BIKE Junior Team 2018: DM in St. Ingbert

Bronze und Top-Platzierungen bei der DM

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 2 Jahren

Erfolgreiche Deutsche Meisterschaft 2018 in St. Ingbert für das BIKE Junior Team powered by Bulls: Leoni Fend holt in der U19 Bronze, Finnja Schmid wird in der U15 Fünfte.

Der RSC Sankt Ingbert hat die bereits großartige Rennstrecke im Betzental mit ein paar weiteren Extras – sprich einigen Sprüngen – gespickt, um die Rennen um die deutsche Meisterschaft im Cross Country nochmals attraktiver für Fahrer und Zuschauer zu machen. Namen wie „Little Big Air“, „Rock’N’Roll“ und „HeartBeatHarder“ versprachen Renn-Action pur, und der Rundkurs hatte es mit seinen vielen Sprüngen, kurzen und steilen Anstiegen, flowigen Downhills und anderen technischen Elementen wie Steinfeldern (Rockgarden) ganz schön in sich. Die Strecke war durch die Trockenheit der vergangenen Wochen in einem guten, jedoch teilweise staubigen Zustand, aber immer gut fahrbar.

Bei einem so großen Event auf nationaler Ebene ist das BIKE Junior Team powered by Bulls natürlich immer möglichst vollzählig vertreten, und so hatten sich Pirmin Sigel (U23), Leoni Fend, Simone Roßberg und Janik Eifler (U19), Jakob Stanger (U17) und Finnja Schmid sowie Mika Webs (U15) auf den Weg ins Saarland gemacht, um das „Bomb Trails Race“ zu bestreiten, dessen Name von den unzähligen Bombenkratern aus dem zweiten Weltkrieg herrührt, die im Wald des Betzentals verstreut sind.

Erster Starter für das BIKE Junior Team war Mika Webs in der Altersklasse U15. Mika ging aus der vierten Startreihe mit 30 Sekunden Rückstand in den Startloop und die anschließenden zwei Rennrunden, die jeweils über rund 3,5 Kilometern durch das Betzental führten. Mika kam im Startloop gut weg und konnte das hohe Tempo des Felds gut mitgehen. In den technischen Abfahrten konnte er Zeit gutmachen, jedoch nicht mehr entscheidend an die Gruppe vor ihm heranfahren, sodass er nach gut 29 Minuten auf Rang 18 ins Ziel kam. Den deutschen Meistertitel erreichte Benjamin Krüger, der sich lange Zeit mit Paul Schehl einen Zweikampf lieferte, am Ende jedoch mit fünf Sekunden Vorsprung die Nase vorne hatte.

Mika Webs am Start der U15.

Mika landete in der U15 bei der DM auf Rang 18.

Finnjas Highlight der Saison

Das Rennen der Mädels U15 startete um 10:01 Uhr. Finnja Schmid konnte aufgrund ihrer guten Technikergebnisse aus der ersten Startreihe ins Rennen gehen. Zuerst ging es in den Startloop. Finnja kam am Start gut weg und fand gut in das Rennen. Nach der ersten Runde lag sie auf Rang sechs, die Fünftplatzierte immer in Sichtweite. Finnja, der die Strecke mit den häufigen, kurzen Anstiegen und technisch anspruchsvollen Abfahrten und Sprüngen liegt, konnte in der Schlussrunde nochmals einen Platz gutmachen und erreichte das Ziel beim Sieg von Carla Hahn auf Rang fünf. "Ich bin sehr zufrieden, dass ich den fünften Platz noch geholt habe. Das Rennen war sicher das Highlight der Saison", freute sich Finnja im Ziel.

Finnja presst den Berg hoch.

Stark: Finnja Schmid holte Rang fünf bei der DM in St. Ingbert.

Jakob Stanger hatte keine makellose Technikbilanz aus den Sichtungsrennen vorzuweisen, und so standen Startplatz 19 und 30 Sekunden Rückstand zum ersten Startblock zu Buche. Das Rennen war auf Startloop plus vier Rennrunden à 3,5 Kilometer Länge angesetzt. Jakob kam am Start gut weg und führte die Fahrer seines Startblocks in den ersten Anstieg. Bereits im Startloop konnte er auf die im Startblock vor ihm gestarteten Fahrer aufschließen und sich nach der ersten Runde auf Rang 15 positionieren. Im Verlauf des Rennens konnte sich Jakob in einer Gruppe um Rang zehn einreihen und lag bis zur letzten von vier Runden noch immer auf dem zehnten Platz.

