Was passiert beim Bikefitting? Was passiert beim Bikefitting? Was passiert beim Bikefitting?

BIKE Junior Team beim Bikefitting im Radlabor

Was passiert beim Bikefitting?

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor 2 Jahren

Im Leistungssport geht es eng her. Um für die kommende Saison optimal vorbereitet zu sein, haben die ältesten Fahrer des BIKE Junior Teams ihre Sitzposition mit einem Bikefitting perfektioniert.

Sportler sind immer auf der Suche ihre Leistung mit legalen Mittel zu steigern. Da schrecken viele auch nicht davor zurück, viel Geld für einen leichten Carbon-Laufradsatz auszugeben, oder die Trainingseinheiten unter das Diktat von Leistungsmessgeräten zu stellen. Aber was hilft einem das beste Material und die modernste Trainingsmethodik, wenn die Sitzposition auf dem Rad nicht optimal ist. Bei Bundesliga- oder Worldcup-Einsätzen können kleine Leistungsschwankungen über Erfolg oder Überrundung entscheiden. Um perfekt für die kommende Saison vorbereitet zu sein, haben wir Leonie und Pirmin vom BIKE Junior Team powered by Bulls zum Bikefitting ins Radlabor München geschickt.

Bikefitting nur für die Größten

Leonie und Pirmin sind die ältesten Sportler im BIKE Junior Team. Beide gehen in der hart umkämpften U23-Klasse an den Start. Pirmin hatte vergangene Saison noch mit den Folgen eines Oberschenkelbruchs zu kämpfen, schaffte es aber dennoch, die Bundesliga-Gesamtwertung auf Rang vier zu beenden. Leonie gewann ihr letztes U19-Bundesliga-Rennen 2018 sogar. Schwerwiegende Probleme mit der Sitzposition hatten weder Pirmin noch Leonie. Dennoch haben die Experten des Radlabors einiges verändert. Pascal Ketterer vom Radlabor verrät: „Nur weil man sich an eine Sitzposition gewohnt hat, heißt es noch lange nicht, dass sie perfekt ist.“

Leonie hat vergangene Saison das Bundesligafinale der U19 gewonnen . Nächstes Jahr muss sie zum ersten Mal in der U23 Altersklasse fahren. 

Pirmin Sigel hatte sich 2017 den Oberschenkel gebrochen und damit über ein Jahr zu kämpfen. Nach einer Operation im Herbst 2018 kann er wieder voll trainieren.

So lief das Bikefitting ab

Im ersten Schritt wird das Bike, welches angepasst werden soll, vermessen. 

Dazu fährt Pascal Ketterer alle wichtigen Punkte mit einem Laser ab und überträgt so automatisch Werte wie die Sattelhöhe oder die Position des Sattels in ein Computer-Programm.

Danach werden die wichtigsten Körperdaten der Sportler erfasst. Beinlänge, Schulterbreite und andere Parameter werden ebenfalls mit der Laservermessung in den Computer übertragen. 

Sind alle Daten erfasst, wird Pirmins Wettkampfrad auf eine Rolle gespannt. Eine Kamera filmt, wie Pirmin locker kurbelt. Später lässt sich der Tritt mit Hilfe der Aufnahme perfekt analysieren. 

Außerdem werden die Kniewinkel auf beiden Seiten gemessen. Es gibt wissenschaftliche Erkentnisse, in welchem Winkelbereich die Kraftentwicklung der Muskeln perfekt ist. Hier wird nichts dem Zufall überlassen. 

Die ursprüngliche Sitzposition von Pirmins Mountainbike wird anschließend eins zu eins auf ein Messrad übertragen.

Erste Überraschung: Bevor es an die Einstellung der Sitzposition geht, kümmert sich Pascal um die Position der Schuhplatten. Ein wichtiger Baustein im Bikefitting-Programm des Radlabors.

Pirmin hatte die Cleats zu weit vorne montiert. Die Kraftübertragung über den Fußballen war nicht optimal. Am alten Abdruck der Cleats lässt sich die Veränderung gut sehen.

Danach wird wieder locker gekurbelt.

Mit Messsensoren an beiden Kurbelarmen überprüft Pascal, wie effektiv Pirmin in seiner ursprünglichen Position in die Pedale tritt. 

In Pirmins Fall war der Sattel zu hoch. Sobald sich der Kurbelarm dem unteren Tiefpunkt näherte, ging Kraft verloren. Mit Mess- und Viedeoanalyse tasten sich Pascal und Pirmin schrittweise an die perfekte Sitzhöhe. 

Auch die Kniewinkel liegen mit der neuen, tieferen Sattelposition und den veränderten Schuplatten im grünen Bereich.

Danach wird wieder locker gekurbelt.

Anschließend wird die neu erarbeitete Position auf Pirmins Wettkampfrad übertragen. Er kurbelt jetzt in der neuen Position. Insgesammt wurden die Schuhplatten sieben Millimeter nach hinten verrückt. Der Sattel ist jetzt zirka 1,5 Zentimeter tiefer (auch bedingt durch die Veränderung an den Schuhplatten), der Lenker sogar zwei Zentimeter weiter unten als zuvor. Am Bildschirm sind die Unterschiede zwischen alter und neuer Sitzposition deutlich erkennbar. Bei Leonie wurden die gleichen Parameter, jedoch teilweise in eine andere Richtung, verändert.

Pascal Ketterer ist Sportwissenschaftler und arbeitet seit sieben Jahren im Radlabor. Davor hat er selbst viele Mountainbike-Wettkämpfe bestritten. Unter anderem wurde er Deutscher-Vize-Meister im Cross Country bei den Junioren 2006. Später hat er auch einige Marathons erfolgreich bestritten.

In wenigen Monaten beginnt die 2019er Wettkampfsaison. Bis dahin müssen sich die Sportler an die neue Position gewöhnen und noch einige Trainingskilometer abspulen. Leonies Fazit nach dem Bikefitting war aber erst einmal positiv: „Obwohl wir vieles am Bike verändert haben, fühlt sich die neue Sitzposition direkt gut an.“ 

Themen: Bike-FittingBIKE Junior TeamBullsErgonomieRahmengrößeSitzposition


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