Test18 Radhosen im Vergleich

Stefan Frey

 · 25.03.2022

Test: 18 Radhosen im VergleichFoto: Georg Grieshaber

Nicht jede Radhose ist für die Langstrecke geeignet. Erst mit der perfekt passenden Bib Shorts lassen sich intensive Stunden im Mountainbike-Sattel schmerzfrei genießen. Wir haben 18 Radhosen für Frauen und Männer getestet.

Wenn am Ende der Ronda Extrema jede Muskelfaser nach der Ziellinie fleht, werden schon kleinste Störfaktoren in der Radhose zu Folterinstrumenten. Da raspelt eine kratzige Naht auf einmal wie eine Säge am Oberschenkel. Der Sattel drückt wie ein Nadelkissen durch das erschlaffte Sitzpolster. Und zu straffe Hosenträger lasten wie zentnerschwere Hantelstangen auf den Schultern. Die Radhose ist das wichtigste Bindeglied zwischen Fahrer und Fahrrad. Glücklich ist, wer bereits ein perfekt passendes Exemplar gefunden hat. Für alle anderen haben wir 18 langstreckentaugliche Bib Shorts für Frauen und Männer getestet.

  Gerade beim Marathon sinnvoll: kleine Taschen an Rücken oder Oberschenkel für die schnelle Verpflegung zwischendurch. Sportfuls Damenhose bietet gleich mehrere  dieser Staufächer.Foto: Georg Grieshaber
Gerade beim Marathon sinnvoll: kleine Taschen an Rücken oder Oberschenkel für die schnelle Verpflegung zwischendurch. Sportfuls Damenhose bietet gleich mehrere dieser Staufächer.

Hat sich viel getan bei modernen Radhosen

Dass sich die aktuellen Radhosen-Modelle enorm von den oft labbrigen Pellen früherer Tage unterscheiden, wird schon bei der ersten Anprobe klar. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an den Hosenstandard von vor wenigen Jahren: Schmale, klebrige Silikon-Beinabschlüsse drückten unangenehm auf die Muskulatur, reizten die Haut und rutschten dennoch hoch. Dünne Träger mit dicken Nähten rollten sich auf den Schultern zusammen. Und das Material der Radhosen hatte schon mal die Spannkraft der Haut eines chinesischen Faltenhundes. Was zur Folge hatte, dass das Sitzpolster zwischen Sattel und Hintern wanderte, statt stützend unter den Sitzknochen zu liegen.

  Isadore und Sportful sind mit abriebfesten Cordura-Materialien ausgestattet. Das schont Hose und Oberschenkel beim Bodenkontakt im Gelände oder auf der Straße.Foto: Georg Grieshaber
Isadore und Sportful sind mit abriebfesten Cordura-Materialien ausgestattet. Das schont Hose und Oberschenkel beim Bodenkontakt im Gelände oder auf der Straße.

Klare Unterschiede im Test der 18 Radhosen

Dagegen sind aktuelle Bib Shorts wahre Luxusartikel. Selbst die günstigeren Modelle von Gonso, Protective oder Sportful sind mit nahtlosen Trägern ausgestattet, die sich bequem auf den Schultern breitmachen und den Druck großflächig verteilen, statt punktuell einzuschneiden. Auch die Spannkraft der Träger hat sich geändert und ist in der Regel ausreichend straff, um den Rest der Radhose sauber in Position zu halten. Auch die Schnitte der Hosen haben sich über die Jahre verändert. Es findet sich keine Bib Shorts mehr im Test, bei der wir tatsächlich vom Kauf abraten würden. Und dennoch gibt es klare Unterschiede bei den 18 getesteten Radhosen für Männer und Frauen.

  Dick und flauschig, oder dünn und hart – unterschiedlicher als bei Assos und SQlab könnten Sitzpolster kaum sein. Extrem komfortabel auf langen Ausfahrten sind beide Varianten.Foto: Georg Grieshaber
Dick und flauschig, oder dünn und hart – unterschiedlicher als bei Assos und SQlab könnten Sitzpolster kaum sein. Extrem komfortabel auf langen Ausfahrten sind beide Varianten.

Dünnes oder dickes Hosenpolster -was ist besser?

Beim Hosenpolster – dem eigentlich elementaren Bestandteil der Radhose – findet sich vom bildhaft gesprochenen Plüschsofa bis zur harten Bierbank eine immense Bandbreite an Dicken und Härten. Während Gelegenheitsfahrer gerne zum weichen „Sofakissen“ greifen, das sich aber auf lange Sicht leicht durchsitzen kann, sollten Langstrecken-Biker lieber die straffere Polsterung wählen. Ihre Sitzknochen sind durch das regelmäßige Training an den Druck des Körpergewichts auf den Sattel in der Regel gut gewöhnt. Zudem birgt ein dünnes, hartes Polster weniger die Gefahr, dass Druckstellen im Dammbereich entstehen und dort Gefäße abgeschnürt werden. Passt dann auch noch die Polsterbreite zum Sitzknochenabstand, rollt man selbst nach vielen Stunden im Sattel noch entspannt über die Ziellinie der großen Marathon-Runde.

Zu weiche Sitzpolster, zu lasche Träger, zu stramme Beinabschlüsse – nicht jede Radhose ist für die Langstrecke geeignet. Erst mit der perfekt passenden Bib Shorts lassen sich intensive Stunden im Sattel schmerzfrei genießen. 18 komfortable Modelle für Frauen und Männer im Test.
Foto: Georg Grieshaber

Den kompletten Vergleichstest der 18 Radhosen für Damen und Herren aus BIKE 3/2022 können Sie bequem unter dem Artikel als PDF herunterladen. Der objektive Vergleich inklusive der Testberichte kostet 1,99 Euro.

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Radhosen für Herren im Test:

Radhosen für Damen im Test:

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