattung / Trinksystem Rückenprotektor, Regenhülle, Helmhalter, Handyfach seitlich, Werkzeugfach / Trinkblasenfach 2 / 3 Liter: 29,95 / 32,95 Euro

Bike-Bewertung
Tragekomfort (35 %) 10 von 10 Punkten
Handhabung (25 %) 10 von 10 Punkten
Gewicht² (20 %) 6 von 10 Punkten
Ausstattung (10 %) 10 von 10 Punkten
Verarbeitung (10 %) 10 von 10 Punkten

FAZIT Der Deuter ist perfekt strukturiert – alle Fächer öffnen komplett. Auch ohne Bodenfach behält man so die Übersicht. Tragekomfort und Sitz im Gelände sind hervorragend, die Hüftflügel nehmen viel Gewicht von den Schultern. Extrem robust, clevere Details und ein Protektor – das drückt natürlich auf die Waage. Gute Alternative zum Klassiker Trans Alpine.

BIKE-Urteil³ SUPER

  <a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14102&awinaffid=471469&clickref=B+Deuter+Attack+Tour+28&ued=https%3A%2F%2Fwww.bergfreunde.de%2Fdeuter-kids-attack-8-bike-rucksack" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Deuter Attack Tour 28</a> *Foto: Georg Grieshaber
Deuter Attack Tour 28 *

ERGON BX4

Preis/Info 129,95 Euro/www.ergon-bike.com
Gewicht / Volumen¹ 1199 Gramm / 30 + 5 (31) Liter
Ausstattung / Trinksystem Längenverstellung, Regenhülle, Trinkblasenfach, Werkzeugfach, Schubfach vorne / 2 / 3 Liter: 29,95 / 32,95 Euro

Bike-Bewertung
Tragekomfort (35 %) 7 von 10 Punkten
Handhabung (25 %) 6 von 10 Punkten
Gewicht² (20 %) 10 von 10 Punkten
Ausstattung (10 %) 6 von 10 Punkten
Verarbeitung (10 %) 5 von 10 Punkten

FAZIT Der BX4 sitzt dank einstellbarer Rückenlänge passgenau. Er bietet viel Stauraum, aber leider keine Unterteilung im Hauptfach. Das Werkzeugfach ist etwas schwer zugänglich. Das Rückensystem liegt nur punktuell auf und ist gut belüftet. Die schmalen Träger und die unflexible Rückenplatte schneiden jedoch an den Schultern ein. Schlecht verarbeitete Nähte und Gurtbänder trüben den Eindruck.

BIKE-Urteil³ GUT

  <a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=11768&awinaffid=471469&clickref=B+Ergon+BX4&ued=https%3A%2F%2Fwww.rosebikes.de%2Fergon-bx4-evo-fahrradrucksack-2685515" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Ergon BX4</a> *Foto: Georg Grieshaber
Ergon BX4 *

EVOC Explorer 30l

Preis/Info 140 Euro/www.evoc-sports.com
Gewicht / Volumen¹ 1274 Gramm / 30 (29) Liter
Ausstattung / Trinksystem Regenhülle, Helmhalter (auch für Fullface-Helme), Trinkblasenfach, Werkzeugfach, Kartenfach / 2 / 3 Liter: 33 / 37 Euro

Bike-Bewertung
Tragekomfort (35 %) 9 von 10 Punkten
Handhabung (25 %) 10 von 10 Punkten
Gewicht² (20 %) 8 von 10 Punkten
Ausstattung (10 %) 10 von 10 Punkten
Verarbeitung (10 %) 10 von 10 Punkten

FAZIT Übersichtlicher kann man einen Rucksack wohl kaum konstruieren: Alle Fächer öffnen weit und sind super strukturiert. Auch die Verarbeitung ist top. Der Explorer sitzt dank breitem Aufbau sicher auf der Hüfte – auch in ruppigem Gelände – schränkt aber die Bewegungsfreiheit an den Schultern etwas ein. Hoher Tragekomfort, aber etwas schlecht belüftet auf langen Ausfahrten.

BIKE-Urteil³ SEHR GUT

  <a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=11768&awinaffid=471469&clickref=B+Evoc+Explorer+Pro+30&ued=https%3A%2F%2Fwww.rosebikes.de%2Fevoc-explorer-pro-30l-rucksack-2663291" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Evoc Explorer 30l</a> *Foto: Georg Grieshaber
Evoc Explorer 30l *

JACK WOLFSKIN Rock Surfer 30,5

Preis/Info 149,95 Euro/www.jack-wolfskin.de
Gewicht / Volumen¹ 1109 Gramm / 30,5 (23) Liter
Ausstattung / Trinksystem Neopren-Hüftgurt mit Klett, Schultergurttasche, Regenhülle, Helmhalter, Werkzeugfach / 2 Liter: 29,95 Euro

Bike-Bewertung
Tragekomfort (35 %) 6 von 10 Punkten
Handhabung (25 %) 9 von 10 Punkten
Gewicht² (20 %) 8 von 10 Punkten
Ausstattung (10 %) 8 von 10 Punkten
Verarbeitung (10 %) 8 von 10 Punkten

FAZIT Der Rock Surfer ist übersichtlich aufgebaut und leicht zu bepacken, voll beladen aber etwas schwer zugänglich. Überhaupt schluckt er deutlich weniger, als angegeben – auf langen Touren wird der Platz knapp. Der breite Hüftgurt sitzt sicher, die Schulterträger geben dagegen nur wenig Halt. Die weichen Polster liegen bequem am Rücken, sind aber schwitzig, zudem beult die Rückenplatte leicht aus.

