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Test: Garmin fenix 5

Teil der Woche: GPS-Smartwatch von Garmin

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 4 Jahren

Eine sportlich-elegante Uhr für Büro und Berg: Mit ihrer neuen GPS-Smartwatch fenix 5 will Garmin Mountainbikern einen schicken Ersatz zum MTB-Tacho bieten. Wir haben die Garmin fenix 5 getestet.

Bereits im Jahr 2013 hat Garmin die erste Generation der fenix-Uhr auf den Markt gebracht. Seit der Einführung der GPS-Uhr zielt Garmin damit auf Outdoor-Sportler ab. Von Trailrunnern über Bergsteiger bis hin zu Triathleten, Skitourengehern und Läufern – sie alle sollen mit dem Superhirn am Handgelenk aktuelle Bewegungsdaten bekommen, ihr Training aufzeichnen und navigieren. Seit den ersten Generationen hat sich viel getan: Die anfangs schwache Akkulaufzeit wurde verbessert, die Navigation verfeinert und jede Menge neue Funktionen wurden in die Uhr gepackt. Das macht sie auch für Mountainbiker interessant, die nicht nur im Sattel sitzen und EIN Elektro-Gadget suchen, dass sie für jede Sportart nutzen können – ob bei einer Hochtour auf dem Gletscher, einem gemütlichen Feierabendlauf im Park oder einer Transalp mit dem Mountainbike.

Georg Grieshaber Macht eine vollgepackte Outdoor-Uhr auch im Alltag zum stylischen Rund-um-die-Uhr-Begleiter: die fenix 5 von Garmin mit 47 mm großem Gehäuse.

Garmin fenix 5: technische Daten

  • Gewicht: 84 Gramm
  • Farbe: grau mit schwarzem Armband
  • Größe: 47 x 47 x 15,5 mm
  • Displaygröße: 1,2 Zoll
  • Lünette aus Edelstahl
  • 22 mm breites Silikonarmband
  • interner Speicher: 64 MB
  • Wasserdichtigkeit: 100 Meter
  • Sensoren: GPS, Glonass, Herzfrequenzmesser, Bluetooth Smart, ANT+, Beschleunigungsmesser, Gyroskop & Kompass, barometrischer Höhemesser, Thermometer
  • Lieferumfang: Uhr, Daten- und Ladekabel

Preis: 500 Euro >> z.B. hier erhältlich *

Garmin fenix 5 – Robustes Superhirn für Büro und Berg

Die fenix bietet Garmin in den unterschiedlichsten Größen, Farben und Ausführungen an. Wir haben das Mittelklasse-Modell mit 47 mm-Gehäuse und ohne Ausstattungsextras getestet. Für zierliche Handgelenke gibt es auch die kleinere Version mit 42 mm Gehäusedurchmesser. Wer protzen will, greift zur 51 mm-Variante mit kratzfestem Saphier-Glas und vorinstallierten, routingfähigen Karten für stolze 900 Euro. Wir finden, dass der Mittelweg bei der Größe genau der richtige ist und man die 84 Gramm schwere Uhr am Handgelenk zwar deutlich spürt, sie aber nicht zu klobig ist oder gar stört. Das Silikonarmband lässt sich fein genug justieren und selbst bei wildem Herumfuchteln mit den Armen schlägt das Gehäuse nicht an den Handrücken – vorausgesetzt man trägt sie stramm genug.

Georg Grieshaber Wenn die fenix 5 mit dem Silikonarmband stramm sitzt, liefert sie solide Herzfrequenzdaten ohne Brustgurt.

Screenshot Über die Garmin Connect App kann man die fenix 5 einfach konfigurieren. Auch das Auslesen der Daten und des Trainings erleichtert die App. Smartphone und Uhr koppeln sich selbstständig, sobald Bluetooth eingeschaltet ist.

Die fünf Tasten – drei auf der linken, zwei auf der rechten Seite – lassen sich gut bedienen. Außer der rot markierten „Start“-Taste sind alle Tasten beschriftet. Das erleichtert das Einrichten nach dem ersten Ladevorgang und das Zurechtfinden im umfangreichen Menü. Bequemer lässt sich die fenix 5 allerdings mit der Garmin Connect App konfigurieren, die es bei Google Play, im App Store (iPhone) und im Windows Store gibt. Grundsätzlich kann man die GPS-Uhr auch ohne die App benutzen, doch um ein Konto bei Garmin Connect wird man nicht herumkommen. Am einfachsten aber benutzt man die fenix 5 mit der App, die auch später das Auslesen der Uhr und die Übertragung der Daten auf andere Plattformen wie Strava erleichtert.

