Craft BIKE Transalp 2011 – Ludwig Döhl berichtet

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 9 Jahren

Ludwig Döhl war zusammen mit Gastfahrer Max Holz bei der CBT unterwegs. Leider sind beide nicht gemeinsam in Riva angekommen, die schwierigen Wetterbedingungen schwächten Max so arg, er musste auf der sechsten Etappe total krank aussteigen. Hier hat Ludwig die einzelnen Etappen zusammengefasst.


Craft BIKE Transalp 2011


Acht Etappen, Gesamt-Kilometer 675,8, Höhenmeter 21.439, max. Höhe 2.417m

Leider konnte ich mich nicht optimal auf das schwerste MTB-Rennen Europas vorbereiten, meine letzte Prüfung an der FH war wirklich am Abreisetag. Lapidarer Kommentar meines Vaters "Womit wirst du in Zukunft dein Geld verdienen?”.

Und so ging es am Freitag, den 15. Juli direkt aus dem Hörsaal ins Auto und ab zum Startort nach Mittenwald.


Samstag 16.07. Erste Etappe von Mittenwald nach Weerberg.


95,54 km, 2.336 Hm, Zeit: 3:52.51,09, Rückstand zum Siegerteam: 18.00,05 Platz 16.

Starter: über 500 Zweierteams. Natürlich wollten mein Teamkollege Max Holz und ich testen, wo wir stehen und über den Hochalmsattel und später auch über das Plumsjoch fühlten sich unsere Beine immer noch gut an. Gar nicht so schlecht wenn man bedenkt, dass ca. 10 Profiteams am Start standen. Aber eine Transalp beginnt wirklich erst am 5. Tag.


Sonntag 17.07. zweite Etappe Weerberg- Mayerhofen im Zillertal. 68 km, 2.911 HM Zeit 3 Std. 36 Min. Platz 13.

Hochmotiviert ging es am Sonntag an den Start, waren ja mit der Nonsalm, dem Geiseljoch und der Wangalm drei schwere Anstiege zu überwinden. Doch bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein hatten wir das eine und andere Mal das herrliche Panorama im Blick. Bei den langen Abfahrten konnten wir unseren Vorteil als Cross-Country-Fahrer ausspielen und gegenüber den Marathonis immer wieder Plätze gutmachen. Am Ende belegten wir in der Tageswertung Platz 13. Gesamt verbesserten wir uns auf Platz 14.


Montag 18.07. Dritte Etappe von Mayerhofen im Zillertal nach Brixen in Südtirol, 94 km. 2.154 HM, Zeit:3:59.51,9, Rückstand zum Siegerteam: 19.12,6 Platz 24.

Am dritten Tag wollten wir es etwas ruhiger angehen lassen. Leider spielte das Wetter nicht mehr mit, es wurde empfindlich kalt und regnete immer wieder. Hinauf zum Schlegeisspeicher mischte sich mehr und mehr Schnee unter die Regentropfen und es sollte hinauf zum Pfitscherjoch noch schlimmer kommen. Schneematsch machte die Kletterei mit dem Bike zur Hölle. Ab der Überquerung des Alpenhauptkammes ging es nur noch bergab über St. Jacob in Pfitsch, Elzenbaum, Vahrn bis nach Brixen wo uns Sonnenschein und wohlige 20 Grad begrüßten. Am Dienstag steht die Königsetappe an, von Brixen nach St. Vigl über 3.500 HM auf nur 72 km Fahrstrecke, lassen wir uns überraschen.


 


4. Etappe Brixen - St. Vigil (Königsetappe) Gesamtkilometer: 72,32, Höhenmeter 3524, Zeit:4:25.26,5, Rückstand zum Siegerduo: 44.24,7 Platz 19

Bei schönem Wetter ging es in Brixen los auf der mir wohl bekannten Strecke hinauf zur Plose. Von Anfang an haben mein Partner und ich Tempo heraus genommen. Leider hatte Max auch noch einen Plattfuß und wir befanden uns ca. auf Platz 50. Aber eine Transalp hat eben eigene Gesetze und so fuhren wir am Ende auf Platz 19 ins Ziel und haben doch wieder alle Schnellstarter überholt.


5. Etappe St. Vigil - Alleghe (Regenetappe) Gesamtkilometer 73,59. Höhenmeter 2618. Zeit:2:33.42,6. Rückstand:16.25,5. Platz 21

In St. Vigil passierte das Schlimmste was passieren kann. Am Start regnete es schon in Strömen und ab der Fanesalm und am Falzarego liegt Schnee. Noch dazu ist es empfindlich kalt geworden und diese Kälte setzte meinem Teampartner Max schwer zu. Gerade in den Abfahrten saß er wie ein Eisklotz auf dem Bike und wir konnten nicht wie an den Vortagen hier Plätze gut machen. Gott sei Dank hatte die Rennleitung Einsicht mit den Sportlern und die Etappe wurde bei KM 50 an der offiziellen Verpflegung beendet. Eine Transalp hat eben ihre eigene Gesetze.


6. Etappe Alleghe - San Martino de Castrozza Gesamtkilometer: 72,63. Höhenmeter 3147. Zeit ?. Platz?.Das Aus für Max.

Start 9:00 Uhr. Mein Teampartner schwächelt von Anfang an, fühlt sich total krank, sieht überhaupt nicht gut aus. Die Kälte und der Regen vom Vortag haben ihm schwer zugesetzt. Bei km 25 verpflegt uns mein Vater, während der Fahrt weiß ich schon, dass dort das Ende für Max ist. Er steigt aus und reist direkt ab. Ab dort fahre ich alleine weiter und bin leider nicht mehr in der Wertung. Diese 6. Etappe war mit ihren vielen Anstiegen die wirkliche Königsetappe, aber auch mit unwahrscheinlich schönen Panoramabildern.


7. Etappe San Martino di Castrozza - Trento Gesamtkilometer 118. Höhenmeter 2433.

Ab heute stehe ich alleine am Start, das ist ganz schön demotivierend, der Team-Gedanke ist gestorben. Mein Plan heute, ich versuche mal die ersten 50 km so gut wie möglich mitzufahren um zu sehen, wo ich überhaupt stehe. Immer befand ich mich um zwischen Platz 10 und 12. Aber die Transalp ist ein Teamrennen und ich war alleine, wollte da vorne nicht weiter stören und fuhr relaxed ins Ziel.


8. Etappe Trento - Riva del Garda Gesamtkilometer 75,76. Höhenmeter 2162

Die letzte Etappe nutzte ich voll zum Training. Eigentlich schade, denn heuer wäre eine richtig gute Platzierung trotz der miserablen Vorbereitung möglich gewesen. Ich beendete das Ganze mit einem guten Zweck, indem ich dem einen und anderem Hobbyteam Windschatten bot, damit sich die Fahrer etwas erholen konnten.


Schon jetzt bin ich gespannt darauf, welche Geschichten die Transalp 2012 schreiben wird – wir vom BIKE Junior Team sind sicher wieder am Start!

Nach jeder Etappe gibt es viel Arbeit für die Betreuer. Bikes putzen, Flaschen waschen...

...und auch die Klamotten müssen frisch sein!

Max und Ludwig im Zielsprint.

Themen: BIKE Junior TeamRace-BlogTransalp


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