Rucksäcke | TaschenDuell Hard- gegen Softcase: Evoc vs. B-Box

Laurin Lehner

 · 24.11.2016

Duell Hard- gegen Softcase: Evoc vs. B-BoxFoto: Daniel Simon
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Softcase oder Hardcase? Wie soll man sein geliebtes Bike auf Reisen verpacken? Ein Duell.

  Duell Hard- gegen Softcase: Evoc (li.) vs. B-BoxFoto: Daniel Simon
Duell Hard- gegen Softcase: Evoc (li.) vs. B-Box


Glaubensfrage
Cola oder Fanta? Snickers oder Mars? Hardcase oder Softcase? Hier scheiden sich die Geister – so ist das bei Glaubensfragen. Die einen vertrauen auf Hart- andere auf Soft-Schale. Wir ließen die zwei Konzepte im Praxistest gegen­einander antreten. Exemplarisch dafür wählten wir die harte B-Box und testeten sie gegen die weiche Evoc Bike Travel Bag Pro.


Facts
Bikes sind teuer. Sie sicher auf Flug­reisen zu verpacken, leider auch, wenn man zu speziellen Bike-
Koffern greift. Die B-Box kostet 660 Euro. Evocs Bike Travel Bag Pro ist mit 550 Euro kaum günstiger. Beim Wiegen bringt uns die B-Box bereits ins Grübeln: Bei einem Leergewicht von 13,9 Kilo darf das komplette Bike nicht viel mehr als 16 Kilo wiegen, um das 30-Kilo-Maximalgewicht bei den meisten Airlines nicht zu überschreiten. Da bringt es nichts, dass in der Box genug Platz für Schuhe, Pedale, Wechselreifen und Werkzeug ist. Bei der Evoc ist das dank des Leergewichts von nur 8,4 Kilo kein Problem. Auch hier gibt’s genug Stauraum für Schoner, Schläuche und mehr. Klarer Punktsieg für Evoc: 1:0.

  Evoc Bike Travel Bag Pro – 550 Euro – www.evocsports.com PLUS Bepacken, Gewicht, Verarbeitung MINUS kippt schnellFoto: Daniel Simon
Evoc Bike Travel Bag Pro – 550 Euro – www.evocsports.com PLUS Bepacken, Gewicht, Verarbeitung MINUS kippt schnell


Bepacken
Für beiden Taschen müssen Laufräder, Lenker und Pedale des Bikes abmontiert werden. Bei der B-Box legt man das Bike in die Hartschale und fixiert es mit Plastikschlingen. Leider ist die Handhabung der Schlingen friemelig. Die Laufräder werden im Deckel mit zu klein geratenen Plastik­ösen fixiert, die zudem schnell verloren gehen können. Bei der Evoc öffnet man eine Seite der Tasche und stellt das Rad auf einen Abstellbock fürs Tretlager – easy! Klettverschlüsse sorgen für einen festen Halt. Die Laufräder steckt man in verstärkte Außentaschen. Auch beim Verpacken hat uns die Evoc besser gefallen. 2:0 für Evoc.


Transport
Mit einem Achsstand von 68,5 Zentimetern und tiefem Schwerpunkt rollt die B-Box so spurtreu wie ein Sportwagen. Die Breite von 81,5 Zentimetern ist allerdings etwas ungünstig, zum Beispiel bei Drehtüren oder in der Warteschlange. Nervig: Der Deckel hat eine scharfe Kante. Wenn man von oben greift, drückt sie auf den Handrücken. Die schmale Evoc (36,5 Zentinmeter) lässt sich auf glattem Untergrund bequem ziehen. Allerdings kippt sie schneller um, da der Schwerpunkt höher liegt und die Achse nur 32,5 Zentimeter breit ist. Diese Runde geht unentschieden aus. Punktestand: 3:1 für Evoc.


Sicherheit
Hardcase-Boxen sind robuster und haben den Ruf, ihren Inhalt besser zu schützen. Sie verteilen Kräfte besser und halten punktuellen Belastungen besser stand. Punktgewinn für die B-Box. Wir haben allerdings weder bei Hardcase noch bei Softcase schlechte Erfahrungen gemacht.
Endstand: 3:2 für Evoc!