Mit der Garmin fenix 5 durch den Alltag

Seit gut acht Wochen trage ich die fenix 5 täglich, fast Tag und Nacht. Nach dem Aufstehen fädele ich sie ans Handgelenk und erst abends vor dem Schlafengehen lege ich sie ab. Beeindruckt bin ich vom Gehäuse und dem Glas, das selbst nach harten Tagen auf der Baustelle, 700 Kilometern mit dem Bike durch Bayern und einigen Fels- und Wandkontakten wie neu aussieht. So robust muss eine Outdoor-Uhr sein! Nur die Warntöne habe ich bereits am zweiten Tag abgestellt. Denn im Alltag wird man sonst verrückt von den Smartwatch-Funktionen der Uhr, die mich selbst abends auf dem Sofa zum Aufstehen auffordert, obwohl ich 120 Kilometer in den Beinen habe. Aber zum Glück lassen sich die Fitness Tracker-Funktionen – wie Schrittzähler, Herzfrequenz und bewältigte Stockwerke – auch komplett abschalten. Wer sie nicht braucht, wird mit längerer Akkulaufzeit belohnt. Auch das Anzeigen von Mails oder Benachrichtigungen habe ich nicht benutzt. Mir reicht es, wenn das Smartphone ständig blinkt und piepst. Da muss mich nicht auch noch die Uhr über jede Whats-App-Nachricht informieren. Aber natürlich könnte das die fenix 5 mit ihren Smartwatch-Funktionen, vorausgesetzt man koppelt sie ununterbrochen mit dem Handy.

Georg Grieshaber Der Ruhepuls, ein Gradmesser für Gesundheit und Trainingsstress: Die fenix zeichnet ihn durch den integrierten Herzfrequenzmesser morgen selbst auf.

Georg Grieshaber Robustes Ladekabel, aber leider kein gängiger Standard wie Micro-USB.

Nutzt man die GPS-Uhr autark, hat sich die Akkulaufzeit zu den Vorgängermodellen verbessert. Die Batterie hält erstaunlich lange. Wenn man keine Trainings aufzeichnet und die Fitness Tracker-Funktionen eingeschaltet hat, läuft die fenix 5 etwa zwei Wochen. Bei 3-4 zweistündigen Aktivitäten pro Woche muss sie etwa alle 3-4 Tage an die Steckdose oder den Computer. Doch dabei offenbart sich eine Schwäche: Das Ladebuchse, die auf der Unterseite im Gehäuse versenkt ist, nutzt keinen gängigen Standard wie Micro-USB, sondern einen eigenen. D.h. man hat wieder ein spezielles Ladekabel mehr zuhause rumliegen, das man für kein anderes Elektronikgerät benutzen kann.

So schlägt sich die fenix 5 auf dem Trail

Ob Laufrunde im Park oder Bike-Tour in den Alpen: Vor dem Start drückt man einmal die „Start“-Taste und wählt anschließend die Aktivität aus. Hat man „MTB“ gewählt, startet die fenix 5 die Suche nach dem GPS-Signal. Das kann je nach Startpunkt gerne mal eine Minute dauern. Jetzt noch einmal auf den Startknopf und schon zeichnet die Uhr auf. Ob man sich die aktuelle Geschwindigkeit, die Prozent der maximalen Herzfrequenz oder einen Timer für Intervalle anzeigen lassen will – oder alles zusammen auf einer Seite –, kann man schnell in den Aktivitätseinstellungen anpassen. Die Zahlen und Werte auf dem Display lassen sich gut ablesen, selbst wenn man sich bei Puls 190 nur noch verkrampft an den Lenker klammert. Allerdings liegt das Display der Uhr natürlich nicht so schön im Blickfeld wie ein am Lenker montierter Computer. Aber damit kann man leben. Da in der 600-Euro-Version der fenix keine Karte vorinstalliert ist, fällt die Navigation sehr spartanisch aus. Man bekommt den Track als Linie in Farbe angezeigt, außen am Display wandert ein roter Pfeil herum, der die Richtung anzeigt, die man einschlagen soll. Bei einfachen T-Kreuzungen funktioniert das flüssig, in einem engmaschigen Trail-Netz aber nicht wirklich. Wer dort genau und ohne Fahrfehler und Zwangsstopps navigieren will, braucht zwingend eine Topo-Karte im Hintergrund.