BIKE-Urteil³ GUT

  Jack Wolfskin Rock Surfer 30,5Foto: Georg Grieshaber
Jack Wolfskin Rock Surfer 30,5

OSPREY Escapist 25

Preis/Info 100 Euro/www.ospreyeurope.com
Gewicht / Volumen¹ 983 Gramm / 25 (26) Liter
Ausstattung / Trinksystem Regenhülle, Trinkblasenfach, Helmhalter, Werkzeugfach, Längenverstellung / 1,5 / 2,5 Liter: 26 / 28 Euro

Bike-Bewertung
Tragekomfort (35 %) 9 von 10 Punkten
Handhabung (25 %) 8 von 10 Punkten
Gewicht² (20 %) 10 von 10 Punkten
Ausstattung (10 %) 10 von 10 Punkten
Verarbeitung (10 %) 10 von 10 Punkten

FAZIT Leicht, durchdacht und gut strukturiert: Der Escapist bietet viele sinnvolle Detaillösungen und eine gelungene Taschenaufteilung. Das Tragesystem lässt sich in der Länge verstellen und sitzt sehr komfortabel und rutschsicher am Rücken. Die Gewichtsverteilung ist nicht ganz optimal, so wackelt der Osprey leicht in der Abfahrt. Voll bepackt kann der Rücken ausbeulen. Die Fächer könnten etwas weiter öffnen.

BIKE-Urteil³ SEHR GUT

  <a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=9057&awinaffid=471469&clickref=B+Osprey+Escapist+25+Rucksack&ued=https%3A%2F%2Fwww.wigglesport.de%2Fosprey-escapist-25-rucksack" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Osprey Escapist 25</a> *Foto: Georg Grieshaber
Osprey Escapist 25 *

SHIMANO Hotaka 26

Preis/Info 109,95 Euro/www.paul-lange.de
Gewicht / Volumen¹ 1043 Gramm / 26 (26) Liter
Ausstattung / Trinksystem Regenhülle, Erste-Hilfe-Set, Schultergurttasche, Schub­tasche vorne, Helmhalter / 2 / 3 Liter: 27,50 / 29,95 Euro

Bike-Bewertung
Tragekomfort (35 %) 7 von 10 Punkten
Handhabung (25 %) 6 von 10 Punkten
Gewicht² (20 %) 8 von 10 Punkten
Ausstattung (10 %) 8 von 10 Punkten
Verarbeitung (10 %) 8 von 10 Punkten

FAZIT Der leichte Hotaka bietet gerade so Platz für Mehrtages-Touren. Die Aufteilung der Taschen ist etwas ungünstig: Es fehlt ein strukturiertes Werkzeugfach, und die Unterteilungen im Hauptfach sind bei voller Beladung kaum nutzbar. Das Tragesystem ist komfortabel, aber auch etwas schwitzig. Die Hüftflügel sitzen etwas hoch. Erste-Hilfe-Set, Brillenhalter und Frontschubfach sind sinnvolle Details.


BIKE-Urteil³ GUT

  Shimano Hotaka 26Foto: Georg Grieshaber
Shimano Hotaka 26

VAUDE Bike Alpin 25+5

Preis/Info 110 Euro/www.vaude.com
Gewicht / Volumen¹ 992 Gramm / 25 + 5 (26) Liter
Ausstattung / Trinksystem Längenverstellung, Regenhülle, Helmhalter, Werkzeugfach, Volumenerweiterung / 2 / 3 Liter: 35 / 37 Euro

Bike-Bewertung
Tragekomfort (35 %) 9 von 10 Punkten
Handhabung (25 %) 9 von 10 Punkten
Gewicht² (20 %) 10 von 10 Punkten
Ausstattung (10 %) 10 von 10 Punkten
Verarbeitung (10 %) 9 von 10 Punkten

FAZIT Der leichte Vaude besticht vor allem durch sein Tragesystem: Das lässt sich in der Länge verstellen und sorgt dank luftiger Träger und Hüft­flügel für gute Kühlung – so trägt sich der Rucksack äußerst komfortabel. Die Taschenaufteilung ist ebenfalls sehr gelungen, der Bike Alpin lässt sich leicht und übersichtlich bepacken. Voll beladen steht er etwas weit vom Rücken ab und kann in der Abfahrt leicht wackeln.

BIKE-Urteil³ SUPER

  <a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=11768&awinaffid=471469&clickref=B+Vaude+Bike+Alpin+25+Rucksack&ued=https%3A%2F%2Fwww.rosebikes.de%2Fvaude-bike-alpin-255-rucksack-2672404" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Vaude Bike Alpin 25+5</a> *Foto: Georg Grieshaber
Vaude Bike Alpin 25+5 *


¹BIKE-Messwerte: gemessenes Volumen gefettet
²Gewicht im Verhältnis zum gemessenen Packvolumen
³Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super, sehr gut, gut, befriedigend, mit Schwächen, ungenügend.

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