  B-Box – 660 Euro – www.xoiox.info PLUS sehr robust und sicher, Schloss MINUS Gewicht, KabelschlingenFoto: Daniel Simon
B-Box – 660 Euro – www.xoiox.info PLUS sehr robust und sicher, Schloss MINUS Gewicht, Kabelschlingen


FAZIT: Bei Hand­habung und Transport sind beide Bikekoffer nahezu gleichauf, doch im wichtigen Kriterium Gewicht zieht die B-Box den Kürzeren: Bei 13,9 Kilo Leergewicht fällt die Zuladung einfach zu gering aus. Free­ridern raten wir daher zur Evoc.

Unser Tipp für Sparfüchse: ein Fahrrad­karton tut’s auch!


VERREISEN MIT DEM BIKE: DAS MUSST DU WISSEN!


Mit dem Bike zu verreisen, kann teuer werden. Manche Fluggesellschaften sahnen richtig ab. Ein Überblick.

Wer mit dem Rad verreist, sollte bei günstigen Ticketpreisen nicht zuschlagen, ohne sich zuvor über die Kosten der Bike-mitnahme zu erkundigen. Die meisten Fluggesellschaften veranschlagen Kosten pro Strecke. Das heißt: Flüge mit Zwischenstopp und unterschiedlichen Airlines können richtig teuer werden. Der Preis pro Strecke variiert zwischen 45 Euro (Emirates) bis zu saftigen 150 Euro (Airberlin). Um nicht mehr zu zahlen als nötig, ist es wichtig, das Bike frühzeitig online anzumelden. Wer ohne Anmeldung mit der Biketasche am Check-in-Schalter auftaucht, muss häufig draufzahlen. Beim Flug auf die Kanaren macht das bei Condor zum Beispiel satte 51 Euro pro Strecke aus. Fluggesellschaften, bei denen man seine Radtasche als normales Gepäck einchecken kann und nur aufs Gewicht achten muss, gibt es kaum noch. Bis vor Kurzem war etwa Airberlin deshalb noch bei Bikern beliebt. Im Dezember 2015 änderten jedoch auch sie ihre Richtlinien: Jetzt greifen sie mit Preisen von 70 bis 150 Euro pro Strecke kräftig zu.

Foto: FREERIDE Magazin


LH: Lufthansa ab 50* € kontinental, 100* € interkontinental. Gewichtslimit: 32 Kilo, Gewicht darf nicht überschritten werden.
AB: Airberlin ab 70* € bei Vorabbuchung in Zone 1-2 (europäisches Festland) bis 150* € ab Zone 3. Gewichtslimit: 23 Kilo, bei Überschreitung (max. 32 Kilo) deutlich teurer (bis zu 100* €).
DE: Condor ab 45* € bei Vorabbuchung in Zone 1 (europäisches Festland), ab 70* € in Zone 3-5 (Langstrecke). Gewichtslimit: 30 Kilo.
EZS: Easyjet 42-50* € Zone 1 (europäisches Festland), keine Langstreckenflüge. Gewichtslimit: 32 Kilo. Gesamt Gepäck max. 52 Kilo.
IB: Iberia 75* € bei Vorabbuchung, zonenunabhängiger Pauschalpreis. Gewichtslimit: keine Angaben.
RYR: Ryanair 60* € bei Vorabbuchung, 70 € am Airport, zonenunabhängiger Pauschalpreis. Gewichtslimit: 30 Kilo.
TU: Tuifly 65* € zonenunabhängiger Pauschalpreis. Gewichtslimit: 30 Kilo.
AF: Air France 55* € in Zone 1 (europäisches Festland) bis 100* € in Zone 5 (Langstrecke). Gewichtslimit: 23 Kilo Economy, 32 Kilo Business Class
EW: Eurowings 50* € für Kurz- und Mittelstrecke, 100 € für Langstrecke. Kein explizites Gewichtslimit.


Wichtig: Biketasche frühzeitig online anmelden!


* pro Strecke. Achtung: Bei sogenannten Billig-Airlines muss man oft sogar für Anschlussflüge mit der gleichen Airline erneut bezahlen.

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