Georg Grieshaber Die Suche des GPS-Signals kann je nach Position ein wenig dauern. Allerdings braucht die Uhr nicht länger wie andere GPS-Geräte oder Bike-Computer.

Georg Grieshaber Ohne Karte nicht einfach: Der rote Pfeil an der Lünettte gibt an, welche Richtung man einschlagen muss. Zur Orientierung sieht man die Distanz zum Ziel und den Track als bunte Linie.

Die Bedienung der Uhr während der Fahrt klappt auch mit Handschuhen gut. Wer sich nicht auf die Herzfrequenzmessung am Handgelenk verlassen will, kann die Uhr auch mit einem Brustgurt koppeln. Über ANT+ oder Bluetooth. Denn die Messung am Handgelenk kann schnell mal unterbrochen sein, wenn es richtig rumpelt auf dem Trail. Exaktere Werte erhält man nach wie vor nur mit Brustgurt, das gibt Garmin aber auch zu . Auch die Kopplung mit einem Leistungsmesser funktionierte bei uns tadellos.

Georg Grieshaber Die drei grünen Lichter blicken, wenn die fenix am Handgelenk die Herzfrequenz ermittelt.

Laurin Lehner Unterwegs mit der Garmin fenix am Handgelenk (links hinten). Wir haben die GPS-Uhr nun über mehrere Monate intensiv im Alltag und beim Biken getestet.

Georg Grieshaber Das Display beim Biken kann man ganz individuell einrichten. Ablesen lassen sich die Werte auch während der Fahrt gut.

Beendet man die Bike-Tour, bekommt man im Anschluss die Auswertung der Aktivität angezeigt. Also wie lange man  aerob trainiert hat und wie lange man seinen Körper anaerob-laktazid belastet hat. Ein guter Gradmesser für Biker, die einem strickten Trainingsplan folgen. Auch eine empfohlene Regenerationszeit spuckt die fenix 5 nach einer Aktivität aus. Die erschien mir manchmal übertrieben lang. Denn würde man die beachten, müsste man ein einwöchiges Etappenrennen am zweiten Tag abbrechen. Für Einsteiger, die nicht wissen, was sie ihrem Körper abverlangen sollen, sind sie jedoch ein guter Richtwert.

Screenshot In der Garmin Connect App kann man seine Aktivitäten verwalten. Wer aber mit GPS-Tracks arbeitet, muss das über Basecamp oder die Web-Version von Garmin Connect machen.

Georg Grieshaber Nur ein Wert, den die fenix 5 nach dem Training ausspuckt: die VO2max. So fit fühle ich mich aber aktuell gar nicht.

Testfazit zur Garmin fenix 5


Robustes Auftreten, unzählige Funktionen und Einsatzmöglichkeiten: Die fenix 5 ist ein kompaktes Superhirn fürs Handgelenk, die alles mitmacht – am liebsten draußen. Von der winterlichen Skitour bei Kühlschrank-Wetter über die Feierabend-Runde auf den Hometrails bis zum Business-Meeting unterm Hemdärmel. Ein verlängertes Wochenende ohne Steckdose kriegt sie auch hin. Auch ohne die Smartwatch- und Fitness Tracker-Funktionen zu benutzen, hat man seine Freude an der fenix 5. Wer die nicht braucht, darf sich aber die berechtigte Frage stellen: Warum nicht eine günstigere GPS-Uhr kaufen?


Pro

  • robustes Gehäuse und Display
  • zuverlässige, schnelle Kopplung mit Smartphone, Herzfrequenz-Sensor oder anderen Sensoren
  • umfangreiche Trainings- und Analyse-Funktionen
  • „Track Back“-Funktion (führt einen im Notfall zum Ausgangspunkt zurück)
  • Für extrem viele Sportarten nutzbar (mit speziellen Profilen/Widgets)
  • elektronischer 3-Achsen-Kompass, der auch beim Stehenbleiben die Richtung vorgibt
  • Tagesstatistiken über Schritte, Herzfreuquenz, Kalorienverbrauch (Fitness Tracker-Funktionen)


Kontra

  • teuer
  • spezielles Ladekabel
  • Navigation ohne Karte schwierig

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