BIKE Junior Team beim Worldcup Albstadt

Pirmin Sigel im Pech

  • Pirmin Sigel
 • Publiziert vor 2 Jahren

Erst verpatzte Pirmin Sigel seinen Start beim U23-Worldcup in Albstadt, dann wühlte er sich durch das 140 Mann starke Feld. Aber das Glück war letztes Wochenende nicht auf seiner Seite.

Bei einem Heimweltcup am Start zu stehen, ist immer etwas ganz Besonderes. Und die europäischen Weltcups will ich dieses Frühjahr sowieso alle fahren. Klar also, dass Albstadt fest in meinem Kalender stand. Die Vorbereitung lief aber leider nicht ideal. Ich erkältete mich kurz nach dem Bundesliga-Auftakt in Heubach. Die zweiwöchige Rennpause musste ich so dazu nutzen, mich 100%ig auszukurieren.

Für die WM 2020 in Albstadt haben die Veranstalter den Kurs leicht angepasst. Das Ziel: Die Strecke sollte sicherer werden. Klassiker wie diese Abfahrt blieben allerdings erhalten.

Vier Tage vor dem Weltcupstart war ich dann endlich wieder fit. Ich reiste am Donnerstag zum ersten Streckentraining an. Dieses war technisch etwas entschärft, aber dadurch extrem schnell geworden. Ich wusste, dass das Rennen auf dem neuen Kurs extrem hart werden würde, zumindest bei Trockenheit.

Viel los in Albstadt

Weil nächstes Jahr Olympia ansteht, versuchen alle Nationen und Fahrer momentan Weltranglisten-Punkte zu sammeln, um sich für das Mega-Event in Tokio zu qualifizieren. Dementsprechend groß und hochkarätig war das Starterfeld beim ersten Cross-Country-Worldcup 2019. Mit meinen 26 UCI-Punkten wurde ich in der Startaufstellung auf Platz 128 aufgestellt. Noch vor zwei Jahren reichten 10 Punkte für Startplatz 90.

Mir war klar, dass durch meine Startposition keinerlei Erwartungen an mich gestellt werden, sodass ich entspannt an den Start ging. Jedoch war es mir selbst auch nicht möglich, die Startphase irgendwie zu beeinflussen. Ein Start in einem Feld mit 140 Mann kann man mit einer Glückslotterie vergleichen, da man innerhalb der ersten 500 Meter locker bis zu 50 Plätze verlieren oder auch gewinnen kann. Nach zirka 20 Metern schien es schon so, als ob ich die Glückslotterie verloren hätte: Es gab einen großen Sturz vor mir. Ich war zum Glück nicht darin verwickelt, verließ die Startgerade aber dennoch auf einem der letzten Plätze.

Wimmelbild: Pirmin Sigel bleibt während der Startphase oft im Stau stecken und muss vom Bike, um weiter voranzukommen.

Ein kaputter Schuh und eine motivierte Schadensbegrenzung

Von da an arbeitete ich mich jedoch schnell vor. Durch geschickte Linienwahl überholte ich einige Male gleich mehrere Fahrer. In den beiden ersten Runden stand ich aber dennoch viel im Stau. Nachdem ich mich etwa auf Position 100 vorgearbeitet hatte, krachte mir leider ein anderer Fahrer im Gedränge gegen den rechten Schuh. Die Schnalle brach, der Schuh war hinüber. Es dauerte noch eine halbe Runde, ehe ich in der Techzone dazu kam, den Schuh notdürftig mit Klebeband und Kabelbindern zu flicken. Der Boxenstopp dauerte zwar nur rund 50 Sekunden, jedoch kostete er mich leider Unmengen an Plätzen.

Von da an ging ich "all in", um in den darauffolgenden fünf kompletten Runden so viel Schaden wie möglich zu begrenzen. Ich fühlte mich richtig stark und konnte an den Bergen spielend leicht nach vorn fahren. Ich versuchte, klug zu fahren und sparte mir in manchen Streckenpassagen Körner, da ich wusste, dass diese an anderen Stellen effektiver genutzt werden konnten.

Pirmin Sigel mit notdürftig geflicktem Schuh beim U23-Worldcup in Albstadt.

Ich fand mich zwei Runden vor Schluss kurz vor dem 80. Platz, bemerkte aber auch, dass ich diesen Vorwärtsdrang nicht lange weiter fortsetzen konnte. Ich entschied mich dazu, lieber einen Gang zurückzuschalten, in der Hoffnung, dadurch meine Position sichern zu können. Leider klappte dies nicht mehr wirklich und ich brach in der letzten Runde etwas ein. So kam ich auf Position 97 ins Ziel.

Filippo Colombo aus der Schweiz gewann das U23-Rennen. Hier gibt es alle Ergebnisse !

Neuer Versuch nächste Woche in Nove Mesto

Dies war mein schlechteste Weltcup-Ergebnis, das ich jemals hatte. Ich bin damit logischerweise auch überhaupt nicht zufrieden. Wenn ich das Ergebnis als reine Zahl jedoch ausblende und mir meine Leistung ansehe, kann ich schon halbwegs zufrieden sein. Nächste Woche kann ich meine Beine in Nove Mesto nochmals auf die Probe stellen. Durch den etwas breiteren Startloop hoffe ich auf ein besseres Ergebnis – Hauptsache: weniger Glücksspiel-Start.

„Dies war mein schlechtestes Weltcup-Ergebnis, das ich jemals hatte. Ich bin damit logischerweise auch überhaupt nicht zufrieden,” resümiert Pirmin Sigel nach dem Worldcup-Auftakt 2019 in Albstadt.

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