So nutzen Sie Ihr Handy für Navigation und Training So nutzen Sie Ihr Handy für Navigation und Training So nutzen Sie Ihr Handy für Navigation und Training
Seite 1: Smartphone Guide für Mountainbiker und Test Handyhalterungen

So nutzen Sie Ihr Handy für Navigation und Training

  • Stefan Frey
 • Publiziert vor 4 Jahren

Warum sollten Biker viel Geld für mehrere Geräte ausgeben, wenn sie doch schon eines für alles in der Tasche haben? Wir zeigen, wie Sie Ihr Smartphone sinnvoll auf dem Mountainbike einsetzen.


NAVIGIEREN: SMART VON A NACH B

Trainingscomputer, Navigationsgerät oder klassischer Radcomputer. Für nahezu jeden Einsatzzweck gibt es das passende Gerät. Doch eigentlich reicht der Griff in die eigene Hosentasche, und schon hält man die Komplettlösung in der Hand. Moderne Smartphones sind mit allen nötigen Sensoren ausgestattet, um sie mit wenig finanziellem Aufwand zu hochfunktionellen Fahrradcomputern aufzurüsten. GPS- und in hochwertigen Geräten sogar Glonass-Sensoren ermitteln den Standort (ob Ihr Gerät das russische Glonass-System unterstützt, können zumindest Android-User mit der App AndroiTS GPS Test Free prüfen). Bluetooth-Chips stellen drahtlos die Verbindung zu Geschwindigkeit-, Trittfrequenz oder Leistungsmessern her. Und das Internet ist vollgepackt mit cleveren Apps zur Navigation und Trainingssteuerung, die man sich häufig auch noch völlig kostenlos aufs Smartphone laden kann.
Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Mobiltelefon zum ultimativen Touren-Begleiter und Trainingstool verwandeln. Vor allem bei der Navigation punkten die großen, hochauflösenden Displays der Smartphones. Spezielle GPS-Geräte sind für die Nutzung mit Vektorkarten optimiert und stellen die deutlich schöneren Rasterkarten oft nur pixelig dar.

Smartphones stoßen bei beiden Kartenformaten selten an ihre Grenzen. Weiterer Pluspunkt: Mit der Software MOBAC (Mobile Atlas Creator) lassen sich gerasterte Online-Karten für die Nutzung auf dem Smartphone konvertieren. So kann man sich die eigentlich teuren Rasterkarten einfach selbst erstellen, kostenlos. Nach Auswahl der gewünschten Online-Karte und des Zielformats wird per Auswahlrechteck der Ausschnitt festgelegt. Anschließend lädt MOBAC die benötigten Kartenkacheln aus dem Internet, packt sie in eine Datei, die dann aufs Smartphone exportiert werden kann. Wer sich mit seinem Handy routen lassen möchte, benötigt allerdings nach wie vor die deutlich aufwändigeren Vektorkarten. Doch auch hier wird man inzwischen im Internet fündig. Auf der Webseite von Openandromaps stehen fertig aufbereitete Vektorkarten zum Downloaden bereit. Über sogenannte TYP-Files lässt sich das Kartenbild den persönlichen Bedürfnissen anpassen. Kostenpunkt: gratis, die Entwickler freuen sich aber über einen kleinen Obolus. Drei empfehlenswerte Apps für die Navigation mit dem Smartphone stellen wir Ihnen im rechten Kasten vor.



SMARTPHONE VS. GPS-GERÄT

Im Auto und in den Städten wird mit Smartphones bereits fleißig navigiert. Bei der Nutzung als Outdoor-Wegweiser gibt es nach wie vor jedoch ein paar schwerwiegende Nachteile.


PLUS

  • Rund drei Viertel der Deutschen besitzen laut Studien bereits ein Smartphone. Die meisten Biker haben ihr Gerät auf Tour sowieso dabei.
  • Die großen Displays bieten eine deutlich bessere Auflösung und zeigen vor allem Rasterkarten detailreicher an.
  • Permanenter Internet-Empfang erlaubt es, auch spontan Touren aus den zahlreichen Portalen zu ziehen. Zudem findet unter den zahllosen Apps mit Sicherheit jeder User die Richtige für seinen Geschmack.
  • Der Akku eines GPS-Gerätes hält je nach Modell meist sieben Stunden und mehr. Bei einigen Geräten lassen sich zudem einfach die Akkus wechseln.
  • Der GPS-Empfang hängt von der Qualität der Antenne ab. Die ist im speziellen GPS-Gerät meist besser.
  • Für draußen gemacht GPS-Geräte sind staub- und wasserdicht, benötigen keine spezielle Hülle und können oft am Halter zusätzlich gesichert werden.


MINUS

  • Schwache Akkus sind nach wie das größte Manko. Nach etwa zwei bis drei Stunden ist meist Schluss.
  • Stoß- und wasserfest sind nur spezielle Outdoor-Geräte. Für alle übrigen Modelle gibt es bisher nur wenige wirklich empfehlenswerte Hüllen und Halterungen.
  • Die Anschaffung eines GPS-Gerätes ist teuer. Für gute Modelle bezahlt man meist mehr als 300 Euro.
  • Die Displays können mit der Auflösung der Smartphones nicht mithalten. Probleme gibt es dann vor allem, wenn Rasterkarten verwendet werden.
  • Die Bedienung erfolgt meist über Tasten und ist in der Regel weniger intuitiv als beim Smartphone.

Hersteller Smartphone vs. GPS-Gerät



DIE BESTEN NAVI-APPS


Oruxmaps

Ralf Glaser Oruxmaps

Sehr umfangreiche, übersichtliche und kostenlose App zur Verwaltung von Tracks und Karten. Der Umgang mit Vektorkarten auf OSM-Basis und mit Rasterkarten ist problemlos. Online-Karten können direkt aus der App heraus für die Offline-Nutzung bearbeitet werden. Erhältlich für: Android


Locus Map

Ralf Glaser Locus Map

Die Grundfunktionen der umfangreichen und gut bedienbaren App sind kostenlos. Für 8,50 Euro können freie Online-Rasterkarten genutzt oder weitere kostenpflichtige Karten importiert werden. Die Umwandlung von online- zu offline-nutzbaren Rasterkarten ist ebenfalls möglich. Erhältlich für: Android


Galileo Offline Maps

Ralf Glaser Galileo Offline Maps

Vektorkarten lassen sich hier kostenfrei nutzen. Track-Aufzeichnung und Offline-Karten sind aber kostenpflichtig. Empfehlenswert sind Garmin-kompatible Vektorkarten wie etwa die des Openmtbmap-Projekts. Geladene Kacheln werden direkt im Speicher des Geräts abgelegt und sind offline verfügbar. Erhältlich für: Android und iPhone



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