Fotostrecke: Wolfgang Renner – Der vergessene Kämpfer
Zurück zum Artikel
”Wenn der grüne Handschuh nicht abgeholt wird”, droht der Moderator, ”fliegt das Ding in die Tonne”. Renner biegt auf die Zielgerade und wird vom Streckensprecher kurz als Nummer ”226” begrüßt. Für mehr ist keine Zeit. Schließlich schlendert gerade der Juniorensieger vorbei – die Chance für ein Interview. ”Hallo, wie fandest du das Rennen?”, fragt der Moderator. ”Hat Spaß gemacht.” ”Okay, danke.” Renner steht daneben und wischt sich mit dem Unterarm die schweißige Stirn trocken. Eine Stunde ist er Vollgas gefahren. Zum Treppchen hat es nicht gereicht. ”Super war es. Wie früher, nur langsamer”, grinst er. Nein, noch mal wird er sich so was nicht antun. Er ist ja nicht mehr der Jüngste, das hat er am Steilstück deutlich gemerkt. ”Tachchen”, tönt es von links: ”Ich habe gehört, Sie sind irgendein bekannter Fahrer”, fragt ein Typ mit Camcorder, der sich schließlich als Veranstalter vorstellt. Er würde immer ”so Kurzvideos” von den Rennen ”schneiden” und deshalb gerne ein Interview machen. Einfach improvisiert, er habe ja keine Fragen vorbereitet. Also Kamera an: ”Wie finden Sie das Rennen? Finden Sie den Kaffee zu teuer? War die Strecke anspruchsvoll?” Und, ach ja: ”Vielleicht können Sie sich kurz mal vorstellen.”
(Text: Henri Lesewitz, Fotos: Oliver Soulas)