In der Schlussrunde musste er einen Fahrer passieren lassen. Jakob konnte zwar nochmals heranfahren, aber am Ende verpasste er als viertschnellster Fahrer des jungen Jahrgangs die Top 10 nur um eine halbe Sekunde. "Ich fühlte mich gut, und die Ergebnisse der letzten Vorbereitungsrennen mit zwei Podestplätzen zeigen, dass die Form stimmt. Mit dem elften Platz in diesem starken Starterfeld bin ich sehr zufrieden", fasste Jakob seinen Renntag zusammen. An der Spitze des Rennens zeigte Lokalmatador Thore Hemmerling eine fehlerfreie Leistung und holte sich den deutschen Meistertitel auf seiner Hausstrecke vor Louis Krauss vom TSV Neckartenzlingen.

Jakob startete im zweiten Startblock, machte aber zahlreiche Plätze wieder gut.

Viertschnellster Fahrer des jungen Jahrgangs: Jakob Stanger auf der technischen DM-Strecke in St. Ingbert.

U19 und U23 am Sonntag

Die Fahrer der U19 und U23, Leoni, Simone, Jannik und Pirmin hatten ihren Renneinsatz erst am Sonntag und konnten daher ihr Wochenende anders einteilen. Sie entflohen der großen Hitze und testeten die Bedingungen auf der Rennstrecke erst am Freitagabend. Samstags standen das finale Streckentraining und die Rennvorbelastung auf dem Programm. Anschließend nutzten sie die Rennen der Schüler- und Jugendklassen, um ihre jüngeren Teamkameraden während deren Renneinsätzen kräftig anzufeuern.

Der Sonntagmorgen stand ganz im Zeichen der Rennen U23- und U19-Herren. Pirmin machte den Auftakt um 09:45 Uhr. Dies bedeutete für ihn, um 06:30 Uhr am Frühstückstisch zu sitzen. Er musste aus der vierten Reihe starten. Nach dem Start kam Pirmin relativ gut weg und verlor kaum Positionen, sodass er ungefähr auf dem 20. Platz in den ersten Trail einbiegen konnte. In den darauffolgenden Runden investierte Pirmin dann ein paar zusätzliche Körner und fuhr stetig nach vorne. Er fühlte sich richtig stark und kam mit der Strecke auch sehr gut zurecht – es machte richtig Spaß, so durch das Feld zu pflügen! So fuhr er bis auf den elften Platz vor und setzte sich dort auch fest.

Pirmin hatte Spaß in St. Ingbert und räumte das Feld von hinten auf – bis zur vorletzten Runde.

In der vorletzten Runde musste Pirmin dann Federn lassen, er merkte, dass seine Kraft zur Neige ging. Mit einer Extraportion Gel in der Feed Zone versuchte er noch dagegen zu wirken, doch in der letzten Runde begann Pirmin dann immer mehr von seinem Vorsprung auf die Verfolger zu verlieren. Kurz darauf bekam er auch noch Sehstörungen: Pirmin sah einen großen schwarzen Fleck inmitten seines Sichtfeldes – kein wirklich gutes Zeichen. So verlor er in der letzten Runde noch vier Plätze und konnte sich auf dem 15. Platz ins Ziel retten.

"Einerseits bin ich froh, dass ich den Schaden noch halbwegs begrenzen konnte", konstatierte Pirmin nach seinem Rennen. "Vor genau einem Jahr lag ich mit operiertem Oberschenkelhals für acht lange Wochen im Bett und es war nicht klar, ob ich mein Hüftgelenk verliere. Jetzt, mit jeder Menge Metall im Bein, war diese erste DM in der U23 ein sicher ordentliches Ergebnis. Trotzdem bin ich sehr enttäuscht über Platz 15, da ich auf einem deutlich besseren Platz gelegen bin und nicht mehr viel gefehlt hat, diesen nach Hause zu bringen." Das Rennen der U23 wurde vom Lexware Team dominiert, das mit Max Brandl, Luca Schwarzbauer, Vinzent Dorn und Jannick Zurnieden einen Vierfach-Sieg feierte.

Vor einem Jahr noch verpasste Pirmin Sigel die DM wegen eines gebrochenen Oberschenkels, dieses Jahr landet er auf Rang 15.

Janik Eifler fuhr am Freitag mit viel Motivation und Freude zur DM nach St Ingbert. Am Sonntag ging es dann um halb zwölf an den Start. Fünf Runden mit je 4,2 Kilometern und 160 Höhenmetern und einen Startloop hatten die Junioren der U19 zu bewältigen. Nach dem Start fand Janik nicht sofort sein Tempo und musste zunächst hinterher fahren. Unglücklicherweise stürzte er auch noch in der ersten Runde. Dabei verdrehte sich sein Lenker, und Jannik musste den Rest des Rennens mit diesem Handicap absolvieren.

