KinetiCoreLazer entwickelt eigenes Rotationssystem

Stefan Frey

 · 30.03.2022

KinetiCore: Lazer entwickelt eigenes RotationssystemFoto: Lazer

Im Fall eines Sturzes stellen Rotationskräfte, die auf den Kopf wirken, eine große Gefahr für das Gehirn dar. Mit KinetiCore integriert Lazer nun ein in Eigenregie entwickeltes System, das nicht nur vor Gehirnerschütterungen schützen soll, sondern das Gewicht des neuen Jackal-Helms reduziert.

Im Jahr 2007 hat ein schwedisches Unternehmen die Bike-Welt wachgerüttelt. Der Hersteller hatte anhand zahlreicher Studien herausgefunden, dass die Rotationsenergie, die bei einem schrägen Aufprall entsteht, ein enormes Risiko für Gehirnerschütterungen birgt. MIPS (Multi-directional Impact Protection System) sollte mit Hilfe einer reibungsarmen Schale ein zum Kopf versetztes Gleiten des Helmes ermöglichen und so die schädlichen Kräfte spürbar reduzieren. In unserem letzten Mountainbike-Helmtest in BIKE 12/2020 haben wir mit einem eigens dafür entwickelten Prüfstand die positive Wirkung des Systems nachgewisen. Mittlerweile gibt es kaum mehr einen Helmhersteller, der keine Modelle mit MIPS oder einem eigenen Rotationsschutz anbietet.

  Der neue Lazer Jackal ist wie gemacht für Trailbiker und kommt mit einem spannenden, integrierten Rotationssystem.Foto: Stefan Frey
Der neue Lazer Jackal ist wie gemacht für Trailbiker und kommt mit einem spannenden, integrierten Rotationssystem.

Lazer geht mit KinetiCore nun ebenfalls seinen eigenen Weg und will damit die Nachteile von MIPS ausmerzen – zusätzliches Gewicht, zum Teil schlechtere Belüftung und ein weiteres Bauteil im Helm. Zu Beginn wird es mit dem überarbeiteten Jackal erst einmal ein Modell für Mountainbiker geben.

Lazer Jackal im Detail

  • Preis: 199 Euro >> hier erhältlich*
  • KinetiCore: System zur Reduzierung von Rotationskräften
  • Vier Farben erhältlich: schwarz / schwarz-weiß / grau / türkis
  • Gewicht: 343 Gramm (Größe M)
  • Größen: S/M/L
  • Info: www.lazersport.com

Lazer engagiert sich schon seit über einem Jahrhundert für den Schutz von Radfahrern. Mit dem neuen KintiCore-System wollen die Belgier nun Biken noch sicherer machen. Bisher war für den Schutz vor einwirkenden Rotationskräften immer zusätzliches Material oder eine Zusatzausstattung nötig. Lazer hat nun ein eigenes System entwickelt, das das vorhandene Material effektiver nutzt.

KinetiCore: besserer Schutz, weniger Gewicht

  Die ausgesparten Elemente sollen sich wie Knautschzonen bei einem Sturz verformen.Foto: Lazer
Die ausgesparten Elemente sollen sich wie Knautschzonen bei einem Sturz verformen.

Auf der Suche nach der entsprechenden Lösung entdeckten die Ingenieure Parallelen zu Knautschzonen im Auto. Die Verformung, die bei einem Zusammenstoß die Bewegungsenergie teilweise abbaut, macht sich auch KinetiCore zunutze. Lazer hat im neuen Jackal "kontrollierte Knautschzonen" integriert, die sich bei einem Aufprall verformen sollen.

Das Besondere daran: Es wurde kein Material hinzugefügt, sondern Material weggenommen, um die flexiblen 3-D-Strukturen im Helminneren zu schaffen. Das spart nicht nur Gewicht. Die Struktur ist so angelegt, dass sie für eine optimale Belüftung und somit mehr Komfort im Helm sorgen soll. Die Knautschzonen sollen die Aufprallkräfte zuverlässig abfedern.

  Weniger Material bedeutet gleichzeitig weniger Gewicht. Die Schutzwirkung soll darunter dennoch nicht leiden.Foto: Lazer
Weniger Material bedeutet gleichzeitig weniger Gewicht. Die Schutzwirkung soll darunter dennoch nicht leiden.

Im Vergleich zum aktuellen Lazer Jackal mit MIPS soll der KinetiCore-Helm 50 Gramm leichter sein. Dennoch hat er bereits eine 5-Sterne-Wertung beim renommierten Virginia Tech Institut in den USA erhalten. Das Institut ist ein Vorreiter in der Erforschung von Hirnschäden in Zusammenhang mit Krafteinwirkungen auf den Kopf und hat sein Testsystem ursprünglich für die Klassifizierung von Football-Helmen entwickelt. Ein Five-Star-Rating ist die höchste Auszeichnung, welche die technische Universität in Blacksburg für die Helmsicherheit vergibt.

  Die wichtigsten Fakten der KinetiCore-Technologie: mehr Schutz, weniger Gewicht, bessere Belüftung, weniger Plastik.Foto: Lazer
Die wichtigsten Fakten der KinetiCore-Technologie: mehr Schutz, weniger Gewicht, bessere Belüftung, weniger Plastik.

Doch der neue Jackal wurde noch in weiteren Details verbessert. So soll die überarbeitete Helmschale dank "Goggle-Parkplatz" Brillen besser in Position halten. Auf dem Helm können über den Accessory-Mount Helmlampen oder Actioncams montiert werden. Auch das Visier wurde angepasst und lässt sich angenehm leicht verstellen. Für sicheren Halt und komfortables Schließen auch mit Handschuhen sorgt ein Magnetschloss von Fidlock.

Satter Sitz bei geringem Anpressdruck

Schon bei der ersten Anprobe sitzt der neue Jackal extrem angenehm am Kopf. Das Verstellrad ist gut erreichbar, lässt sich in der Höhe anpassen und optional mit einem Rücklicht ausstatten. Weil sich der Kopfring nicht nur von hinten an den Träger anpasst, sondern um den gesamten Kopf herum schließt, sitzt der Jackal sehr satt auch bei geringem Anpressdruck.

  Der Lazer Jackal wurde in vielen Details überarbeitet. Das MIPS-Modell wird aber nach wie vor verfügbar sein.Foto: Lazer
Der Lazer Jackal wurde in vielen Details überarbeitet. Das MIPS-Modell wird aber nach wie vor verfügbar sein.

Der neue Lazer Jackal mit KintiCore ist ab sofort für 199 Euro im Handel verfügbar*. Auch hier können die Belgier noch mit einem netten Detail punkten: Die neuen Verpackungen aus recyceltem Material schonen die Umwelt und verringern den Kartonbedarf.

In einigen unserer Auftritte verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Diese sind mit Sternchen gekennzeichnet. Wenn Sie auf so einen Affiliate-Link klicken und über diesen Link einkaufen, erhalten wir von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter (wie z.B. Rose oder Amazon) eine Provision. Für Sie verändert sich der Preis dadurch nicht.

Meistgelesene Artikel

Unbekanntes Element