So verlor er wertvolle Plätze und hatte Einiges aufzuholen. Doch Janik fand immer besser ins Rennen und schaffte es, bis auf Platz 16 vorfahren. Mit Aussichten auf den 14. Platz ging er hoch motiviert und mit guten Beinen in Richtung letzte Runde. Im Start/Ziel-Bereich musste er feststellen, dass der hintere Reifen Luft verlor und bald platt sein würde. Da die nächste Techzone weit entfernt lag, gab Janik das Rennen auf und musste ein DNF hinnehmen. Leon Reinhard Kaiser fuhr an der Spitze ein sehr souveränes Rennen und konnte sich nach 1:02 Stunden den Sieg vor Moritz Schäb und Lars Hemmerling sichern.

Janik Eifler voll konzentriert auf der Jagd nach Sekunden bei der DM 2018.

Den Abschluss des Renntages für das BIKE Junior Team powered by Bulls bildete das Rennen der Elite, U23 und U19 weiblich. Hier hatte das Team mit Leoni Fend und Simone Roßberg, die beide in der Juniorenklasse starteten, gleich zwei Asse im Ärmel. Gleich zu Beginn ging es in einen längeren Anstieg, in dem sich Leoni Fend an dritter Position einreihte und zusammen mit Franziska Koch und Emma Eydt schon eine Lücke zu den Verfolgerinnen reißen konnte. Leoni fand recht schnell in ihren Rhythmus und fuhr zusammen mit Emma die erste Runde. Das Gefühl war gut und so fuhr sie konstant ihr Tempo weiter während sie sich auf den zweiten Platz nach vorne arbeitete, mit einer kleinen Lücke zu ihrer Konkurrentin.

In der dritten Runde fand Emma wieder den Anschluss zu Leoni und legte am Anstieg ein hohes Tempo vor, dem Leoni nicht mehr ganz folgen konnte. Der Abstand zu Emma war jedoch noch nicht allzu groß und Leoni versuchte alles, um noch einmal heranzufahren. Ein unnötiger Sturz in einer Abfahrt, bei dem es Leoni den Sattel verdrehte, und daraufhin ein kurzer Stopp in der Technikzone machten dies jedoch immer unwahrscheinlicher. Nach dem Sturz hatte sie ziemliche Rückenschmerzen, es lief leider nicht mehr so rund wie zuvor. Das bedeutete trotzdem, dass Leoni nach 1:05 Stunden die Ziellinie als Drittplatzierte, hinter der Siegerin Franziska Koch und der Zweiplatzierten Emma Eydt, überquerte. Somit sicherte sich Leoni zum dritten Mal in Folge die Bronzemedaille bei einer deutschen Meisterschaft.

Der Start des U19-Rennens der Mädels.

Leonie Fend startete gut und konnte sich von Anfang an in der Spitzengruppe behaupten. Hier auf Platz zwei liegend, mit einem kleinen Vorsprung auf die Verfolgerin.

Schnupperte an Silber, stürzte dann und war mit Bronze zufrieden: Leoni Fend bei der Zieldurchfahrt.

Wieder Bronze bei der DM für Leoni Fend (rechts). Gold holte Franziska Koch vor Emma Eydt mit Silber.

Auch Simone Roßberg gelang ein sehr guter Start, doch bereits am ersten Anstieg im Startloop konnte sie der Spitze nicht folgen und kam als Sechste aus der Anfangsrunde. In der ersten Rennschleife konnte Simone einen Platz gutmachen, doch es fiel ihr schwer, ihren Rhythmus zu finden und den Anschluss an die vor ihr Fahrenden zu schaffen. Platz vier befand sich immer in Sichtweite, und so versuchte Simone alles, um die Lücke zu schließen. Das gelang leider nicht mehr, und Simone kam auf Rang fünf als Zweitplatzierte des jüngeren Jahrgangs ins Ziel.

Simone Roßberg fuhr den fünften Platz ein.

Volle Team-Unterstützung und der Blick in die Zukunft

Da die Bikerinnen und Biker des Teams nur selten Gelegenheit haben, ein Rennwochenende gemeinsam zu verbringen, wurde die deutsche Meisterschaft auch genutzt, um als Team weiter zusammenzuwachsen. Neben dem Fachsimpeln und gemeinsamen Befahren der Strecke im Training war es für die Fahrer auch selbstverständlich, sich gegenseitig zu unterstützen, Trost zu spenden oder Tipps auszutauschen. Und auch die Eltern mischten kräftig mit – als Mechaniker im Fahrerlager oder während der Rennen in der Techzone.

Leoni darf gleich wieder ihre Koffer packen und am kommenden Wochenende in den deutschen Nationalfarben des BDR (Bund Deutscher Radfahrer) an der Europameisterschaft teilnehmen, die im österreichischen Stattegg ausgetragen wird.

Die jüngeren Fahrer der U15 und U17 können zunächst während einer kleinen Verschnaufpause regenerieren, ehe unsere Youngsters bei den "European Mountainbike Youth Championships", der Europameisterschaft der Schüler- und Jugendfahrer im italienischen Pila internationale Rennluft schnuppern werden.

Themen: BIKE Junior TeamBullsCross Country RennenDeutsche Meisterschaft


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